Anzeige

Die Tricks der Studiobassisten #4: Power Metal Bass-Workshop

Inzwischen sind wir vollends in rockigen Gefilden angekommen, und jetzt wird es mit einem satten Power Metal-Groove auch noch etwas schneller. Die 16tel-Kickdrum fliegt uns um die Ohren – da ziehen wir als versierte (Studio-)Bassist:innen natürlich mit!

Die Tricks der Studiobassisten #4: Power Metal Bass-Workshop

Unsere Akkorde sind natürlich auch dieses Mal wieder | C | Am | F | Dm G | als Ausgangsbasis. Allerdings hat sich unser imaginärer Produzent etwas ganz Besonderes ausgedacht: Er möchte später eventuell eine Melodie darüber setzen, die es verlangt, etwas unkonventionell im Takt zu wechseln. Das heißt, wir müssen mit unserem Timing und den Zählzeiten fest im Sattel sitzen, denn bei dem schnellen Tempi verliert man schon gerne mal den Überblick darüber, wo die 1 des Taktes liegt.

Um begreifen zu können, auf welchen Zählzeiten die Akkorde wechseln, zeige ich die Akkordfolge besser einmal in ausnotierten Viertel-Zählzeiten auf:

| C C C C | C Am Am F | F F F F | F F F F | Dm Dm/F Dm/F G | G G G G | G G G G |

Audio Samples
0:00
Power Metal Playback ohne Bass

Eine Besonderheit möchte ich noch erwähnen: Damit etwas klangliche Abwechslung hinzukommt, hat sich der Produzent gedacht, in Takt 6 den D-Moll-Akkord auf den Zählzeiten 2 und 3 als sog. “Slashchord” klingen zu lassen. Die Akkord-Schreibweise Dm/F spricht man “D-Moll über F” aus. Über dem Strich steht somit der Akkord und die ausgedrückte Funktion (hier II. Stufe). Der Buchstabe unter dem Strich bezeichnet lediglich den Basston, der unter dem Akkord zu hören sein soll.

Taucht so ein Slashchord also einmal in einem Sheet auf, so sollten wir Bassisten ganz genau hinsehen und in diesem Fall den Ton unter dem Strich spielen, damit der vom Arrangeur gewünschte Gesamtklang entstehen kann.

Der Ton unterhalb des Striches muss natürlich nicht immer die Terz sein, es kann auch durchaus mal eine Quint oder ein anderer Ton dort vorkommen. Hier in unserer Basslinie steigen wir jedoch in Takt 6 auf der Zählzeit 2 vom Grundton “D” auf die Terz “F” um, was sich sicherlich erst einmal ungewohnt anfühlen und anhören wird.

Audio Samples
0:00
Power Metal Playback mit Bass

Damit die typischen 16tel des Power Metals schön zusammen mit der Double-Bassdrum ballern, verwende ich abermals ein Plektrum und einen Sound, der diesmal bewusst nicht angezerrt ist. Meistens gibt es in einer Metalband ja zwei Gitarren, die ohnehin schon ein massives bassiges Zerrbrett fahren. Daher wird der Bandsound meiner Erfahrung nach oft etwas verwaschen, wenn der Bass auch noch diesen Weg mitgeht. Damit es im Bassbereich klar bleibt, aber genug Substanz von unten her gegeben ist, booste ich die Frequenzen bei 120 Hz und 800 Hz etwas und verwende im Mischverhältnis der Pickups etwas mehr den vorderen Tonabnehmer.

Ich spiele hier übrigens wie immer meinen Marleaux Votan Deluxe 5-String über einen TecAmp Puma 900-Amp, über dessen DI-Ausgang ich direkt ins Pult gehe. Ergänzend setze ich den Bass-Equalizer GEB-7 von Boss für die konkrete Klangfärbung ein.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Grooven und Experimentieren!

Euer SAMY

Hier geht’s zurück zur Serien-Startseite!

