Gitarre Hersteller_Raw_Vintage
Test
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08.06.2017

Praxis

Den typische PAF-Klangcharakter hat der Raw Vintage RV-PAF Classic klar und auch präzise im Angebot. Der Pickup liegt beim Ausgangspegel im mittleren Bereich und bietet ein ausgewogenes Verhältnis von Bässen und Höhen. Lediglich bei den tiefen Mitten tönt er etwas dünner im Vergleich zum Gibson 57 Classic, ist also vom Grundcharakter her ein Hauch brillanter. Auch der Anschlag gelangt dadurch etwas knackiger an den Verstärker und man erhält einen durchsetzungsfähigen Ton. Die Bässe kommen wohldosiert, es wummert nicht bei Riffs auf den tiefen Saiten und trotzdem hat der Ton in diesem Bereich einen angenehm fülligen Charakter. In der Klangübertragung gibt es nichts zu beanstanden, die feinen Spielnuancen im Anschlag werden detailliert an der Verstärker weitergegeben.

Man kann also den Zerrgrad sehr gut über den Anschlag an der Gitarre regeln (Bsp. 2), was auch für Aktionen mit dem Volume-Poti an der Gitarre (Bsp. 3) gilt. Bei Leadsounds hat der Pickup durch den etwas präsentieren Ton ein Quäntchen mehr Durchsetzungskraft im Gesamtmix. Vergleicht man die Leadsound-Beispiele des Gibson 57 Classic und des Raw Vintage PAF (Bsp. 8) miteinander, dann klingt der Gibson zwar etwas weicher und gefälliger, aber im Bandgefüge hat man mit dem Frequenzverhalten des Raw Vintage PAF bei gleicher Lautstärke mehr Durchschlagskraft. Hier kommen wir aber auch in den Bereich der Geschmacksache und den Einfluss der Gitarre auf das Klang- und Schwingungsverhalten. In punkto Saitentrennung macht der Tonabnehmer einen sehr guten Job, Akkorde sind klar erkennbar, und auch bei hohem Zerrgrad hört man die Anschläge der einzelnen Saiten (Bsp. 7).

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