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11.05.2019

Die wichtigsten Tipps zum Transportieren von Keyboards & Synthesizern

Praktische Cases und Softbags für jeden Zweck

Keyboards und Synths ohne Schaden transportieren

Wenn es um den Transport und den Aufbau der eigenen Instrumente geht, hat sich sicher schon so mancher Keyboarder überlegt, ob er wirklich das richtige Instrument gelernt hat. Wer keine Roadies hat und sein Equipment nicht stehen lassen kann, wird viel schleppen müssen. Ein Sänger hat es da definitiv einfacher.

Dabei haben wir heutzutage ja sogar noch Glück. Theoretisch reichen inzwischen ein MIDI-Controller und ein Laptop auf der Bühne, damit kann man auch schon ein Rock-Konzert spielen, wie es zum Beispiel Jordan Rudess demonstriert. Der Keyboarder der Metal-Band ‚Dream Theater‘ kommt live mit einem Keyboard aus, das freut seine Roadies bestimmt besonders. Früher war das allerdings ganz anders. Wenn man den Sound einer Hammond-Orgel in sein Live-Programm einbauen wollte, blieb einem nichts Anderes übrig, als eine Hammond-Orgel mitzunehmen. So kam es auf den Bühnen der Welt oft zu riesigen Keyboard-Türmen, hinter denen der Akteur zu verschwinden drohte.

Ob man nun aber zwei Ferienjobs machen musste, um sich den ersten Synthesizer leisten zu können, oder ob man viele Konzerte spielt und auf seine Instrumente angewiesen ist, das Wichtigste beim Transport von Instrumenten ist und bleibt, dass sie unversehrt am Zielort ankommen und ohne Macken und sonstige Einschränkungen genutzt werden können. Welche Art von Transportschutz gibt es, was kostet dieser und welchen braucht man, damit ein Keyboard auch auf Reisen heil bleibt?

Welchen Transportschutz gibt es und welcher ist der Richtige?

Im Wesentlichen gibt es zwei verschiedene Arten der ‚Verpackung‘ um Keyboards und Synthesizer beim Transport zu schützen: Das Softbag, auch Tasche oder Hülle genannt, und das Case. 

Um den passenden Transportschutz für dein Keyboard oder deinen Synthesizer auszusuchen, gibt es einige Dinge zu beachten. Zuerst gilt es natürlich das Gerät selbst und dessen Größe zu berücksichtigen. Denn nur, wenn das Gerät richtig im Transportschutz sitzt, wird es tatsächlich auch geschützt. Ich selbst habe zum Beispiel schon einmal einen E-Bass in einer E-Gitarrenhülle transportieren müssen. Aufgrund der Länge des Instrumentes, schaute die Kopfplatte während der Reise oben aus der Hülle heraus. Dieser Zustand kann kritiklos als suboptimal bezeichnet werden.

Der Schutz darf im Gegenteil aber auch nicht zu groß sein, denn sonst bewegt sich das Instrument darin. Wird ein Keyboard oder Synthesizer in einem zu großen Schutz transportiert, kann das fatale Folgen für Regler und sonstige abstehende Teile des Instruments haben.

Außerdem spielt die Frage, wie oft und wie weit das Instrument transportiert werden soll, eine große Rolle. Wenn du einmal im Monat einen Auftritt in der Kneipe um die Ecke hast, ist ein anderer Transportschutz denkbar, als wenn du zweimal die Woche 600 Kilometer zum Auftrittsort deiner Band zurücklegen musst.

Wohin und wie wird das Instrument transportiert?

Die wahrscheinlich wichtigsten Fragen bei der Wahl des richtigen Transportschutzes sind aber, wer das Instrument transportiert und womit das geschieht. Bleiben wir beim Beispiel der 600 Kilometer zum Auftrittsort deiner Band. Angenommen du fährst selbst mit deinem eigenen Kombi, dann lädst du dein Keyboard auch eigenhändig ins Auto. Dort kannst du es so verwahren, dass es nirgends herunterfallen, oder etwas darauf fallen kann. Außerdem kannst du das Ein- und Ausladen dementsprechend behutsam gestalten. Wird dein Keyboard allerdings vom Drummer in dessen Kleinbus mitgenommen und vielleicht lieblos einfach oben auf sein Drum-Equipment „geworfen“, sollte der Transportschutz ganz andere Merkmale aufweisen.

