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Wacken 2026 : Mein erstes Mal auf dem Holy Ground

Als erste Absolventin der Wacken Metal Academy war ich ausgerechnet noch nie beim Wacken Open Air. Das hat sich zum 35. Jubiläum endlich geändert. Mein erstes Wacken 2026 war riesig, heiß und gelegentlich etwas chaotisch. Aber vor allem: überraschend herzlich.

-Cometa-, Public domain, via Wikimedia Commons

Irgendwann während des Konzerts von Deafheaven schaute ich nicht mehr nur auf die Bühne, sondern nur noch auf die Schuhe der Menschen um mich herum. Nicht etwa, weil die besonders spektakulär gewesen wären. Ich freute mich einfach darüber, dass sie noch erstaunlich sauber aussahen. Kein knöcheltiefer Schlamm, keine verlorenen Gummistiefel und keine unfreiwillige Schlammpackung. Für ein erstes Wacken konnte es definitiv schlechter laufen.

Stattdessen erwarteten uns Sonne, Staub und Temperaturen von zeitweise mehr als 30 Grad. Rund 85.000 Metalheads feierten die ausverkaufte Jubiläumsausgabe, bei der mehr als 150 Bands auf neun Bühnen spielten. Darunter waren große Namen wie Judas Priest, Def Leppard, Sabaton, Powerwolf und Arch Enemy. Für jemanden, der das Gelände nicht kennt, hätte es allerdings genauso gut eine eigene Disziplin bei den Bundesjugendspielen geben können: Finde innerhalb von zehn Minuten vom Zelt zur richtigen Bühne ohne versehentlich auf der anderen Seite des Festivals zu landen.

Zwischen Metalbands und Pfeif-Challenge

Wir waren nicht nur zum Musikhören in Wacken 2026, sondern produzierten vor Ort verschiedene Reels für Bonedo. Was vorher nach einem ziemlich ambitionierten Plan klang, lief erstaunlich reibungslos. Besonders schön war, wie neugierig und offen die Menschen auf uns reagierten. Wir mussten niemanden lange überreden: Immer wieder kamen Festivalgäste von selbst auf uns zu, wollten wissen, was wir machten, und hatten sofort Lust, Teil der Videos zu werden.

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Ein persönliches Highlight war unsere Pfeif-Challenge. Dabei mussten Songs allein anhand einer gepfiffenen Melodie erkannt werden. Selbst Wochen später ertappe ich mich noch dabei, die Titel im Kopf durchzugehen und zu überlegen, welches Lied noch einmal hinter welcher Melodie steckte. Umsetzen konnten wir die Challenge mithilfe der Kopfhörer, die uns Mackie für unsere Wacken-Videoproduktionen zur Verfügung gestellt hatte. So hörte wirklich nur die Person mit Kopfhörern den Song – während rundherum ohnehin genügend andere Musik lief.

Deafheaven und eine geliehene Jacke

Viele Bands bekam ich während unserer Arbeit nur nebenbei mit. Bei Deafheaven standen wir allerdings ganz vorne in der nullten Reihe. Obwohl ich normalerweise nicht ganz so heavy unterwegs bin, hat mich der Auftritt sofort gepackt. Mindestens genauso in Erinnerung geblieben ist mir aber die Begegnung mit einem Besucher, mit dem wir dort ins Gespräch kamen.

Aus dieser zufälligen Unterhaltung entstand die Geschichte um eine kurzerhand verliehene Jacke und später eines unserer persönlichsten Wacken-Reels. Es war nur eine kleine Geste, aber genau solche Momente erklären vermutlich besser als jede Hochglanzaufnahme, warum so viele Menschen beim Wacken von Gemeinschaft sprechen. Man kennt sich nicht, kommt miteinander ins Gespräch und hilft einander trotzdem ganz selbstverständlich.

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Diese Wärme habe ich während des gesamten Festivals gespürt. Ich traf viele bekannte Gesichter wieder, lernte neue Menschen kennen und hatte nie das Gefühl, zwischen all den Kutten, Totenköpfen und Gitarrenwänden fehl am Platz zu sein. Im Gegenteil: Unser kleines Team wurde mit einer Offenheit empfangen, die die Arbeit nicht nur leichter, sondern auch richtig schön machte.

„Immer ein Stück over the top“ – Wacken 2026

Dass Wacken mehr ist als eine gigantische Aneinanderreihung von Konzerten, wurde auch in unserem Gespräch mit Festivalgründer Thomas Jensen deutlich. „Wacken ist immer ein Stück Overkill und immer ein Stück over the top“, sagte er im Interview. Nach meinem ersten Besuch kann ich das bestätigen: Das Gelände, die Menschenmassen, die Bühnen und die unzähligen Eindrücke sind erst einmal überwältigend.

Gleichzeitig passt ein zweiter Satz von Jensen vielleicht noch besser zu dem, was ich erlebt habe: „Der Wacken-Spirit sind ja auch die kleinen Bands.“ Und vielleicht auch die kleinen Geschichten – ein verliehenes Kleidungsstück, gemeinsam erratene Songs, unerwartete Gespräche oder die Freude darüber, dass die Schuhe noch sauber sind.

Trotz der Hitze zogen Polizei und Rettungsdienst eine insgesamt positive Bilanz. Nur 15 Menschen mussten nach Angaben der Einsatzleitung hitzebedingt behandelt werden. Auch die Zahl der registrierten Straftaten ging gegenüber dem Vorjahr zurück. Bei einem Festival in der Größenordnung einer mittelgroßen Stadt ist das durchaus bemerkenswert.

Das offizielle Wacken 2026 -Aftermovie ist da

Wer den Holy Ground bereits vermisst oder wie ich noch einmal überprüfen möchte, ob das alles wirklich passiert ist, kann sich das offizielle Aftermovie zum W:O:A 2026 ansehen. Der Film versammelt noch einmal die großen Bühnenmomente, die Menschen und die besondere Atmosphäre der Jubiläumsausgabe.

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Der Vorverkauf für das W:O:A 2027 läuft inzwischen ebenfalls. Die ersten drei Ticketkategorien waren am 23. August bereits vergriffen, auch die verbleibenden LOUDER- und YOUNGER-Tickets waren laut Veranstalter stark gefragt.

Mein erstes Wacken bleibt für mich das Festival, bei dem ich mich über Kühe gefreut, mich fast verlaufen, doch auch mal geschwitzt, überraschend heftige Musik gefeiert und irgendwann einfach nur noch über saubere Schuhe gefreut habe. Vor allem aber war es der Ort, an dem aus fremden Gesichtern ziemlich schnell neue Freunde wurden.
Vor einigen Jahren war ich die erste Absolventin der Wacken Metal Academy. Dieses Jahr war ich mit Bonedo vor Ort. Und nächstes Jahr? Da will ich auf einer Wacken-Bühne stehen. Beim nächsten Wacken möchte ich die richtige Bühne also nicht nur schneller finden, sondern im besten Fall selbst darauf stehen.

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