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Test: Paiste Giant Beat – Überzeugen die legendären Becken auch heute noch?

Heute haben wir Paiste Giant Beat Becken im Test. Diese Serie hat vor allem durch Led-Zeppelin-Drummer John Bonham Geschichte geschrieben. Genau wie seine 6,5er Ludwig LM402 Supra-Phonic Snare gelten die Giant Beats bis heute als wichtiger Bestandteil des Sounds der Band. Für wen sich die Becken eignen und was sie sonst noch ausmacht, erfahrt ihr hier.

Paiste Giant Beat Cymbals Test
Unser Fazit:
4,5 / 5
Pro
  • sehr gute Verarbeitung
  • sehr gute tonale Abstimmung
  • breites Modellangebot
  • toller Retro-Charakter
Contra
  • 18er Thin etwas unsouverän bei lauten Schlägen

Paiste Giant Beat – das Wichtigste in Kürze

  • Aus welchem Material bestehen die Giant Beat Cymbals? Die Giant Beats werden aus B8, bzw. „2002“-Bronze in der Schweiz gefertigt.
  • Für welche Musikarten eigenen sich die Becken? Classic Rock, Stoner, Blues – also mittlere bis lautere Musikarten sind gängige Einsatzzwecke, aber auch für Studioarbeit eignen sich die Giant Beats durch ihren kontrollierten Sound sehr gut.
  • Was sagt der Test? Besonders bei den Multi-Modellen kommt der „Led-Zeppelin“-Charakter direkt durch. Alle Becken sprechen sehr gut an und lassen sich auch wunderbar aufnehmen. Nur das 18er Thin war etwas weniger überzeugend. 

Die Giant Beats gab es das erste Mal 1967 

Wirft man einen Blick in die Geschichte, war die erste Produktionsphase der Giant Beats tatsächlich gar nicht so lang. Paiste stellte sie bereits 1974 wieder ein, da andere Serien, insbesondere die heller und prägnanter klingenden 2002 Becken, immer populärer wurden. 2005 wurden die Giant Beats wieder ins Programm aufgenommen und der Schweizer Hersteller ergänzte die Serie in den folgenden Jahren sogar noch um weitere Modelle.

Eines der prägnantesten Beckenlogos überhaupt: der legendäre Giant-Beat-Schriftzug.
Eines der prägnantesten Beckenlogos überhaupt: der legendäre Giant-Beat-Schriftzug.

Die ursprünglichen Giant Beats, die 1967 eingeführt wurden, waren:

Artikelbild
24" Giant Beat Multi Ride
Für 479,00€ bei
  • 14″ & 15″ Hi-Hat
  • 18″ Giant Beat Multifunction
  • 20″ Giant Beat Multifunction
  • 24″ Giant Beat Multifunction

Das aktuelle Lineup besteht darüber hinaus aus einem 19″ & 26″ Multi, einem 18″ und 20″ Thin sowie einer 16″ Hi-Hat. Mit Ausnahme der 14″ Hi-Hat hat mir Paiste die komplette Serie zur Verfügung gestellt.

Hier gut zu erkennen: Die Hämmerung findet vor allem auf der Oberseite statt.
Hier gut zu erkennen: Die Hämmerung findet vor allem auf der Oberseite statt.

Crash oder Ride? Multi!

Mit der Bezeichnung Multifunction bzw. einfach „Multi“, wie die Becken üblicherweise bezeichnet werden, weist der Hersteller auf den vielfältigen Einsatzzweck hin. Denn besonders die großen Becken (ab 22“ aufwärts) lassen sich sowohl für Ride-Arbeit als auch schön angecrasht spielen. Eigenschaften, die auch in zeitgemäßer Rockmusik wieder schwer angesagt sind. Ich würde mich sogar so weit aus dem Fenster lehnen und behaupten, dass das 24″ Giant Beat Multi eines der ersten echten Crash-Rides im Rockbereich war.

Die Glocken sind abgedreht, aber nicht gehämmert.
Die Glocken sind abgedreht, aber nicht gehämmert.

Als Grundmaterial greift Paiste auf Bewährtes zurück

Die Giant Beats bestehen aus B8 beziehungsweise 2002-Bronze, wie Paiste sie nennt. Das Hammering auf den Oberseiten wirkt sehr gleichmäßig und wird maschinell unterstützt. Was ich ebenfalls interessant finde, ist die unterschiedliche Farbgebung der einzelnen Modelle. Ich bin mir nicht ganz sicher, wodurch das verursacht wird, habe aber gehört, dass Paiste während des Herstellungsprozesses thermische Verfahren einsetzt.  

