Rave Generation VA-1000 Test

Rave Generation hat mit dem VA-1000 einen virtuell-analogen Software-Synth entwickelt, der sich explizit für die Produktion von 90s Clubmusik eignen soll. Die kleine niederländische Plugin-Schmiede hat bereits eine beachtliche Zahl an Instrumenten, Effekten und Tools veröffentlich – darunter zum Beispiel die Rave Station 2, die Kick BDX-909 oder auch der spezielle Filter-Effekt Sonic Sweep 2. Der VA-1000 ist nun das Highlight, auf das Techno-Fans gewartet haben. Ich bin gespannt, ob das Instrument tatsächlich so gut ist, wie die Szene behauptet.

Rave Generation VA-1000: Test. 
Die Entwickler fühlen den Rave: Rave Generation VA-1000 – virtuell-analoge Power für technoide 90s Sounds.
Unser Fazit:
3 / 5
Pro
  • Starke VA-Synthese inklusive Supersaw
  • Als FX-Plugin nutzbar
  • Rave-Sound, Gute Presets
  • Chords und Arpeggiator
Contra
  • hoher Preis
  • GUI etwas unübersichtlich
  • Preset-Management wenig komfortabel

Rave Generation VA-1000 Highlights

  • Typischer 90s-Rave-Sound
  • Viel Klangpotenzial inklusive Supersaw
  • Alle Presets dienen auch als FX-Plugin 

DETAILS & PRAXIS

Virtuell-analog – inklusive Supersaw

Die Oberfläche des Rave Generation VA-1000 erscheint auf den ersten Blick altbacken – oder positiver formuliert: konsequent im 90s-Look. Sämtliche Funktionen und Parameter sind in einer Ein-Fenster-GUI untergebracht. Bei genauerem Hinsehen täuscht der Eindruck allerdings: Die 16-stimmige Klangerzeugung bietet mitunter einen speziellen Multi-Saw-Oszillator, der bis zu neun geschichtete Sägezahnwellen erzeugt – nach dem Vorbild des Roland JP-8000.

Rave Generation VA-1000: Osc.
Starkes Argument für den VA-1000: die Oszillator-Sektion mit Ultrasaw-Unison und PWM/FM.

Generell wird schnell ersichtlich, dass die Entwickler sich von verschiedenen klassischen Synthesizern wie dem Access Virus, dem Clavia Nord Lead oder den Roland-Modellen SH-101 und Alpha Juno haben inspirieren lassen: Der VA-1000 beherrscht Osc-Hard-Sync, Ringmodulation, Noise, PWM und vieles mehr.

Ein virtuell-analoges Multimode-Filter mit FM als Option beschert klanglich tolle Ergebnisse. Zur weiteren Klanggestaltung stehen drei ADSR-Hüllkurven und ein LFO mit acht Wellenformen zur Verfügung.

Effektvoller Bonus: VA-1000 als FX-Plugin, Chord Memory und Arpeggiator

Das Plugin integriert vier Chorus-Typen, eine Alpha-Boost-Schaltung, ein Character-Delay sowie ein Ducking-Reverb. Klanglich unterstreichen diese Effekte den Rave-Charakter. Außerdem lässt sich der VA-1000 FX als Insert-Effekt für Audio-Spuren nutzen. Dabei stehen die Presets des Synthesizers bereit, während die Oszillatoren und Hüllkurven stumm bleiben. Anders formuliert: Filter, Drive, Chorus und Reverb des VA-1000 lassen sich kreativ als FX-Insert-Plugin verwenden.

Rave Generation VA-1000: FX.
Filter und Effekte des Rave Generation VA-1000 lassen sich für beliebige Audio-Spuren einsetzen.

Musikalische Inspiration erwünscht? Das Chord Memory umfasst 24 Akkordtypen, während ein Arpeggiator die gehaltenen Noten rhythmisch in die klassischen Auf- und Ab-Muster zerlegt.

Factory Presets: 90s-Rave-Sound satt

Mit seiner Klangerzeugung könnte der VA-1000 stilistisch zwar noch mehr reißen, aber das Plugin ist konzeptionell ja explizit auf Rave ausgerichtet – und das beweist die Factory Library ziemlich gut. Das Preset „Welcome to 1993“ bringt es auf den Punkt: Man fühlt sich sofort in der Hochzeit des Techno angekommen. 

