Feature
5
19.06.2019

Die besten Plattenspieler und DJ-Turntables 2019

DJ-Plattenspieler für Vinyl- und DVS-DJs

Ein guter Schallplattenspieler hat auch heute noch seine Berechtigung. Vinyl liegt wieder schwer im Trend und in Verbindung mit einem DVS machen Turntables nicht nur für Musikfreaks, sondern auch für DJs weiterhin Sinn. Das Angebot ist breit gefächert und die Preise fallen sehr unterschiedlich aus. Optimal ist ein Gerät, das gute Leistung mit ordentlicher Qualität verbindet und im Idealfall dabei noch günstig im Preis ist.  

Quick Facts DJ-Plattenspieler

DJ-Plattenspieler sind nach wie vor ein wichtiges Werkzeug für viele DJs. An taugliche Turntables werden so einige Anforderungen gestellt. Besonders wichtig ist der Pitch-Regler, mit dem das Tempo der laufenden Schallplatte manipuliert wird. Das Starten und Stoppen des Tonträgers sollte ebenfalls sehr zügig geschehen. Auch beim „Anstupsen“ und Abbremsen der Platte (wichtig, um den Beat zu halten) muss man volle Kontrolle über das Vinyl behalten.

Für DJs ist es sehr wichtig, dass die Schallplatte sauber weiter läuft, nachdem diese „festgehalten“ und dann wieder losgelassen wird. Gute Plattenspieler werden von einem Motor direkt angetrieben und haben einen sehr präzisen Gleichlauf. Einige Modelle haben einen geschwungenen Tonarm, bei anderen ist dieser gerade geformt. Die Form des Tonarms entscheidet über das sogenannte System und die Nadel, die benutzt werden sollen.

Mix-DJs bevorzugen in der Regel Geräte mit geschwungenem Tonarm, während Scratch-DJs häufig Turntables mit geradem Tonarm den Vorzug geben. Damit die Nadel fest in der Rille sitzt, muss man das Gegengewicht am Tonarm genau einstellen können. Wichtig in diesem Zusammenhang ist auch das „Antiskating“, eine von der Tonarmstellung abhängige Gegenkraft. Bei Techniken wie Scratching darf die Nadel nicht springen, tiefe Frequenzen und Resonanzen sollten ebenfalls nicht zu stark auf die Nadel und den Tonarm einwirken.

Gute Stabilität ist bei einem DJ-Plattenspieler eine weitere Voraussetzung. Dafür sollten die Füße über eine gute Dämpfung verfügen und idealerweise auch noch in der Höhe justierbar sein. Einige Geräte haben einen Phono-Vorverstärker eingebaut und liefern damit direkt ein Ausgangssignal mit Line-Pegel.

Unsere Empfehlungen

DJ-Plattenspieler im Preisbereich von 100 bis 350 Euro

Stanton T.62 M2

Mit seinem niedrigen Preis von unter 200 Euro ist der Stanton T.62 M2 ein Plattenspieler, der für Anfänger bereits die wichtigsten Eigenschaften mitbringt, die für den Einstieg in die Welt des Mixing und Scratching entscheidend sind. Der Tonarm ist gerade und hat den Tonabnehmer bereits vorinstalliert. Das bedeutet in der Praxis, dass der Plattenspieler quasi direkt ausgepackt und angeschlossen werden kann. Das Layout des Stanton ermöglicht das Aufstellen in der Battle-Position, genau so wie viele Hip-Hop-DJs das bevorzugen. Der größte Wermutstropfen ist der etwas schwache Direktantrieb. Das macht sich in erster Linie beim Anhalten und wieder Loslassen der laufenden Platte bemerkbar, das Anstupsen und Abbremsen mit der Hand (wichtig fürs Mixen) funktioniert mit dem notwendigen Fingerspitzengefühl aber trotzdem gut. Wer in die Welt des DVS reinschnuppern möchte, findet hier eine als Bonus eine passende Software im Lieferumfang.

