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23.04.2020

(Zweifelhafte) Tipps, wie du als Tontechniker in der Shutdown-Zeit gegen den Lagerkoller ankämpfen kannst

Veranstaltungstechniker im Home Office

Fehlt dir nicht auch der Lärm, das Chaos und der Schlafentzug der regelmäßigen Gigs? Letzteres lässt sich problemlos regeln. Persönliche brauche ich dazu nur den aktuellen Dispo-Stand des Girokontos abzufragen. Das reicht problemlos, um sich nachts Gedanken zu machen wie: „Wo waren nochmal die Pfandflaschen vom letzten Kindergeburtstag?“

Auch in der strikt geregelten Pandemie-Zeit gibt es Oasen des Chaos, die jedem Rock-Festival zur Ehre reichen. Man muss nur wissen, wo sich diese verstecken…

Was hat der gemeine Tontechniker gerade im Überfluss? Richtig: „Zeit“! Perfekt, um beispielsweise einmal den Kleiderschrank aufzuräumen und alte Festival- und Crew-Shirts zum Altkleider-Container zu bringen. Ein sinnvoller Zeitvertreib und - da ja gerade auch die Festival- und Open-Air Saison ausfällt - bei manchem Anblick eines T-Shirts durchaus mit Sentimentalität gepaart. Und der Frage, wann es wohl wieder losgehen wird. Nun ja, ein Weilchen werden wir uns wohl noch gedulden müssen. Hauptsache Struktur ins Leben bringen.

Am Kleider-Container angekommen dann die unvermittelte Einsicht, dass man das eigene Chaos nur ausgelagert hat. Der Stapel an Kleidersäcken neben dem Container hätte jedem Campingplatz eines 3.000 Pax Festivals, der unter dem Donnergrollen lautstarker PA-Anlagen erzittert, zur Ehre gereicht. Abwesenheit von Vernunft… und ein Hauch von Rock’n’Roll.

Auf dem Rückweg noch schnell eine gute Tat vollbringen. Klar, die Veranstaltungsbranche (Jobs in der Eeventbranche) hat massive Probleme zurzeit. Das gleiche gilt für den Brauerei-Verband. Die Kollegen bleiben auf ihrem Gerstensaft sitzen, da Großveranstaltungen ausfallen und die Gastronomie ebenfalls eine Pause einlegen muss. Daher kaufe ich ein nach dem Motto „nimm zwei“. Das hebt die Stimmung, ersetzt aber nicht den klassischen Rock’n’Roll Impact. 

Frage: Wo ist das Methadon-Lärm-Substitut, das uns das Gefühl einer Bass Drum über vier fett angetriebene 2x18-Zoll-Subwoofer vermittelt? Majestätische Tiefton-Rhythmik, die das vegetative Nervensystem eskalieren lässt? 

Ich bin durch Zufall auf folgendes gestoßen. Dank Corona fällt dieses Jahr ja nun auch noch der Sommerurlaub ins Wasser. Bei mir tatsächlich im wörtlichen Sinne. Ich helfe gerade einem Kumpel einen Pool zubauen, dabei muss der Boden für eine Betonplatte verdichtet werden.

Mit Iron Maiden im Ohr (Tipps zum Umstieg auf In-Ear-Systeme) und der Ersatzdroge in Form einer massiven Rüttelplatte zur Bodenverdichtung kommt bei mir fast ein Festival-Feeling auf. In dieser Zeit nimmt man, was bekommen kann.

Wer lieber liest oder schon einmal in die Planung für die Zeit nach dem Lockdown geht, als sich in täglicher Gartenarbeit zu vertiefen, für den haben wir hier noch ein paar Tipps im Anhang. 

Bleibt tapfer – bleibt safe!

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