Die Preset-Verwaltung ist zwar nicht so komfortabel, dafür macht es Spaß, die technoiden Patches anzuspielen. Sie klingen druckvoll und fett und sind sofort einsatzbereit. Unsere Audio-Demos bilden einen soliden Querschnitt aus Bass, Pad, Lead, Perc und FX.

Audio Samples
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LD Welcome to 1993 LD Juno BS A2 ST String Stab Perc Kick LD Pulse Lead PD Vibrato Strings STP S-Saw ST Capture SC Screech

Sauce Alternative: Rob Papen RAW

Freilich findet man am Markt heutzutage jede Menge Plugins, mit denen sich im Handumdrehen Sounds für sämtliche EDM-Sparten produzieren lassen. Der VA-1000 muss sich daher mit etablierten Syths wie Xfer Records Serum 2, reFX Nexus 5, Vengeance Sound oder Reveal Sound Spire messen – und deren klangliche Qualität erreicht er keinesfalls.

Dafür ist er preiswerter und auch einfacher zu durchschauen als die etablierten Maschinen. Interessierte können sich im Bonedo-Feature Die besten Soft-Synths für Techno, Trance & EDM im Vergleich: Wer kann mehr als Serum, Nexus 5 und Co? einen detaillierteren Überblick verschaffen.

Wer sich für den VA-1000 interessiert, sollte auch einen Software-Synth auf dem Zettel haben, der ebenfalls aus Holland kommt: Rob Papen RAW 2 auf raue Sounds spezialisiert und bietet mit über 3.000 Presets etliche Vorlagen für unter 100 Euro – das ist schon eine klare Ansage! Außerdem gibt es mit dem Hahmo DSP SuperClassic speziell für den breiten 90ies-Supersaw-Sound jüngst auch noch eine günstigere Variante.

Rave Generation VA-1000: Alternative.
Ebenfalls aus den Niederlanden: Rob Papen RAW 2.

Update-Wünsche an Rave Generation

Die Entwickler von Rave Generation sollten guten Job unbedingt fortsetzen und den VA-1000 aktualisieren. Unsere Wünsche: eine komfortablere Installation samt User-Account, eine 14-tägige Demo-Version und ein attraktiveres Design der GUI. Außerdem würden wir uns über einen Step-Sequenzer und noch mehr über einen Master-Effekt, bestehend aus Limiter und EQ, freuen. Für eine einfachere Bedienung dürfte auch das User-Manual gern überarbeitet werden – so mancher Synth-Einsteiger könnte sich von den vielen technischen Möglichkeiten des VA-1000 noch überfordert fühlen.

FAZIT: Rave Generation

Produzenten aus den Bereichen Hardstyle, Trance, Hardcore und Techno erhalten mit dem Rave Generation VA-1000 ein Instrument, das klanglich gezielt auf diese Genres zugeschnitten ist. Der Synthesizer ist ganz auf den typischen Rave-Sound ausgerichtet und punktet dabei mit einem vergleichsweise niedrigen Preis.

Wie bereits im Test angemerkt, hat mich der VA-1000 leider nicht vollends überzeugt und hinterlässt einen gemischten Eindruck: Auf der Habenseite stehen die kraftvolle und flexible Klangerzeugung sowie der klare Fokus auf elektronischen Rave-Sounds. Weniger überzeugend präsentieren sich hingegen das GUI und der Preset-Browser, die im Vergleich zu etablierten Plugins wie Serum 2 oder Nexus 5 deutlich weniger ausgereift wirken. Der VA-1000 bringt Potenzial mit und könnte mit den entsprechenden Updates künftig deutlich stärker werden.

Features

  • Virtuell-analoger Software-Synthesizer für Rave
  • Systemvoraussetzungen: Ab Windows 10, Mac OS 10.13 (M1 Support), Online-Aktivierung, VST3, AU, AAX.
  • Produktseite: ravegeneration.io/#VA-1000
  • PREIS: 129,95 Euro (Straßenpreis vom 21.08.2026)
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