Noch deutlicher verhält sich das, sobald das Equipment mit einem Flugzeug transportiert und dann von Roadies aufgebaut wird. Machst du das nicht mehr selbst, muss der Transportschutz vor allem so stabil sein, das eine Beschädigung des Instruments auszuschließen ist. Bist du allerdings noch Schüler und musst zu Fuß oder mit dem Bus zu der Probe deiner Schülerband, sind wiederum eher das Gewicht und die Manövrierfähigkeit wichtige Parameter bei der Wahl deines Transportschutzes.

Das Softbag - der einfache Schutz

Das Softbag besteht meistens aus strapazierfähigem Nylon oder Chain-Line-Stoff, somit bietet es einen Grundschutz, den man allerdings nicht mit schweren oder spitzen Gegenständen testen sollte, genau wie die wasserabweisende Wirkung des Außenmaterials. Diese Art von Schutz eignet sich vor allem, wenn der Transport persönlich und größtenteils zu Fuß durchgeführt wird. Das geringe Eigengewicht und die Tatsache, dass das eingepackte Instrument durch das Softbag nur unwesentlich größer wird, begünstigen auch das Einsteigen in die Bahn oder einen Bus. Je nach Instrument kann man das Softbag an seinen Griffen tragen oder teilweise auch wie einen Rucksack umschnallen. Das ist rücken- und armschonend und man ist dadurch flexibler und hat beim Transport beide Hände frei. Außerdem bieten die meisten Softbags Außenfächer für zusätzlichen Stauraum für das Netzteil, das Handy oder Noten. Das ist gerade beim Transport zu Fuß sehr wichtig.

Viele Keyboard- und E-Piano-Hersteller bieten zu ihren Instrumenten passende Softbags, die dann natürlich eine für das jeweilige Instrument perfekte Passform bieten. Darüber hinaus gibt es zahlreiche unabhängige Hersteller, in deren Softbags sich markenübergreifend verschiedenste Instrumente verstauen lassen. Da das Softbag selbst ja flexibel ist und sich das Instrument darin oft über gepolsterte Sicherheitslaschen fixieren lässt, sind leichte Toleranzen zwischen den Maßen des Instruments und des Softbags kein Problem.

Softbags für kleine Instrumente gibt es schon für weniger als 15 EUR, wie zum Beispiel das Casio SA Keyboard Bag für die Instrumente der SA-Serie. Keyboards lassen sich bereits für etwas mehr als 30 EUR verstauen, wie zum Beispiel über die Keyboardtaschen von Thomann. Diese gibt es in unterschiedlichen Größen und man erhält bereits zu diesem Preis eine zwei Zentimeter dicke Polsterung, zwei große Außentaschen und verstellbare Tragegriffen. Möchte man ein E-Piano sicher von A nach B bringen, erhält man bereits für kanpp unter 50 EUR ein passendes Softbag, wie zum Beispiel die Thomann Stage Piano Tasche. Soll das Softbag direkt vom Hersteller des Instrumentes kommen, muss man schon etwas mehr Geld ausgeben. Das Softbag für das Yamaha CP73 zum Beispiel kostet dann schon mehr als 250 EUR.

Ebenfalls sehr interessant sind die Softbags mit Rollen. So kann das jeweilige Instrument bequem vor sich hergeschoben werden. Das ist besonders bei schweren Instrumenten eine große Erleichterung.