Audio-Technica AT-LP120-USBHC

Der AT-LP120-USBHC  ist günstig und kommt mit einigen sehr schönen Features daher. Der geschwungene Tonarm ist in der Höhe verstellbar, das Gleiche gilt für die Füße. Ein Tonabnehmer ist vorinstalliert. Ein Phono-Vorverstärker ist bereits integriert, damit kann man den Plattenspieler ohne Sorgen in vielen Setups benutzen. Ein eingebautes USB-Interface ist sehr praktisch, um auf die Schnelle eine Platte am Computer aufzunehmen. Die Tonarmhöhe muss vor dem Start justiert werden, das hält gerade Anfänger ein bisschen auf. Dafür können sich Besitzer über die Abdeckhaube aus Acryl freuen – keine selbstverständliche Beigabe, besonders bei einem Preis von unter 250 Euro. Für das Geld wirklich ein klasse Turntable, hier getestet.

Pioneer DJ PLX-500

Der PLX-500 von Pioneer DJ ist ein wirklich guter Plattenspieler und kostet gerade mal knapp über 300 Euro. Die Verarbeitung ist solide, der Klang überzeugt, ein passender Tonabnehmer ist ebenfalls im Lieferumfang enthalten und der Plattenspieler hat eine super Dämpfung gegen störende Vibrationen. Selbst an eine Abdeckhaube wurde gedacht! Der Tonarm driftete beim Bonedo-Test nach außen, trotzdem wurde dem Plattenspieler eine sehr überzeugende Performance attestiert. Egal ob Mixing oder Scratching, der PLX-500 ist ein toller Allrounder und spielt mit seinen Eigenschaften schon fast in der Profiliga mit. Ein Audiointerface steckt auch noch drin und macht das Digitalisieren von analogen Tonträgern zu einer sehr bequemen Angelegenheit. DVS steht damit ebenfalls nichts im Wege, Pioneer DJ hat da ja mit „rekordbox DJ“ die passende Software gleich im Repertoire. Die muss allerdings optional erworben werden, was sich in diesem Fall auf ungefähr 200 Euro zusätzlich beläuft. 

Numark NTX1000

Der Pitch des Numark NTX1000 ist sehr raffiniert, gleich drei verschiedene Stufen (+/-8, 16 und 50 Prozent) findet man nicht überall. Im Bonedo-Test bescheinigte unser Autor dem Motor eine sehr beeindruckende Zugkraft – für DJ-Plattenspieler eine sehr wichtige Eigenschaft. Die Qualität und Lagerung des Tonarms überzeugen hier auch und eine regelbare Start- und Stoppzeit sind genau so wie der umfangreiche Pitch eine Besonderheit. In dem Plattenspieler steckt eine Soundkarte, die nur 16 Bit beherrscht und die Anschlüsse sind etwas schwer zugänglich. Ein Deckel ist mitgeliefert und für circa 350 Euro ist dieser Numark durchaus eine Anschaffung wert.

Numark PT01 Scratch

Portablism wird immer beliebter, da darf natürlich auch in dieser Hinsicht eine Empfehlung nicht fehlen. Der Numark PT01 Scratch nimmt definitiv eine Sonderstellung ein und das aus zwei Gründen: Zum einen, weil dieses Gerät in erster Linie für das mobile Scratchen von Platten im Single-Format konzipiert ist und zum anderen, weil es sowohl für Anfänger als auch Profis die augenblickliche Referenz darstellt. Für nicht mal 130 Euro kann man mit diesem tragbaren und batteriebetrieben Spieler loslegen – ein klasse Geschenk für jeden Vinylfreak und Scratch-Liebhaber. Wer mit tragbaren Plattenspielern aus Plastik nichts anfangen kann, liest jetzt einfach weiter – angehende Portablists checken unseren Testbericht.

DJ-Plattenspieler im Preisbereich von 350 - 600 Euro

Stanton ST.150M2 / Stanton STR8.150M2

Stanton  liefert mit dem ST.150M2 und dem STR8.150M2 zwei Turntables ab, die im Kern gleich sind, aber jeweils mit einem individuellen Design des Tonarms ausgestattet sind. Die zwei Plattenspieler zeichnen sich durch einen rauscharmen integrierten Phono-Preamp aus, den man wahlweise benutzen kann. Schwere Plattenteller und die solide Konstruktion des Gehäuses sind weitere Pluspunkte. Ein guter Schutz vor Bass-Feedback und hochwertige Tonarme gelten ebenfalls für beide Modelle. Toll ist auch die Reverse-Funktion. Mit einem einem Doppelklick auf die Start/Stopp-Taste dreht sich das Vinyl rückwärts. Wer die Plattenspieler in der Battle-Position aufstellt, vermisst vielleicht eine zusätzliche zweite Taste zum Starten und Stoppen. Der Power-Schalter und Brake-Knopf sind etwas schwierig zugänglich. Das sind aber auch schon die wesentlichen Kritikpunkte. Für knapp 400 Euro wird hier so einiges geboten. Wer lieber mixt, nimmt den ST.150M2, scratchende DJs entscheiden sich für den STR8.150M2. Hier könnt ihr unseren Stanton ST.150M2 / Stanton STR8.150M2 Doppeltest lesen. 