Abgesehen von den Farbabstufungen innerhalb der Modelle und dem prägnanten Logo-Schriftzug finden sich auf keinem der Multi-Becken und Hi-Hat-Modelle Größenangaben. Lediglich die zwei hinzu gekommenen Thin-Modelle tragen den gleichnamigen Stempel und die Hi-Hats den Zusatz „Top“ und „Bottom“. Die Verarbeitungsqualität aller Becken ist makellos, mit runden Mittellöchern und ebenen Kanten.

Mit Modellen zwischen 18“ und 26“ hat man fast nur gerade Größen, nur das 19“ Multi ist ein Ausreißer.
Mit Modellen zwischen 18“ und 26“ hat man fast nur gerade Größen, nur das 19“ Multi ist ein Ausreißer.

Gewichtstechnisch befinden sich alle Becken im mittelleichten bis mittleren Bereich, selbst das imposante 26er Multi bleibt deutlich unter 4kg. Die genauen Gewichte aller Testbecken findet ihr wie immer in den Spezifikationen.

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Die Paiste Giant Beats in der Praxis

Was direkt auffällt, ist der volle Sound der Giant Beats, der um eine gewisse silbrig-helle, Paiste-typische Note ergänzt wird. Sie klingen in meinen Ohren zwar etwas gedeckter und nicht ganz so „high-end“-mäßig wie andere Paiste-Serien, zum Beispiel die Signature- oder Formula 602-Linie, aber auch keineswegs aggressiv oder harsch. Trotzdem eigenen sie sich sehr gut für dynamisches Spiel und auch für höhere Lautstärken. Auch die tonale Abstimmung zwischen den verschiedenen Becken finde ich sehr gelungen, so lassen sich aus den unterschiedlichen Größen sehr homogen klingende Sets zusammenstellen.

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Mehr Informationen

Die Glocken der Multi-Becken sind definiert, wirken aber eher in den Gesamtsound integriert. Wer also ein Crash/Ride mit einer prägnanten und herausstechenden Bell sucht, ist hier an der falschen Adresse. Dafür bekommt man eine schöne Mischung aus einem relativ kontrollierten Ridesound auf der Fläche und einem sehr schönen Crashsound – sogar beim großen 26″. Das einzige Modell, das mir beim härteren Anschlagen etwas zu hell und nicht besonders substanzreich vorkam, war das 18″ Thin.

Die beiden „Thin“-Modelle sind generell eher als Crashes anzusehen. Im Direktvergleich haben beide Multi-Modelle etwas mehr Fleisch, was mir persönlich mehr zusagt.

Die beiden Giant Beat Hi-Hats

Die 15“ und 16“ Hi-Hats klingen sehr seidig und kontrolliert und beide Paare schließen sauber ab. Hi-Hat-Öffnungen klingen eher hell, und auch das getretene Signal ist gut artikuliert, wenn auch nicht übermäßig laut. Auffällig finde ich, dass sich auch das etwas schwerere 16er-Modell sehr leicht und direkt spielen lässt. Für aggressivere Musikstile könnten beide Hi-Hats allerdings eine Spur zu „zahm“ sein. Vielleicht ist das auch der Grund, warum John Bonham seinerzeit auf ein 15“ 2002 Sound Edge Modell wechselte, sobald dieses verfügbar war.

Die Hi-Hats spielen sich sehr leicht und direkt.
Die Hi-Hats spielen sich sehr leicht und direkt.

Für die folgenden Soundfiles habe ich alle Becken einzeln aufgenommen, darüber hinaus könnt ihr euch verschiedene dreiteilige Setups anhören. Außerdem gibt es einen Vergleich zwischen dem 18″ Multi und Thin sowie zwischen dem 20″ Multi und Thin.

