Anzeige

Judas Priest “Painkiller“ auf dem Schlagzeug lernen (mit Noten und Audios)

Wir schreiben das Jahr 1990: Judas Priest, eine mittlerweile seit über zwanzig Jahren bestehende Band, macht sich an die Aufnahmen ihres mittlerweile zwölften Albums. Zum ersten Mal dabei ist ihr neuer Schlagzeuger Scott Travis, welcher erst vor kurzem als Ersatz für den langjährigen Drummer Dave Holland in die Band kam. 

Judas Priest “Painkiller“ auf dem Schlagzeug lernen (mit Noten und Audios)
Credit: https://www.discogs.com/de/master/26296-Judas-Priest-Painkiller

Im September des gleichen Jahres erscheint das neue Album “Painkiller“ mit der gleichnamigen Single-Auskopplung, in welcher es um einen Cyborg geht, der auf die Erde kommt, um die Menschheit vor der Zerstörung zu retten. Travis stellt hier schnell unter Beweis, wie er dem Sound der Band mit seinem explosiven Doublebass-lastigen Schlagzeugspiel neues Feuer verleiht. Die Band klingt hier dank Travis deutlich aggressiver und härter als zuvor – wobei Sänger Rob Halford sich hier die Seele aus dem Leib schreit und damit auch einiges dazu beiträgt. 

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Der Sound von Scott Travis auf „Painkiller“

Scott Travis´ Sound ist, passend zu seinem Spielstil, extrem explosiv. Die Bassdrums klingen mächtig, haben dabei aber einen sehr „clickigen“, höhenlastigen Sound. Dadurch bleiben auch bei schnellen Doublebass-Läufen alle Anschläge hörbar und die Bassdrums setzen sich gut im Mix durch. 

Die Snare, welche sich bei jedem Anschlag wie ein Schlag in die Magengrube anfühlt, spielt Travis hier ausschließlich auf maximaler Lautstärke. Es wirkt schon so, als wurde hier mit einem Snare-Sample (einem separat aufgenommenen Snare-Signal, welches hinterher dazu gemischt wird) gearbeitet, um den Sound der Snare noch zusätzlich zu verstärken. Passend dazu klingen die Toms sehr punchy und eher tief gestimmt. Bei der Beckenauswahl klingt es so, als hätte Travis hier auf schwere und große Becken gesetzt, welche ordentlich Lärm machen.

Das Intro von „Painkiller“ gilt als Referenz für Metal ab den 90er-Jahren 

Schon im Schlagzeug-Intro zeigt Travis deutlich, wie Power-Drumming funktioniert: schnelle 32tel Doublebass-Attacken, durchsetzt mit Akzenten auf Snare und Becken. Zunächst spielt Travis die Akzente immer mit Snare und China, bis er dann nach zwei Takten anfängt, die Snare mit unterschiedlichen Crashbecken zu doppeln. Am Ende gibt es dann ein flottes Fill aus linearen 32tel-Noten, welche Travis in Vierergruppen über Snare, Toms und Bassdrums verteilt.

Travis improvisierte diesen Part als eine Art Aufwärmübung, während die Mikrofone eingepegelt wurden – schließlich landete er auf dem finalen Song und fungiert sogar als Opener für das gesamte Album.

Painkiller – Intro
Painkiller – Intro
Audio Samples
0:00
Intro – 120bpm Intro – 100bpm

Nach diesem fordernden Drumpart geht Travis dann in einen etwas straighteren Rhythmus über, um das erste Riff einzuleiten. Er verringert das Tempo fließend und spielt jetzt durchgehende 16tel-Noten mit den Bassdrums. Dazu spielt er auf der halb offenen Hi-Hat und setzt treibende Snare-Akzente. Nach einem kurzen Fill-In aus 16tel-Noten auf Snare und Bassdrums steigen auch Gitarren und Bass ein.

Intro – Teil 2
Intro – Teil 2
Audio Samples
0:00
Intro Teil 2 – 103bpm Intro Teil 2 – 85bpm

Beim ersten Riff bleibt Travis bei den 16tel-Bassdrums und der halb offenen Hi-Hat. Die Snare-Akzente spielt er jetzt straighter auf allen Vierteln, um eine simplere Basis für die Gitarren zu liefern, welche jetzt mehr in den Fokus rücken. 

Riff
Riff
Audio Samples
0:00
Riff – 103bpm Riff – 85bpm

Im Vers, wo Rob Halford mit seinem charakteristischen Gesang einsteigt, wechselt Travis dann zu straighteren Snare-Backbeats, um den Part noch etwas mehr anzutreiben. 

