Joonas Hahmo alias Hahmo DSP widmet sich mit seinem Plugin SuperClassic em klassischen Supersaw-Oszillator. Der Software-Synth geht auf den Roland JP-8000 von 1997 zurück und bietet bis zu 32 Stimmen – womit der Entwickler den Supersaw-Oszillator damit auf ein neues Level heben will. SuperClassic ist das erste Plugin der jungen finnischen Schmiede.

- Exzellenter Supersaw-Klang
- SuperDrift Control
- Pads und Leads
- Einfache Bedienung
- Klanglich zu spezialisiert auf Saw-Osc
Hahmo DSP SuperClassic – ein Clone des Roland JP-8000?
Einen virtuellen JP-8000 dürft ihr bei SuperClassic keinesfalls erwarten. Im Mittelpunkt steht der Supersaw, ergänzt um den speziellen resonanten Hochpassfilter des Roland-Klassikers. Als Ausgangspunkt diente der klassische Supersaw-Oszillator, den der finnische Entwickler Jonas Hahmo deutlich erweitert hat:
Bis zu vier Supersaw-Oszillatoren – hier einfach Parts genannt – lassen sich stapeln, jeweils mit jeweils sieben Sägezahnwellen im Unisono. So entstehen wirklich breite und fette Stereo-Klänge. Hinzu kommen ein Noise-Oszillator mit Resonanz und Key-Tracking sowie flexible Sub-Oszillatoren, für die per Shape Morphing die Wellenformen Sine, Triangle, Saw und Square zur Verfügung stehen.

Die Filtersektion umfasst sechs klassische Typen: Tief, Hoch- und Bandpass mit jeweils 12 oder 24 dB Flankensteilheit. Ein schönes Gimmick ist der Live-Visualizer, der den aktuellen Filterverlauf veranschaulicht. Daneben verfügt die Engine selbstverständlich noch über je eine ADSR-Hüllkurve für Filter und Lautstärke.
Was macht SuperDrift von Hahmo DSP so besonders?
Der eigentliche Clou an SuperClassic ist der SuperDrift-Algorithmus. Er versetzt einen Oszillator nochmal extra in Bewegung. Dabei erhält jeder Oszillator im Stack seinen eigenen, unabhängigen LFO, und die LFO-Geschwindigkeiten werden mit Frequenzabständen verteilt. So wiederholt sich das Drift-Muster bei SuperClassic niemals – jede Note atmet und bewegt sich wie bei einem gut eingespielten, analogen Polysynthesizer.

Mit dem Superdrift-Regler bestimmt ihr, wie stark sich der Oszillator-Stack auffächert. Beim Aufdrehen des Reglers nehmen das klassische Detuning und auch die Intensität der Drift-LFOs gleichzeitig zu. Bei niedrigen Einstellungen entsteht ein dezenter, chorusartiger Schimmer, während höhere Werte für deutlich stärkere Bewegungen sorgen.
Was bietet der erste Synthesizer von Hahmo DSP noch?
Seit Version 1.2 verfügt über SuperClassic ein umfangreiches Effektsystem. Hier stehen euch vier Slots für sechs verschiedene Standard-Effekte zur Verfügung: Delay, Reverb, Chorus, Phaser, Drive und Drei-Band-EQ. Die Effekte lassen sich einfach programmieren und liefern auch klanglich gute Ergebnisse.

Ansonsten gibt’s noch eine Master-Sektion mit einem Limiter sowie ein Oszilloskop, das die ausgehende Wellenform anzeigt. MIDI Learn vereinfacht die Controller-Zuweisung. In der Praxis komme ich mit dem Ein-Fenster-GUI sehr gut zurecht. Die Lernkurve ist flach, sodass sich auch Einsteiger ziemlich schnell ans Synth-Programming wagen können.
Wie klingt der Supersaw-Oszillator?
Der Browser von Hahmo DSP SuperClassic präsentiert genau vier Kategorien: Bass, Lead, Pad und Pluck. In jeder Sparte findet ihr verschiedene Presets für den täglichen Bedarf. Am besten finde ich die Pads und Leads, aber auch die verschiedenen Plucks schlagen sich gut. Für tiefe und druckvolle Bässe würde ich den Synthesizer von Hahmo DSP allerdings nicht engagieren.

An den insgesamt zwölf Audio-Demos könnt ihr nachvollziehen, was den Basissound von SuperClassic ausmacht: Er klingt fett, klar und luftig!
Konkurrenzprodukte mit Supersaw
Neben Rolands ZEN-Core-System ist vor allem der Arturia Jup-8000 V ein starker Konkurrent. Schon in der Oszillator-Sektion bietet er mit Feedback Osc oder Triangle Mod mehr klangliche Möglichkeiten als der Hahmo DSP SuperClassic.
Ebenfalls interessant ist der NI SuperStarSaw, der nur etwas teurer ist und das Supersaw-Konzept moderner interpretiert.
Auch der Rave Generation VA-1000 hat einen kraftvollen Supersaw an Bord. Im Vergleich zu diesen Soft-Synths fällt der Hahmo DSP SuperClassic weniger durch seine klangliche Vielfalt als durch seinen fein abgestimmten Sound auf.

Was könnt der Hahmo DSP SuperClassic noch besser machen?
Als noch sehr junges Plugin steckt der SuperClassic noch voller Entwicklungspotenzial. Für die nächsten Monate und Jahre stehen für wir uns weitere Wellenformen und mehr Modulationsmöglichkeiten auf der Wunschliste.
Bei den Haupt-Oszillatoren dürfen es neben Pulse und PWM gern auch digitale Waves sein. Außerdem könnte der SuperClassic deutlich modulativer sein. Ich denke beispielsweise an einen flexibel programmierbaren LFO, der die Filter- und Effekt-Sektion über Modulation-Slots steuert. Auch ein Trance-Gater würde zum Konzept passen. Abgerundet würde das Ganze durch einen Arpeggiator oder Step-Sequenzer – ein Feature, über das sich nicht nur Trance-Producer freuen würden.
FAZIT Hahmo DSP
Hahmo DSP begeistert mit einem frischen Synthesizer der Extraklasse. Ohne den Roland JP-8000 im Ganzen emulieren zu wollen, liefert der SuperClassic einen fantastischen Supersaw-Sound – der natürlich vor allem in Trance, Progressive House und anderen EDM-Styles eine gute Figur macht. Für deutlich unter 100 Euro ist das ein verlockender Deal. Mit SuperClassic kauft ihr aber definitiv keinen Allrounder, sondern ein ziemlich spezielles Instrument, das von künftigen Updates klanglich profitieren dürfte.
Alles in allem legt Hamo DSP mit SuperClassic eine ziemlich gute Premiere hin – weiter so!
- VA-Synth mit Supersaw-Oszillatoren
- Systemvoraussetzungen: Ab Windows 10, Mac OS 10.14 (M1 Support), Online-Aktivierung, VST3, AU
- Herstellerseite: hahmodsp.com
- PREIS: 79 Euro (Straßenpreis vom 2.09.2026)