Aber auch für Controller, wie den Korg Nano, oder selbst für Synthesizer-Module ohne Tasten, wie die Volca-Serie, gibt es verschiedene Softbags, mit deren Hilfe sich diese Geräte sicher transportieren lassen. Zu guter Letzt sind für Laptops, kleine Instrumente und Controller, wie zum Beispiel das Akai Professional MPK Mini Play, auch Rücksäcke, Producer-Backpacks genannt, erhältlich. Diese sind besonders für Produzenten praktisch, die ihr mobiles Studio auf einen Flug mitnehmen möchten. Darin lässt sich verschiedenstes Studio-Equipment gut gepolstert und sicher verstauen und transportieren, auch im Handgepäck. 

Das Case - der optimale Schutz

Das Case hat völlig andere Vorteile. Als Handgepäck geht es zwar nicht mehr durch, allerdings ist es wesentlich robuster als ein Softbag. Meistens wird es aus Wabenkunststoff, Polyäthylen oder Birkenmultiplex hergestellt, dadurch ist das Case nahezu unzerstörbar und bietet dem beinhalteten Instrument quasi perfekten Schutz. Nicht umsonst wird das Equipment einer Live-Show ausschließlich in solche Cases verpackt und transportiert. Selbst der Lufttransport ist damit kein Problem mehr. Durch die Luft werfen sollte man natürlich trotzdem kein Instrument, aber die Chance, dass ein Gegenstand die Case-Hülle durchdringt, geht gegen Null. Im Inneren sorgen verschiedene Schaumstoffelemente für einen guten Sitz des Instrumentes im Case, bei manchen Modellen können diese sogar an verschiedenen Positionen angebracht werden. Somit ist ein Verrutschen des Instrumentes so gut wie ausgeschlossen.  

Aber Cases bringen auch Nachteile mit sich. Zum einen wiegt ein Exemplar für ein Keyboard mit 61 Tasten bereits um die zehn Kilo. Wird das Instrument beim Transport viel getragen, macht sich das durchaus bemerkbar. Zum anderen sind die Griffe kleiner und nicht verstellbar, das ist beim Tragen nicht so bequem und das Case kann durch die feste Oberfläche auch nicht wie ein Rucksack getragen werden. Allerdings gibt es auch Cases mit Rollen, damit ist das höhere Eigengewicht nicht mehr so relevant. Ein weiterer Nachteil ist der fehlende Stauraum. Wenn überhaupt findet man im Inneren des Cases etwas Platz für Noten oder Kabel. 

Außerdem muss man aufgrund der Produktionskosten hier natürlich wesentlich mehr Geld ausgeben als bei einem Softbag. Ein Case aus Birkenmultiplex gibt es ab ca. 140 EUR, für ein Exemplar aus Polyäthylen sind bereits über 200 EUR fällig, beides für ein Keyboard mit 61 Tasten. Soll ein E-Piano sicher verstaut werden, wird das Ganze noch etwas teurer. Für die gängigsten Instrumente gibt es spezialangefertigte Cases, so kann wiederum von perfekter Passform ausgegangen werden. 

Kann ich mir mein Case selbst konfigurieren?

Wer ein individuelles Case für sein Keyboard oder seinen Synthesizer haben möchte, kann sich bei Thomann in der Case-Factory sein Wunsch-Case zusammenstellen. Neben den zentimetergenauen Maßen lassen sich auch das Material, die Farbe und selbst die Verschlüsse und Griffe frei wählen. Außerdem kann man auch Rollen anbringen lassen. Für weniger als 100 EUR steht dem pinken Traum-Case somit nichts mehr im Wege.

Schlusswort

Das Angebot an verschiedenem Transportschutz für Keyboards und Synthesizer ist heutzutage riesig, da ist auf jeden Fall etwas für jeden dabei. Damit du die richtige Entscheidung triffst mache dir zunächst klar, welche Art am besten zu deinen Transportanforderungen passt. Auf diese Weise findest du leicht den besten Schutz für dein Instrument. Spätestens mit der Thomann-Case-Factory kannst du dir einfach das für dein Instrument perfekte Case bauen lassen, schnell und einfach.

Viel Spaß beim Transportieren! 

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