Hersteller_Korg Hersteller_Yamaha Hersteller_Casio Hersteller_Roland
Feature
3
13.10.2020

Keyboards mit Begleitautomatik

Vom Einsteiger-Keyboard bis zum Entertainer-Keyboard

Kaufberatung und Testberichte zum Thema Arranger-Keyboards

Keyboards mit Begleitautomatik haben eine lange Tradition. Als ‚Ablösung‘ der elektronischen Orgel, die noch in den 1970er Jahren mit typischen Sounds und rudimentären Begleitrhythmen, zu Hause, in Bars, Glastanzdielen oder Hotels eingesetzt wurde, leitete das Keyboard mit Begleitautomatik eine neue Ära für den alleinunterhaltenden Musiker ein. Auf einer Zeitreise von früher bis heute möchten wir euch die Evolution des Keyboards mit Begleitautomatik näherbringen und euch beim Kauf eines Keyboards mit den wichtigsten Informationen und Testberichten zur Seite stehen.

VON DER ELEKTRONISCHEN ORGEL ZUM ENTERTAINER-KEYBOARD

Die Orgel als Vorbild

Noch analog aufgebaut, befanden sich elektronische Orgeln, wie auch die ersten Keyboards mit Begleitautomatik in einem technischen Stadium, das nach heutigen Ansprüchen betrachtet, eher in die frühesten Anfänge eingereiht werden muss, wenn man sieht und hört, was man heute geboten bekommt. Da waren die Orgeln zunächst noch universeller einsetzbar, verfügten sie in der Regel über zwei Manuale und das gängige 13-tastige Basspedal, was damals noch von dem gespielt wurde, der es konnte. Dazu gesellte sich dann noch die analoge Rhythmusmaschine mit etwa zehn bis zwanzig Rhythmen, deren Klangqualität seinerzeit für das Bestreiten von Tanzabenden durchaus ausreichte, aber man sehnte sich nach mehr Authentizität, die erst durch das Emporkommen der Sampling-Technologie langsam aber sicher Einzug hielt. Kurios ist, dass die Klangästhetik der alten analogen Rhythmusmaschinen nebst deren Rhythmen heute eine wahre Renaissance erfährt, denn per Analogtechnik aufgebaute Instrumente boomen heute mehr denn je.

Betrachtet man die ersten Keyboards mit Begleitautomatik, so konnten sie nicht viel mehr, als die ersten mit Begleitautomatik ausgestatteten Orgeln, boten nur ein geteiltes Manual, die linke Seite für die Verwendung der Automatik, rechts wurden die Live-Sounds gespielt, hatten aber den Riesenvorteil kompakt und leicht zu sein. Und so begann es, dass der Fokus auf solche Instrumente fiel, die man leicht mitnehmen konnte, um irgendwann auf den Transporter verzichten zu können. 

Noch in den Anfängen durch Analogtechnik

Auch waren die ersten Arranger-Keyboards – dem technischen Stand der damaligen Zeit geschuldet -  durch ihren analogen Aufbau noch lange nicht soweit, um mit ihnen den Sound einer kompletten Band authentisch zu imitieren, was der größte Wunsch vieler Anwender dieser Zeit war. 

Ein weiterer Punkt war die Funktionsweise der Begleitautomatik, die noch nicht ansatzweise so ausgereift war, dass man mit ihr anspruchsvolle Harmonien spielen und diese auch technisch korrekt umgesetzt hören konnte. Vielmehr waren die ersten Instrumente dieser Gattung, wie auch die ersten Orgeln mit automatischer Begleitung, mit einer Ein-Finger-Begleitautomatik ausgerüstet, die beim Drücken einer Taste ausschließlich eine reine Dur-Akkordik hörbar machte. Das Betätigen weiterer Tastenkombinationen ließ Moll-, Sept,- und verminderte Akkorde erklingen. Es gab aber auch andere Mechanismen die herstellerseitig verwendet wurden. 

Wie analoge Begleitautomatiken in Orgeln der 1970er und den frühen 1980er Jahren klangen, kann man in den folgenden Audiobeispielen hören:

Hersteller legen Schwerpunkt auf konzentrierte Entwicklung

Das Arbeitsprinzip früher Begleitautomatiken war also noch weit entfernt von heutigen Qualitäten. Im Zuge der Zeit wuchs das Interesse an den kompakten Alleskönnern, sodass renommierte Hersteller aus Japan, wie Yamaha, Korg, Roland, Casio und Technics ihr Wissen in die Entwicklung der beliebten Arranger-Keyboards steckten, um die wachsende Nachfrage mit entsprechenden Angeboten zu decken. Auch in Italien war man fleißig am Entwickeln und heimische Hersteller, wie Solton, die später gegründete Tochterfirma Ketron und GEM (General Electro Music) traten erfolgreich gegen die fernöstliche Konkurrenz auf den Plan. Im Laufe der Zeit kristallisierte sich Europa als Mekka des Interesses für Keyboards mit Begleitautomatik heraus und so verlagerten auch einige fernöstliche Hersteller ihre Entwicklungszentren für diese Instrumente nach Europa, um so nahe am Puls des Interesses wie möglich zu sein. Das war eine richtige Entscheidung, wie sich später herausstellte.