Audio Samples
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Set 1 – 15″ Hi-Hat, 20″ und 24″ Multi Set 2 – 15″ Hi-Hat, 18″ und 22″ Multi Set 3 – 15″ Hi-Hat, 19″ und 26″ Multi Vergleich 20″ Multi & 20″ Thin Vergleich 18″ Multi & 18″ Thin
Alle Becken haben perfekt ebene Kanten und liegen plan und gleichmäßig auf.
Alle Becken haben perfekt ebene Kanten und liegen plan und gleichmäßig auf.
Audio Samples
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15″ Hi-Hat 16″ Hi-Hat 26″ Multi 24″ Multi 22″ Multi 20″ Multi 20″ Thin 19″ Multi 18″ Multi 18″ Thin

Was gibt es für Alternativen zu den Giant Beats?

Wenn man bei Paiste bleiben möchte, wäre mein erster Tipp, die 2002 Big Beat Modelle anzuspielen. Sollte es insgesamt kräftiger zugehen, kommt man um die größeren Modelle aus der 2002er Classic Serie nicht herum, wie sie zum Beispiel bei Ian Paice am Set hängen. Von Zildjian gab es ein paar Jahre lang die A Avedis Serie, die in eine ähnliche Richtung wie die Giant Beats geht, mit multifunktionellen Modellen und eher hellen Sounds, allerdings wurde diese Linie mittlerweile wieder eingestellt. Recht klassisch klingen außerdem die Zultan CS Becken aus türkischer B25-Bronze. Ein weiterer Anspieltipp ist die Ufip Class-Serie, die im Rotocasting-Verfahren in Italien gefertigt wird. 

Die beiden Thin-Modelle in 20" und 18".
Die beiden Thin-Modelle in 20″ und 18″.
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Fazit

Der Retro-Hype im Bereich Drums macht auch vor Becken nicht halt, mit den Giant Beats kann man sich den Sound von Led Zeppelin / John Bonham nach Hause ans eigene Set holen. Insbesondere die Multi-Modelle zwischen 20 und 26 Zoll haben mir richtig Spaß gemacht! Die beiden „Thin“-Becken in 18“ und 20“ sind eher als Crashes zu betrachten, während bei den Multis von durchgecrashten Passagen über feine Ride-Arbeit quasi alles möglich ist. Dabei sprechen alle Modelle gut an und sind tonal sehr gut abgestimmt. Die Hi-Hats klingen eher hell und kontrolliert, sie könnten für sehr harte Spielweisen etwas zu „zahm“ sein, auch das 18er Thin fand ich bei sehr lauten Schlägen etwas unsouveräner als den Rest.

Wer wie ich fast nur handgehämmerte B20-Becken spielt, dem fällt schon die andere Klangästhetik und das etwas andere Spielgefühl auf. Nichtsdestotrotz bieten die Giant Beats einen absolut zeitlosen Sound. Meine Favoriten waren das 24“ und das 20″ Multi sowie die 15″ Hi-Hat. Wenn ich mich für nur eines entscheiden müsste, wäre es das 24″ Multi.

Preislich sind die Giant Beats sicherlich keine Schnäppchen, aber auch nicht völlig unerschwinglich. Das 20″ Multi liegt beispielsweise aktuell bei 359 Euro, das 24″ Multi und die 15″ Hi-Hat jeweils bei 479 Euro.

Breite Modellauswahl und toller Retro-Charakter – besonders die Giant Beat Multis stechen im Test hervor.
Breite Modellauswahl und toller Retro-Charakter – besonders die Giant Beat Multis stechen im Test hervor.
  • Hersteller: Paiste
  • Serie: Giant Beat
  • Herkunftsland: Schweiz
  • Material: CuSn8 Bronze (B8)
  • Gewicht: Medium-Thin bis Medium
  • Gewicht der Testbecken
  • 15“ Hi-Hat 976 / 1274 g
  • 16“ Hi-Hat 1147 / 1510 g
  • 18“ Thin 1209 g
  • 18“ Multi 1316 g
  • 19“ Multi 1535 g
  • 20“ Thin 1670 g
  • 20“ Multi 1824 g
  • 22“ Multi 2431 g
  • 24“ Multi 2914 g
  • 26“ Multi 3862 g
  • Preise: (Verkaufspreise August 2026)
  • 15“ Hi-Hat EUR 479,-
  • 16“ Hi-Hat EUR 529,-
  • 18“ Thin EUR 319,-
  • 18“ Multi EUR 325,-
  • 19“ Multi EUR 339,-
  • 20“ Thin EUR 349,-
  • 20“ Multi EUR 359,-
  • 22“ Multi EUR 439,-
  • 24“ Multi EUR 479,-
  • 26“ Multi (auf Anfrage)
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