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Wacken-Doku mit Thomas Jensen: „Wir wollten nie Geld verdienen“

Die neue Dokumentation „Wacken – Hearts Full of Metal“ begleitet die beiden Festivalgründer Thomas Jensen und Holger Hübner hinter den Kulissen des weltweit größten Metal-Festivals. Im Gespräch mit Bonedo erzählt Jensen, welche Geschichten es am Ende in den Film geschafft haben, warum viele Aspekte von Wacken in 90 Minuten zwangsläufig zu kurz kommen und weshalb die Idee hinter dem Festival ursprünglich eine ganz andere war als wirtschaftlicher Erfolg.

WOA Festival GmbH

Die neue Dokumentation „Wacken – Hearts Full of Metal“ ist ebenfalls über MagentaTV abrufbar

Dass man auf Wacken nicht alles sehen kann, gehört inzwischen fast zum Festival dazu. Selbst Thomas Jensen geht das nicht anders. Im Gespräch mit Bonedo verrät der Wacken-Gründer, dass er sich nach dem Festival immer mal wieder Shows über MagentaTV anschaut, meistens beim Sport. So entdecke er teilweise sogar Bands neu, für die er sich vorher gar kein Ticket gekauft hätte. Wer das nachvollziehen möchte: Auch die neue Dokumentation Wacken – Hearts Full of Metal ist inzwischen bei MagentaTV verfügbar.

„90 Minuten können Wacken nicht komplett erzählen“

Wer Wacken kennt, weiß: Das Festival besteht längst nicht nur aus Headlinern und großen Bühnen. Genau das sei auch die Herausforderung bei einer Dokumentation gewesen. Viele Aspekte des Festivals würden in 90 Minuten schlicht keinen Platz finden. „Der Wacken-Spirit sind ja auch die kleinen Bands“, erklärt Jensen. Gerade Formate wie der Metal Battle oder Nachwuchsförderung im Rahmen der Wacken Metal Academy seien wichtige Bestandteile des Festivals, die oft weniger Aufmerksamkeit bekämen als die großen Namen auf den Hauptbühnen. Der Film könne deshalb immer nur eine Momentaufnahme sein. Auch wenn zahlreiche Stunden Material entstanden seien, habe sich die Regisseurin am Ende auf einen klaren Handlungsstrang konzentrieren müssen. Für Jensen sei das nachvollziehbar: „Das kannst du alles gar nicht in 90 Minuten so abschließend erzählen.“

Der Film soll die Menschen hinter Wacken zeigen

Anders als frühere Dokumentationen steht diesmal weniger das Festival selbst im Mittelpunkt als vielmehr die beiden Gründer. Für Jensen war genau das die eigentliche Idee hinter dem Projekt. „Ich glaube, Regisseurin Cordula Kablitz-Post und die Produktionsfirma Beetz Brothers wollten eine Doku machen, die Holger und mich etwas tiefer zeigt und ich glaube, das ist ihnen gelungen“, sagt er.

Besonders wichtig sei ihm dabei, dass der Film zeige, wie unterschiedlich die beiden Charaktere eigentlich seien. Über Jahrzehnte hinweg hätten sie gelernt, gemeinsam Entscheidungen zu treffen, sich gegenseitig zu ergänzen und auch Kritik auszuhalten. „Wir sind unterschiedliche Charaktere, die irgendwie einen Weg gefunden haben“, beschreibt Jensen die Zusammenarbeit mit seinem langjährigen Weggefährten Holger Hübner.

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„Wir wollten ein Festival für Hard & Heavy“

Immer wieder wird Wacken mit Diskussionen über Wachstum, Kommerzialisierung und Veränderung konfrontiert. Jensen kann diese Debatten nachvollziehen, betont jedoch, dass wirtschaftlicher Erfolg nie die ursprüngliche Motivation gewesen sei. „Wir wollten ein Festival für Hard & Heavy. Wir haben gar nicht die Möglichkeit gesehen, damit Geld zu verdienen“, erinnert sich der Festivalgründer.

Auch deshalb könne er mit dem Vorwurf, Wacken sei von Anfang an als Geschäftsmodell geplant gewesen, wenig anfangen. Im Gegenteil: „Wenn wir uns damals an einen grünen Tisch gesetzt hätten und gesagt hätten: Wir wollen eine erfolgreiche Musikveranstaltung in Norddeutschland konzipieren, dann wäre nicht das Wacken Open Air dabei rausgekommen.“

Natürlich müsse ein Festival wirtschaftlich funktionieren. Gleichzeitig sieht Jensen die Leidenschaft für die Musik weiterhin als wichtigste Triebfeder. „Wacken ist immer noch zum Großteil diese Liebe zu dieser Art Musik. Das ist die Motivation.“ Und es ist durchaus nachvollziehbar, „Dass am Ende der Abrechnung lieber eine schwarze Zahl stehen soll als eine rote.“

Wacken bleibt Wacken

Trotz aller Veränderungen sieht Jensen das Festival bis heute als eine Mischung aus Verlässlichkeit und Neuentdeckung. Einerseits gebe es die Bands und Songs, die Fans seit Jahrzehnten begleiten. Andererseits gehe es immer auch darum, Neues zu entdecken.

Vielleicht beschreibt ein Satz das Festival deshalb besonders treffend: „Wacken ist immer ein Stück Overkill und immer ein Stück over the top.“ Man kommt wegen einiger weniger Lieblingsbands, entdeckt aber unterwegs ständig Neues. Oder wie Jensen es sinngemäß beschreibt: wie eine große Vinylsammlung, in der man neben den Klassikern immer wieder auf vergessene Schätze stößt. Und genau dieses Gefühl versucht auch „Wacken – Hearts Full of Metal“ einzufangen.

Alle weiteren Infos zu Festivaltickets und Zusatzbuchungsmöglichkeiten wie z. B. dem Wacken United und The Pit Ticket findet ihr unter www.wacken.com & metaltix.com

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