Einzug der Sampling-Technologie

Als sich in den 1990er Jahren die Sampling-Technologie immer weiterentwickelte und in elektronischen Musikinstrumente etablierte, wurden Klänge – vor allem Sounds von Naturinstrumenten – immer besser und auch technologisch entwickelte sich die Funktionsweise der Begleitautomatik nebst ihren Begleitmustern (Styles) stetig voran. Was vorher noch nach analogem Schlagzeug und mitlaufenden Arpeggien klang, verwandelte sich zusehends in eine ‚echte‘ Band, oder ein Orchester mit authentisch klingenden Instrumenten und der Traum es so klingen zu lassen wie von einer CD-Aufnahme ging langsam aber sicher in Erfüllung.

Um richtig in die Vollen zu gehen brauchte es aber dennoch eine gewisse Zeit, denn Speicherplatz für Sampledaten (PCM) und schnelle Prozessoren, für die Umsetzung des technischen Geschehens waren noch sehr teuer. Aber auch das sollte sich ändern, denn RAM-Speicher wurde zusehends erschwinglicher und neue Technologien öffneten weitere Türen. In den Anfängen der 2000er Jahre zog sich Technics als Hersteller dann aus dem Arranger-Keyboard Business zurück und GEM (General Electro Music) meldete später in 2009 Insolvenz an, sodass heute YamahaKorgCasioKetron und Roland noch aktiv in diesem Bereich tätig sind.

Entertainer-Keyboards heute

Heute sind Arranger-Keyboards nicht mit dem zu vergleichen, was sie einmal waren. Durch stete Weiterentwicklung und moderne Technologien setzen sie klanglich Maßstäbe, wobei das noch lange nicht das Ende ist. Kostprobe gefällig?

Drei Spitzenmodelle zeigen was sie können:

Schaut man ihnen einmal unter die Haube, sind die Profi-Instrumente für den Entertainer heute technisch echte Synthesizer und anders gestaltete Workstations mit enormen Eingriffsmöglichkeiten im Bereich des Sound Designs und der Programmierung eigener Begleitrhythmen (Styles). Sie bieten einen riesigen, aufwendig gestalteten Fundus an Klängen aus allen Instrumentenfamilien und erlauben mit hochwertigen internen Vocal-Prozessoren mehrstimmigen Satzgesang. Auch lassen sich mit ihnen eigene professionell klingende Playbacks erstellen, sodass sie auch den Einzug in die Studios gefunden haben.

Auch die Instrumente der Mittelklasse bieten eine Ausstattung, die gehobenen Ansprüchen genügt, sodass auch der Profi im Bühnenbetrieb damit arbeiten kann.

Im Einsteiger-Bereich sind Arranger-Keyboards bereits für wenige Euro zu haben. Sie richten sich in der Regel an Anfänger und die, die einfach zu Hause mit einem Keyboard Spaß haben möchten. Selbst die günstige Einsteiger-Klasse profitiert von der Entwicklung der großen Geschwister und die Produktauswahl ist gerade in diesem Segment sehr groß.

Durch den technischen Fortschritt und das große Interesse an diesen Instrumenten sind Arranger-Keyboards heute auf dem Stand der Zeit und in den unterschiedlichsten Ausführungen und Preisklassen erhältlich, sodass man das Marktangebot in drei Bereiche aufteilen kann:

  • PROFESSIONELLE KEYBOARDS
  • MITTELKLASSE KEYBOARDS
  • EINSTEIGER KEYBOARDS

Eine große Hilfe zu einer Entscheidung möchten wir euch mit unseren Artikeln Kaufberatung Einsteiger-Keyboards mit Begleitautomatik, Kaufberatung Oriental Keyboards, Testmarathon Einsteiger-Keyboards mit Begleitautomatik und Testmarathon Entertainer-Keyboards mit Begleitautomatik bieten, die euch detailliert informieren, woran man beim Kauf denken sollte, die einen tiefen Einblick in die Materie der Instrumente mit Begleitautomatik geben, und wie sie im Test abgeschnitten haben.

Verwandte Artikel

User Kommentare