Reloop RP-7000 MK2

Für nicht ganz 500 Euro bekommt man mit dem Reloop RP-7000 MK2 einen sehr guten Plattenspieler, der mit einer ganzen Reihe von tollen Leistungsdaten und Features auf sich aufmerksam macht. Zwei Start/Stopp-Tasten, ein starker Motor, eine sehr variable Pitch-Range, einstellbarer Torque und Brake, stabiler Gleichlauf, eine interne Erdung, Reverse-Knopf und mehr zeigen die Qualitäten der RP-7000. Einen Singlepuck müssen sich zukünftiger Besitzer optional zulegen, der ist nämlich nicht im Lieferumfang enthalten, eine Staubschutzhaube fehlt auch. Sehr kleine Opfer, die man für einen echt klasse Turntable in Kauf nehmen muss. 

Denon DJ VL12 Prime

Denon DJ präsentieren mit dem VL12 Prime ein Gerät, das nicht nur mit sehr modernem Design herkommt, sondern auch sehr gute Leistung auf den Tisch bringt. Das Gehäuse ist robust und schwer und steht auf schockabsorbierenden Füßen. Der massive Plattenteller wird mit RGB-Licht illuminiert. Der Motor hat Kraft und in jeder Position des Pitches ist ein Quarz-Lock möglich. Das Aufstellen in Battle-Position wird durch die Konstruktion nicht durch störende Kabel behindert. Das Antiskating ist nicht ganz ausgereift, schmälert den ansonsten hervorragenden Eindruck nur minimal. Der Denon wird nicht mit einer Abdeckhaube geliefert. Der Preis beträgt nicht mal 600 Euro – unterm Strich ist der Denon DJ VL12 Prime ein sehr empfehlenswerter Plattenspieler.

DJ-Plattenspieler im Preisbereich ab 600 Euro

Pioneer DJ PLX-1000

Der Technics SL-1210 MK2 ist der berühmteste (DJ-) Turntable aller Zeiten. Fast alle hier vorgestellten Vinyl-Spieler orientieren sich mindestens in Bezug auf das Design an diesem Giganten. Pioneer DJ wiederum haben sich mit ihrem Equipment an die vorderste Front im DJ-Sektor gespielt. Mit dem PLX-1000 haben sie einen Plattenspieler auf den Markt gebracht, der als eine ernstzunehmende Alternative zu dem Technics Klassiker gilt. Die Verarbeitung stimmt und bietet ein robustes und massives Chassis. Vibrationen werden hervorragend gedämpft, der geschwungene S-Tonarm zeichnet sich durch eine gute Isolation und Dämpfung aus. Der Klang ist klasse, die Pitch-Range sehr variabel und für das Tempo gibt es eine Reset-Taste. Der Motor und sein starkes Drehmoment begeistern ebenfalls. Der Preis? Etwas über 600 Euro. 

Technics SL-1200GR

Was wäre eine solche Liste ohne das „Original“? Technics hat allen vorgemacht, wie ein DJ-Plattenspieler zu sein hat. Minimale Updates kamen mit verschiedenen Revisionen, dann wurde die Produktion vorübergehend eingestellt, nur um dann mit dem SL-1200GR wieder aufzuerstehen. In unserem Testbericht konnte der Autor nichts Negatives finden – außer den saftigen Preis von 1.499 Euro. Wer über das notwendige Kleingeld verfügt, überlegt vermutlich nicht zweimal. Alle anderen suchen nach einem gebrauchten SL-1210 MK2 oder entscheiden sich für ein moderne Alternative von anderen Herstellern, die weitaus günstiger ausfällt und in Bezug auf die Leistung mithalten kann.

Verwandte Artikel

User Kommentare