Painkiller – Verse Groove
Verse
Audio Samples
0:00
Verse – 103bpm Verse – 85bpm

Im Chorus wird es dann wieder richtig anspruchsvoll – Travis spielt 16tel-Triolen mit den Bassdrums, während er die Position der Snare-Akzente von Takt zu Takt variiert. Mit zwei Achtel-Akzenten auf Snare und China geht es dann in die nächste Strophe.

Chorus
Chorus
Audio Samples
0:00
Chorus – 103bpm Chorus – 85bpm

Nach dem zweiten Chorus geht die Band in einen C-Part mit mehrstimmigem Gesang. Travis spielt hier wieder die 16tel-Triolen in den Bassdrums mit der Snare auf allen Vierteln. Allerdings unterbricht er diesen Groove immer wieder durch schnelle 32tel-Fill-Ins, welche wir schon aus dem Intro kennen. Der Wechsel von den 32tel-Bassdrums zu den 16tel-Triolen ist schon eine besondere Herausforderung.

C-Part
C-Part
Audio Samples
0:00
C-Part – 103bpm C-Part – 85bpm

Nach dem C-Part wartet eine besondere Herausforderung

Anschließend kommt wieder eine besonders schwierige Stelle: Nach zwei Takten durchgängiger 16tel-Triolen in den Bassdrums spielen Gitarren und Drums ein Unisono Fill-In, während sie nach und nach das Tempo erhöhen. 

Painkiller – Tempo Shift
Painkiller – Tempo Shift
Audio Samples
0:00
Painkiller – Temposteigerung – 103bpm Painkiller – Temposteigerung – 85bpm

Später im Song gibt es wieder ein Break, wo Gitarren und Drums unisono Akzente setzen. Travis spielt die Akzente mit Snare und Floortom, während er die Hi-Hat in Achteln tritt. Nach einem halbtaktigen Fill aus 16tel-Triolen geht es dann in einen treibenden Groove mit 16tel-Bassdrum. Travis spielt hier das Floortom in Achtelnoten durch und setzt straighte Backbeats mit der Snaredrum. 

Break & Tom-Beat
Break & Tom-Beat
Audio Samples
0:00
Break & Tom-Beat – 103bpm Break & Tom-Beat – 85bpm

Am Ende des Songs gibt es nochmal ein paar sehr wilde Drumfills, auf die ich hier nochmal genauer eingehen will. Das erste ist ein lineares zweitaktiges Fill-In, bestehend aus 32tel-Noten – 

Travis verteilt schnelle Einzelschläge auf Snare, Toms und Bassdrums und schließt das Fill mit zwei Achtel-Flams auf der Snare ab. 

Fill-ins am Ende – Beispiel 1
Fill-ins am Ende – Beispiel 1
Audio Samples
0:00
Fill-ins am Ende – Beispiel 1 – 103bpm Fill-ins am Ende – Beispiel 1 – 85bpm

Das zweite Fill-In spielt Travis kurz vor Schluss – er spielt wieder lineare 32tel-Noten auf Snare, Toms und Bassdrums. Allerdings benutzt er jetzt eine etwas ausgefallenere Aufteilung: Wo er beim Fill-In davor noch mit geraden Gruppierungen wie zum Beispiel zwei, vier oder sechs Schlägen gearbeitet hat, spielt er jetzt ungerade Gruppierungen. Jetzt verteilt er fünf Schläge auf Snare und Toms und setzt dann drei Schläge mit den Bassdrums dazwischen. Zudem startet er das Fill im freien Tempo sehr langsam und beschleunigt es dann immer weiter. 

Achtung: Travis startet das Fill eine 32tel-Note vor der „1“. In meiner Notierung starte ich aber auf der „1“, daher sind es erstmal nur vier Schläge auf Snare und Toms, bevor die drei Bassdrum-Schläge kommen.

Fill-ins am Ende – Beispiel 2
Fill-ins am Ende – Beispiel 2
Audio Samples
0:00
Fill-ins am Ende – Beispiel 2

Und das waren die Grooves und Fill-Ins von “Painkiller“. Eine echte Herausforderung am Schlagzeug und ein perfekter Einstand für Travis Scott bei Judas Priest. Ich wünsche euch ganz viel Spaß beim Nachtrommeln!

Hot or Not
?
Judas Priest “Painkiller“ auf dem Schlagzeug lernen (mit Noten und Audios)

Wie heiß findest Du diesen Artikel?

Kommentieren
Schreibe den ersten Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Bonedo YouTube
  • Paiste Giant Beat: 26" to 18" Comparison #paistecymbals
  • Paiste Giant Beat Cymbals – Can They Bring John Bonham Back?
  • Istanbul Agop Traditional Groove Pack