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10.01.2020

QSC Touchmix-30 Pro Software Update 2.0 Test

Digitalmixer

Die TouchMix-Serie wurde im Jahr 2015 von QSC eingeführt. Insgesamt gibt es drei Modelle – das kleine TouchMix-8 (TM-8), das TouchMix-16 (TM-16) in der goldenen Mitte und das Flaggschiff: TouchMix-30 Pro (TM-30 Pro).

QSC nimmt die Produktpflege ernst, ganz besonders beim TM-30 Pro. Alle drei Modelle werden in regelmäßigen Abständen mit Updates versorgt. Neben Fehlerbehebungen beinhalten diese oftmals sogar neue Funktionen. Während sich TM-8 und TM-16 ein Betriebssystem teilen, läuft das TM-30 Pro mit einer eigenständigen Software. Der Mixer hat mehr Rechenleistung und ist „zu Größerem bestimmt“.

Erst im vergangenen Jahr wurde ihm eine praktische Auto-Mix-Funktion für Konferenzen spendiert, nun steht mit Firmware v2.0 ein weiteres großes Update an. Abermals hat der Hersteller die Gebete seiner Nutzer erhört und einige neue Funktionen mitgeliefert. Ich selbst besitze das TouchMix-16 und freue mich, Erfahrungen mit dem Großen sammeln zu dürfen. Schauen wir uns das Update im Detail an.

Details & Praxis

Steuerung über externe Drittanbieter-Bedienoberflächen mit Motorfader

Die wohl prominenteste Neuerung wird intensive TouchMix-Nutzer besonders freuen. Das 2.0 Update unterstützt nun auch externe Drittanbieter-Bedienoberflächen mit Motorfader. Im Klartext bedeutet das: Die Controller iCon Platform M+, Behringer XTouch Compact und PreSonus FaderPort 8 wurden von QSC verifiziert und können ohne weitere Treiber angeschlossen und genutzt werden.

Mir liegt zu Testzwecken das iCon Platform M+ inklusive zusätzlichem D2-Display vor. Zunächst habe ich dieses per USB-Kabel direkt mit dem Digitalpult verbunden. Wichtig ist, zuerst das Touchmix-30 Pro vollständig hochfahren zu lassen und erst danach das iCon zu einzuschalten. Als ich beide Geräte mit sehr kurzem Abstand gestartet hatte, wurde auf dem Display des M+ keine Schrift übertragen.

Auch wenn QSC die umfangreichen Funktionen des TouchMix wohlüberlegt auf dem Display verteilt hat, fällt mir schnell auf, dass der Workflow in Verbindung mit Hardware-Fadern enorm verbessert wird. Und wieder einmal wird klar: Nichts schlägt echte Regler. Endlich die einzelnen Kanäle wirklich anfassen zu können, statt schwitzige Finger auf dem berührungsempfindlichen Display zu schieben oder jeden Kanal mit dem Jog-Dial einzeln zu steuern.

Hinzu kommen die Hot Buttons wie Solo, Mute, Select sowie das Umschalten der Bänke etc. Da sehnt man sich beinah an die alten Zeiten an einer analogen Konsole zurück. Aber auch nur beinahe. Denn die digitalen Vorteile des TM-30 Pro auf kleinstem Raum überwiegen am Ende doch.

External Fader Ansicht

Der wertvolle Platz auf dem Display wird im Zusammenspiel mit dem iCon optimiert. Mit dem External Fader View verschwinden die virtuellen Fader. Stattdessen erscheint ein Überblick über EQ-, Compressor- und Gate-Einstellungen. Praktisch!

Ferngesteuerte Mixe

Gelegenheit macht Diebe, also habe ich die Gunst der Stunde genutzt und das TM-30 Pro als USB-Interface für eine Drum-Recording-Session benutzt. Dank Core Audio musste ich hierfür nicht einmal Treiber installieren. Ich wünschte, QSC hätte diese Möglichkeit meinem kleinen TM-16 ebenfalls mitgegeben.

Dem Drummer wurde das iCon zur Steuerung des eigenen Monitormixes an die Seite gestellt. Leider fiel mir dabei auf, dass über die direkte USB-Verbindung immer nur die auf dem TouchMix ausgewählte Bank angezeigt wird.

Trotzdem ist es möglich, dass zwei oder mehr Personen gleichzeitig am TM-30 Pro eingreifen können. Sowohl das Mischpult als auch ein Smartphone oder Tablet müssen kabellos oder über Ethernet mit einem Router verbunden werden. Anschließend können unter dem Menüpunkt Remote Control wie gewohnt die Rechte für das angeschlossene Gerät zugewiesen werden. 

