Gitarre Ukulele Hersteller_Kala
Test
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28.04.2019

Kala All Solid Acacia Series Ukulelen Test

Vollmassive Konzert- und Tenor-Ukulele

Akazie statt Koa

Aus der Kala All Solid Acacia Series stehen für diesen Test mit einer Konzert- und einer Tenor-Ukulele gleich zwei Instrumente bereit. Mit der "Solid Wood Ukulele"-Serie präsentiert der US-amerikanische Hersteller aus Petaluma, Kalifornien, vollmassive Instrumente in verschiedenen Ausführungen und Größen. Bei diesen bestehen sowohl Decke wie Boden und Zargen jeweils aus einem massiven Stück Holz und sind nicht in Schichtbauweise gefertigt. Erst durch diese Verarbeitungsweise kann das Instrument den für das Holz charakteristischen Klang entwickeln.

Bei unsere beiden Kandidatinnen kommt zu diesem Zweck das Holz der Akazie zum Einsatz, das dem hawaiianischen Koa stark ähnelt, aber etwas erschwinglicher im Preis ist. Konzert- wie Tenorausführung unterscheiden sich natürlich in ihrer Größe, aber bei nahezu allen anderen Eigenschaften herrschen in unserem Fall gleiche Bedingungen. Ob sich die beiden Instrumenten für Spieler eignen, die vom Ukulele-Fieber infiziert sind und professionell ausgelegte Instrumente suchen, haben wir in diesem Test untersucht.

Details

Erster Eindruck

Die Instrumente aus der Solid Wood Serie werden in einem Softcase geliefert, auch unsere beiden Akazien-Ukulelen. Meiner Meinung nach ist dieser Kompromiss aus Hartschalenkoffer und Tasche die beste Transportmöglichkeit für das liebgewonnene Instrument. Zum einen ist es nicht verformbar und schützt die Ukulele fast wie ein richtiger Koffer, zum anderen ist es aber deutlich leichter, seine Außenhaut besteht aus Nylon und es verfügt über Schultergurte wie ein Gigbag. Egal, ob auf dem Rad, zu Fuß, im Gepäckstauraum des Reisebusses oder im Flieger: Das Softcase ist der perfekte Kompromiss aus Stabilität und Transportfreundlichkeit.

Wie schon erwähnt, ähnelt die Akazie dem hawaiianischen Koa sehr stark in Optik und Struktur. In der Vergangenheit haben sich Hersteller immer wieder dazu hinreißen lassen, mit "Golden Koa" zu werben - eine Mogelpackung, da das unter dem Begriff Akazie gehandelte Holz nun mal kein Koa ist. Es stimmt zwar, dass der wissenschaftliche Name von Koa "Acacia Koa" lautet, als Koa darf aber nur das Holz bezeichnet werden, das auf den Inseln von Hawaii gewachsen ist. Die Akazie ist das etwas günstigere Pendant zu dem original hawaiianischen Koa. Nichtsdestotrotz sind Farbe und Maserung einfach wunderschön. Die unregelmäßige Struktur verleiht dem Deckenholz einen lebendigen Charakter. Die Rosette, das Herringbone-Binding und der Ahornzierstreifen tragen zu einem traditionellen und zugleich edlen Äußeren bei. Kunstvolle Inlays schmücken das Griffbrett und beim Tenormodell tragen Cutaway und gefensterte Kopfplatte zu der makellosen Optik bei. Man weiß gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll. Die vielen Details und die schöne Holzauswahl lassen die Ukulele nach dem Auspacken erstrahlen. Das seidenmatte Finish hat einen angenehmen Griff und vermittelt auch eine hochwertige Haptik. Für alle, die sich nach der Einsteiger-Ukulele nun nach einem hochwertigeren Instrument umschauen, ist der erste Kontakt mit einer solchen Ukulele sicherlich eine tolle Erfahrung.

Material und Verarbeitung

Gar nicht so leicht, nun wieder zu den nüchternen Fakten zurückzukehren, aber ich probiere es trotzdem. Wie bereits erwähnt, ist der komplette Korpus aus massiver Akazie. Im Gegensatz zu den laminierten Modellen schwingt das Holz durchgehend viel besser und entwickelt mit der Zeit auch noch mehr charakteristische Klangeigenschaften. Der Boden ist gewölbt und im Korpusinneren finden wir eine recht aufwendige Fächerverleistung, die dem Instrument Stabilität gibt und ebenfalls Auswirkungen auf den Klang hat. Die Zierstreifen aus Ahorn setzen einen tollen Kontrast zum dunkleren Korpusholz. Der Hals ist aus Mahagoni und das Griffbrett aus Walnuss. Das Tenormodell unterscheidet sich durch den venezianischen Cutaway und die Fenster-Kopfplatte und besitzt sogar einen Tonabnehmer. Die kleine Schwester kommt mit geschlossener Kopfplatte und ohne Cutaway oder Pickup. Generell ist das Modell in sechs Varianten verfügbar: als Konzert, Tenor mit oder ohne Tonabnehmer, Bariton, und zwei weitere etwas exotischere Varianten, nämlich einer 6-saitigen und einer 8-saitigen Tenor-Ukulele.

Zurück zu unseren Testmodellen: Bereits ab dem dritten Bund sind kunstvolle Inlays in das Griffbrett eingearbeitet. Die Punkteinlagen am Rand fangen wie üblich erst ab dem fünften Bund an. Beide Größen haben 18 Bünde. Sattel und Stegeinlage sind aus GraphTech Nubone-Material, was bei Kala löblicherweise zur Grundausstattung auch bereits bei günstigeren Modellen gehört. Besser Haltbarkeit, direktere Schwingungsübertragung und mehr Transparenz im Klangbild zeichnen dieses Material aus. Das Satin-Finish ist sauber aufgetragen, angenehm im Griff und verleiht dem Instrument eine tolle Note. In puncto Material und Verarbeitung gibt es bei unseren Test-Ukulelen absolut nichts zu bemängeln und deshalb auch die volle Punktzahl.

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