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Test
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29.12.2020

Rickenbacker 4003S/5 Test

Fünfsaitiger E-Bass

4 +1 = besser?

Der Rickenbacker 4003 kam bereits 1980 auf den Markt und hat sich über vier Jahrzehnte mühelos gegen alle anderen Trends in der Bassszene behauptet - dieses Modell wird tatsächlich bis zum heutigen Tag nahezu unverändert gebaut! Parallel zum 4003 stellte der amerikanische Traditionshersteller die Modellvariante 4003S vor. Das "S" in der Modellbezeichnung steht für "Standard" - beim 4003S muss man dementsprechend auf einige Features, wie etwa dem Bindung, den auffälligen Triangle-Inlays und der exotischen Rick-O-Sound-Stereoschaltung verzichten. Was viele nicht wissen: Der Rickenbacker 4003S war ab 1987 sogar schon einmal als Fünfsaiter erhältlich. Anfang der 90er-Jahre ist das Modell allerdings wieder aus dem Portfolio verschwunden und alle Rickenbacker-Fans, die auf die tiefe H-Saite nicht verzichten wollten, mussten den Gebrauchtmarkt nach einem gut erhaltenen Exemplar abgrasen. Das gehört nun Gott sei Dank der Vergangenheit an, denn mittlerweile ist der 4003S auch wieder als Fünfsaiter in einer leicht modifizierten und modernisierten Ausführung erhältlich. Die typischen Toaster- und Treble-Pickups mussten schicken Singlecoils in Dreiecksform weichen und statt der aufwändigen Tailpiece-Stegkonstruktion wird eine zeitgemäße Schaller-Bridge verbaut. Interessenten haben die Wahl zwischen den vier Finish-Varianten Matte-Black, Walnut, Jetglo, Mapleglo und Fireglo. Wir haben uns ein Exemplar in schickem Fireglo liefern lassen und sind gespannt, ob der legendäre Ricky auch als Fünfsaiter überzeugen kann!

Details

Ausgeliefert wird der 4004S/5, wie alle Rickenbacker-Bässe, in einem stabilen, rechteckigen Kunststoffkoffer. Das Case besitzt vier einzeln abschließbare Schnappverschlüsse und bietet reichlich Platz für Zubehör wie Kabel und Stimmgerät. Das Interieur wurde zudem genau an den Bass angepasst, sodass er beim Transport nicht im Koffer umherrutschen kann. Im Case liegt außerdem eine kleine Plastiktüte, welche ein Poliertuch und eine knappe und ganz allgemein gefasste Bedienungsanleitung für Rickenbacker-Instrumente beinhaltet.

Trotz einiger Modernisierungsmaßen und der fünften Saite handelt es sich beim 4004/5 um einen waschechten "Made in USA"-Ricky, der sich in der Konstruktion und optisch nicht wesentlich von den Viersaitern unterscheidet. Ein durchgehender Hals und Korpusflügel aus hartem Ahornholz sind die traditionellen Zutaten, die auch für den neuen 4003S/5 in der Variante "Fireglo" zum Einsatz kommen und sicherlich zu einem großen Teil für den markant-strahlenden Sound der Rickenbacker-Bässe verantwortlich sind.

Beim Finish gibt es von mir minimalen Punktabzug, denn die Lackierung ist nicht ganz fehlerlos: An den Kanten finden sich teilweise etwas raue Stellen. Klar, bei Rickenbacker ist noch alles Handarbeit, aber angesichts des Preises kann man eigentlich ein Instrument mit perfekter Lackierung erwarten.

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Besser als in diesem Video kann ein Ricky nicht klingen!

Typisch für die Instrumente der US-Traditionscompany ist ein klarlackiertes Griffbrett aus Palisander (Caribbean Rosewood). Wie in der Einleitung bereits erwähnt, muss man bei den etwas schlichter ausgeführten S-Modellen auf die Triangle-Inlays als Lagenmarkierungen verzichten. Im Griffbrett meines Testkandidaten sitzen daher lediglich simple Punkte ("Dots") sowie die 20 Bünde im üblichen Jumbo-Format, die absolut akkurat abgerichtet und poliert wurden.

Ein weiteres Erkennungsmerkmal der Rickenbacker-Bässe ist die große asymmetrische Kopfplatte, auf dem eine weiße, spitz zulaufende Kunststoffplatte mit dem markanten Rickenbacker-Schriftzug prangt. Die auffällige Kunststoffabdeckung ist natürlich nicht nur Deko, sondern dient gleichzeitig als Abdeckung für den Zugang zu den beiden Halsspannstäben des 4003S/5.

Auf der Kopfplatte sitzen außerdem fünf Deluxe-Mechaniken aus dem Hause Schaller - womit wir auch schon mitten im Thema Hardware- und Elektronikausstattung wären. Die traditionelle dreiteilige Rickenbacker-Stegkonstruktion wäre für den Fünfsaiter vermutlich zu klobig gewesen, sodass hier eine zeitgemäße Brücke zum Einsatz kommt.

Rickenbacker verbaut eine Schaller 3D-Bridge, die in der Handhabung übrigens auch deutlich komfortabler als die dreiteilige Tailpiece-Brücke ist. Der Steg verfügt über die üblichen Einstellmöglichkeiten für Saitenlage und Intonation, und selbst die Saitenabstände können in einem gewissen Rahmen justiert werden. Ab Werk besitzt der 4003S/5 ein relativ enges Spacing von 16mm, was für viele Tieftöner sicherlich erstmal gewöhnungsbedürftig sein dürfte.

In Sachen Tonübertragung setzt Rickenbacker zwar auch beim neuen Fünfsaiter auf zwei Singlecoils, es werden allerdings nicht die traditionellen Modelle mit Chromrahmen und Bügel verbaut. Die Singlecoils für den Fünfsaiter sitzen in relativ kleinen dreieckigen Kunststoff-Gehäusen und wirken im Vergleich zum Viersaiter eher schlicht, dafür aber äußerst elegant.

Geregelt und geschaltet werden die beiden Singlecoils mit einem Dreiwege-Schalter und insgesamt vier Reglern, die allesamt auf dem markanten weißen Pickguard des 4003S/5 montiert sind. Die Bedienung ist einfach und übersichtlich: Für jeden Tonabnehmer stehen ein Lautstärkeregler und eine Tonblende zur Verfügung, und mit dem Schalter werden die Tonabnehmer angewählt (Steg/beide/Hals).

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Hinter der Tonblende für den Stegtonabnehmer verbirgt sich allerdings noch eine Besonderheit: Zieht man das Push/Pull-Poti heraus, so wird ein Kondensator mit dem Stegtonabnehmer in Reihe geschaltet. Diese Schaltung wirkt wie ein High-Pass-Filter und macht den Sound schlanker und durchsetzungsstärker.

In der Tat war der Kondensator bei allen Rickenbacker-Bässen bis 1984 serienmäßig fest installiert, bei den Modellen danach wurde darauf verzichtet, weil die meisten Bassisten den fetteren Sound ohne Kondensator wohl besser fanden. Vor ein paar Jahren jedoch entschlossen sich Rickenbacker allerdings, den Vintage-Sound als Option mit dem Push/Pull-Poti wieder zurückzubringen und nimmt konsequenterweise auch den neuen Fünfsaiter davon nicht aus.

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