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BeepStreet Sunrizer Test

BeepStreet Sunrizer im bonedo-Test – Den Sunrizer in der Überschrift auf den berühmt-berüchtigten Supersaw-Sound zu reduzieren wäre unfair, dafür aber schön plakativ (wie es sich für die Einleitung eines Testberichts gehört…). Fakt ist, dass der besagte Sound fast zeitgleich mit Antares’ Autotune-Effekt das Licht der Welt erblickte und anscheinend genauso wenig totzukriegen ist. 

BeepStreet_Sunrizer_Test_Titelbild_B01


Die Synth-App von BeepStreet ist in der Lage, diese stilbildenden Sounds „synthetisch“, also nicht sample-basiert auf dem iPad zu produzieren und hat darüber hinaus noch einiges mehr auf Lager. Wir haben die inzwischen sehr ausgereifte App (Version 3.3), welche auch als Sunrizer XS für iPhone und iPod Touch erhältlich ist, auf einem iPad 4 getestet. 

Details und Praxis

Die blau-graue Farbgebung der GUI erinnert mit Sicherheit nicht zufällig an Rolands legendären JP-8000 von 1997, wobei Sunrizer in weiten Teilen eigenständig und somit keine Emulation des virtuell-analogen Hardware-Synthesizer ist. Im Gegensatz zu einigen anderen iOS-Synths erfolgt die komplette Bedienung klangverändernder Parameter aus einem einzigen Fenster. Einzige Ausnahme bildet die Ansicht der Effektsektion, die angezeigt wir, wenn auch das Keyboard zu sehen ist.
Bei Einsatz eines externen MIDI-Keyboards bietet sich die Dockansicht (ohne Tastatur) an, welche dann den direkten Zugriff auf alle Klangparameter inklusive der Effekte ermöglicht. Optimal gelöst!

Fotostrecke: 2 Bilder Standardansicht mit Tastatur
Fotostrecke

Die einzelnen Module der Klangbearbeitung sind übersichtlich angeordnet und in weiten Teilen selbsterklärend. Die Eckdaten der Synthese lauten wie folgt:

  • 2 Oszillatoren (Saw, PWM Pulse, Triangle, SuperSaw)
  • 2 Sub-Oszillatoren (nicht bei SuperSaw) / Multi Osc Mode
  • White Noise
  • Hard Sync, FM/PWM, Ring Mod
  • 2 Filter (16 „Filtertypen“)
  • 2 LFO
  • 2 ENV (Filter, Amp)

Die Oszillator-Sektion ist äußerst wandelbar und nicht zuletzt durch Aktivierung der Multi Sektion in der Lage, sehr fette und warme Sounds zu generieren: Multi Osc aktiviert weitere (ver-)stimmbare, virtuelle Oszillatoren. Auch die Filtersektion sorgt für klangliche Möglichkeiten, die über das normale Spektrum subtraktiver Synthese hinausgehen. Neben einer umfangreichen Sammlung etablierter Filtertypen findet man hier auch „Filtertypen“ mit diversen Sättigungsartefakten bis hin zum Bitcrushing, wodurch der Sunrizer bei Bedarf sehr modern und plaktiv klingen kann.

Das Pulldown-Menü zeigt einen Ausschnitt der 16 Filtertypen
Das Pulldown-Menü zeigt einen Ausschnitt der 16 Filtertypen

Eine weitere Besonderheit ist die Morph-Funktion, welche sinnvollerweise dem Modulationsrad fest zugeordnet ist. Diese Funktion ermöglicht das Überblenden von zwei Varianten eines Sounds. Hiermit kann man beispielsweise einen Flächensound zu einem perkussiven Polysynth „morphen“, ähnlich wie beim Nord Lead. In den folgenden Klangbeispielen habe ich häufig von dieser irgendwie simplen und doch sehr ausdrucksstarken Funktion Gebrauch gemacht. In den Audiobeispielen 01 bis 04 habe ich verschiedene Presets angespielt.

Audio Samples
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Arpeggiator Bass Lead Pads

Wie man hört, sind die Presets von erstklassiger Soundqualität und brauchen sich vor JP-8000, Virus, Sylenth und Nexus, um einige ähnlich klingende Hard- und Software Konkurrenten zu nennen, absolut nicht verstecken. Auch das Programmieren eigener Soundprogramme „from scratch“ fällt erstaunlich leicht. Die Sounds des folgenden SuperSaw-Audiobeispiels waren, ausgehend vom Init Patch, quasi im Handumdrehen selber erstellt.

Audio Samples
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Super Saw

Die folgenden Abbildungen dokumentieren weitere Funktionen und Konfigurationsmöglichkeiten des Sunrizer:

Fotostrecke: 4 Bilder Die praktische Synth-Tools
Fotostrecke

Neben der überzeugenden Klangqualität bietet der Sunrizer noch weitere Funktionen, darunter einen Arpeggiator, der bereits viele inspirierende Presets an Bord hat und einen einfach zu bedienenden Phrase-Sequenzer. Chord Memory und eine Hold-/Latch-Funktion sind ebenso an Bord. Eine problemlose Controller-Zuweisung sowie die nahtlose Einbindung in MIDI- und iOS-Setups per Interapp-Audio und Audiobus 2.0 runden das durchweg positive Gesamtbild ab.

Fazit

Beep Street Sunrizer ist ein absolut ausgereifter iOS Synthesizer, der das Rad nicht neu erfinden, sondern der Synthesizer für alle Fälle sein möchte. Das gelingt ihm mit Bravour! Der facettenreiche Sound ist überwältigend, die Bedienung dank klassisch-konservativer GUI sofort jedem vertraut, der schon einmal mit Synthesizern in Berührung kam. BeepStreets Sunrizer gehört sicherlich zu den Highlights unter den iOS-Synthesizern und ist mit den geforderten 8,99 Euro im App Store ein absolutes „Must-have“ für iPad Musiker.

PRO:
  • luxuriöse Oszillator-Sektion
  • Supersaw
  • vielfältige Filtertypen und Modulationsmöglichkeiten
  • überzeigende Soundqualität
  • Morph-Funktion
  • hervorragende Bedienbarkeit und Übersicht
  • ausgereifte App
  • komplette Einbindung in wichtige iOS Standards
CONTRA:
FEATURES:
  • iOS Synthesizer App für Apple iPad
  • 6 bis 20 Stimmen
  • Umfangreiche Oszillator-Sektion (Klassische Wellenformen, SuperSaw, Hard-sync, FM, White noise, Multi mode, Ringmodulation, Sub-Osc)
  • 2 Filter (seriell oder parallel)
  • 16 Filtertypen
  • Poly-, Solo-, Arp-mode
  • Phrase Sequencer
  • Chord Memory
  • Arpeggiator
  • Morph
  • 2 LFOs mit umfangreichen Zuweisungsmöglichkeiten
  • Effekte
  • 380 Presets
  • Unterstützt MIDI, Interapp-Audio, Audiobus 2.0
Preis:
  • EUR 8,99 (App Store)
Unser Fazit:
Sternbewertung 5,0 / 5
Pro
  • luxuriöse Oszillator-Sektion
  • Supersaw
  • vielfältige Filtertypen und Modulationsmöglichkeiten
  • überzeigende Soundqualität
  • Morph-Funktion
  • hervorragende Bedienbarkeit und Übersicht
  • ausgereifte App
  • komplette Einbindung in wichtige iOS Standards
Contra
  • kein Contra
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BeepStreet Sunrizer Test
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von Peter Könemann

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