Hot or Not
?
ck_bass_folge4 Bild

Wie heiß findest Du diesen Artikel?

flame icon flame icon flame icon flame icon flame icon
Your browser does not support SVG files

von Samy Saemann

Kommentieren
Kommentare vorhanden
Schreibe den ersten Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Für dich ausgesucht
Die besten Bass Riffs in Noten und Tabs – Huey Lewis and the News: „The Power Of Love“
Bass / Workshop

Mit „Power Of Love“ von Huey Lewis and the News und ihrem Bassisten Mario Cipollina stellen wir euch heute die Bassline zu einem Superhit aus den Kindertagen von MTV vor.

Die besten Bass Riffs in Noten und Tabs – Huey Lewis and the News: „The Power Of Love“ Artikelbild

Huey Lewis and the News sind eine extrem erfolgreiche Rock'n'Roll- bzw. Rhythm & Blues Band, die in den Gründertagen des "Music Television" berühmt wurden. Sie erkannten die Gunst der Stunde und gingen sehr frühzeitig eine enge Verbindung mit dem damals noch jungen Musiksender MTV ein: Huey Lewis versorgte den vielversprechenden Sender gerne mit selbst gemachten Videos, und MTV dankte es der Band mit viel Airplay über lange Zeit - und supportete somit deren epochalen Aufstieg nach Leibeskräften! Ihren Zenit erreichte die Band 1985 mit "The Power of Love" als Titeltrack für den Blockbuster-Movie "Back to the Future". Neben der Eröffnungssequenz des Films kommt der Song kurze Zeit später erneut zu Gehör - intoniert von Marty McFlys Schülerband bei einem Wettbewerb. Ausgerechnet Huey Lewis selbst sitzt in der Jury und verkündet nach wenigen Takten via Megaphon: "ZU LAUT!" Huey Lewis and the News erschienen stets wie eine eingeschworene Truppe und waren eine Band mit einer fantastischen Rhythm Section. Am Bass konnte man eine äußerst coole Erscheinung bewundern: stets adrett gekleidet, galant stoische Ruhe ausstrahlend, Kippe im Mundwinkel, obligatorische Sonnenbrille und einen Hauch Rockabilly-Look versprühend, hört der Tieftöner auf den klangvollen Namen Mario Cipollina. Er begleitete die Band von ihrem Gründungsjahr 1977 bis 1994.

7 Tricks, die dich wie James Jamerson klingen lassen
Workshop

Der Sound von James Jamerson ist begeisternd und stilprägend! Wie ihr den klassischen Motown-Sound auf nahezu allen Bässen hinbekommt, erfahrt ihr in diesem Workshop.

7 Tricks, die dich wie James Jamerson klingen lassen Artikelbild

Bass spielen wie James Jamerson auf den alten Motown-Hits - davon träumen viele Tieftöner! Doch wie kommt man dem legendären Motown-Basssound nahe, mit dem James Jamerson in den 50er-, 60er- und 70er-Jahren Künstler wie Stevie Wonder, Marvin Gaye, Mary Wells, Rick James, Diana Ross, The Supremes, Smokey Robinson, The Temptations, The Four Tops, The Miracles, Jackson 5 oder Gladys Knight & the Pips begleitete und damit nicht nur den Sound einer ganzen Generation entscheidend prägte, sondern auch bis zum heutigen Tage Bassisten auf der ganzen Welt beeinflusst. In diesem Workshop soll es weniger um Jamersons fantastische Spielweise, seine phänomenale Tonauswahl und sein untrügerisches Gespür für Rhythmik gehen - dafür haben wir für euch diesen Workshop im Repertoire - sondern um Tricks, wie man sich dem typischen Basssound dieses stilprägenden Bassisten nähern kann. Auf geht's!

Bonedo YouTube
  • Markbass Little Mark 58R - Sound Demo (no talking)
  • Darkglass Microtubes Infinity - Sound Demo (no talking)
  • EBS Magni 502-210 - Sound Demo (no talking)