Ich habe hierzu ein iPhone mit Touchmix-30 App genutzt. Die Platform M+ wurde mit einem USB zu Lightning-Kabel am Telefon angeschlossen, danach konnte ich von überall im Raum meinen Mix steuern. 

Das eröffnet natürlich tolle Möglichkeiten: Beispielsweise kann das TM-30 Pro als Stagebox auf der Bühne bleiben, während die Mixe für FoH und Monitor über iPads + iCon remote gefahren werden. Schöne neue Welt. Beim Umschalten der Bänke am iCon fällt auf, dass die Ansicht auf dem Telefon gleich bleibt. Zwar sieht man die Fader-Bewegung, allerdings nicht die korrekte Kanalzuweisung. Hier gibt es Optimierungsbedarf.

Custom Fader Banks

Bei 32 Kanälen, 14 Aux-Wegen, Subgruppen, Effekten etc. kann es trotz 10-Zoll-Touchscreen im Eifer des Gefechts schon mal unübersichtlich werden. Dank des 2.0 Updates ist es nun möglich, sich seine Wunschbelegung selbst zu gestalten. 3 Bänke à 8 Fader können völlig frei belegt werden. Mit einem einzigen Click auf das Display wechselt die Ansicht von den Inputs (1-8, 9-16, 17-24) auf drei eigens zusammengestellte Bänke.

Für den besseren Überblick können diese mit eigenen Namen versehen werden. Auf Grund der Integration der neuen Hardwarecontroller ist es anschließend ein Kinderspiel, zwischen den Bänken zu springen und mehrere Fader gleichzeitig anzupacken. Sehr überzeugend!

Presets 

Auch wenn ich kein großer Fan von Presets bin, so finde ich die Beigabe 28 neuer Instrumenten-Presets lobenswert. Nicht jeder Tontechniker hatte schon mal Cajon, Akkordeon, Mundharmonika, Ukulele, Cello, Klarinette, verschiedene Percussions und weitere Instrumente am Pult anliegen. Da kann ein Startpunkt zur Orientierung definitiv hilfreich sein und beim Soundcheck wertvolle Zeit sparen.

Fazit

Das kostenlose v2.0 Update birgt wertvolle neue Funktionen, die das ohnehin umfangreich ausgestattete TouchMix-30 Pro abermals aufwerten. Der Workflow und Einsatzbereich des Digitalmixers wird im Besonderen durch die Unterstützung externer Motorfader sowie der kabellosen Steuerung optimiert. Es ist immer ein gutes Zeichen, wenn sich ein Hersteller auch Jahre nach der Veröffentlichung weiterhin um seine Produkte sorgt.

  • PRO
  • kostenloses Update mit neuen Funktionen
  • Unterstützung externer Motorfader von Drittanbietern
  • neue Presets für Instrumente und Aktivlautsprecher
  • CONTRA
  • Zweitmix durch externe Motorfader nicht möglich
  • Touchmix-30 iPhone App gleicht Bankumschaltung der externen Motorfader nicht ab
  • Features & Spezifikationen
  • 32-Kanal Digitalmischpult
  • 24 Mic Eingänge (20 XLR, 4 XLR-Combo, 24 Klasse-A Mikrofonvorverstärker)
  • 6 Stereo-Line-Eingänge: 6,3 mm Klinke
  • Mix Ausgänge 16: XLR
  • 2 USB Eingänge
  • 10" Farb-Touch-Screen
  • 4-Band EQ
  • Gates und Kompressoren auf allen Kanälen
  • 6 FX Engines mit DSP (Reverb, Echo, Delay, Chorus, Pitch Shift)
  • Ausgänge mit 1/3 Grafik-Equalizer und 6-Band Parametric EQ
  • 32-Kanal-Direct-to-Festplatte Aufnahme / Wiedergabe
  • 32-Kanal DAW-Schnittstelle
  • MP3-Wiedergabe direkt von USB
  • 2 RTA / s
  • WLAN
  • TouchMix Control App für iPad & Android-Tablets ermöglicht WLAN-Steuerung aller Mischpultfunktionen
  • Motorfader-Steuerung z. B. über Controller iCon Platform M+ oder PreSonus FaderPort 8 ab Firmware v 2.0 (beide nicht im Lieferumfang enthalten)
  • App für iOS- & Android-Smartphones verfügbar
  • Auto Mix
  • Abmessungen 190 x 429 x 460 mm
  • Gewicht 7,9 kg
  • UVP: 2379,- Euro

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