Gitarre Hersteller_Gibson
Test
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26.04.2013

Praxis

Die Kombination aus Humbucker am Steg und P90 an der Halsposition gehört zufälligerweise auch zu meinen Favoriten und daher bin ich sehr gespannt, wie die N-225 klingt. Eines vorweg: Sie spielt sich sehr gut und durch ihr geringeres Gewicht auch im Stehen äußerst komfortabel. Trocken liefert die Kombination aus Ahornkorpus und Ahornhals wie erwartet ein recht ausgeprägtes Höhenbild, was durch den ausgehöhlten Korpus in der Lautstärke noch verstärkt wird. Sie klingt sehr perkussiv und direkt, bietet aber auch ohne Amp schon den Schmatz, den man von halbakustischen Gitarren kennt. Das macht Lust auf mehr, also Marshall an und los.

Ich verwende einen JVM 410 mit einer 2x12“ Box mit Vintage 30 Speakern aus selbem Hause. Als Mikro kommt ganz klassisch ein SM57 mit einem Neve-Preamp zum Einsatz - natürlich ganz ohne nachträgliches EQing oder Ähnliches.

Wie immer beginne ich mit einer cleanen Einstellung am Amp und schalte alle Positionen einmal durch, wobei ich immer wieder dasselbe spiele. Mit ihrem Push-Pull Poti bietet die Gitarre ja einen weiteren Sound, nämlich den des gesplitteten Humbuckers, der in allen Durchgängen an der dritten Stelle auftaucht. Los geht es mit der Halsposition.

Das hätte ich ehrlich gesagt jetzt nicht unbedingt erwartet! Die Gitarre liefert in allen Positionen nicht das erwartete Höhenbrett, sie klingt eher fett und ausgewogen mit etwas mehr Brillanz. Der P90 schmatzt so, wie er es nun einmal tut, und macht am cleanen Amp eine hervorragende Figur. Die Kombination aus P90 und Humbucker, also Durchgang Numero Zwo, strattelt wunderbar, der gesplittete Humbucker fügt sich sehr gut ein, liefert aber eine andere Farbe und zeigt sich von seiner zahmen Seite, wobei er natürlich verdichtet und kompakter klingt als sein Kollege am Hals.

Im Grunde bleibt alles wie im Beispiel zuvor, nur dass der ausgehöhlte Korpus sich in den Sound einmischt. Nicht falsch verstehen, das tut er natürlich auch vorher schon, nur tritt es jetzt klarer in der Vordergrund.

Ich schalte in den Crunch Mode des Amps, stelle aber eine geringe Dosis Gain ein.

Die N-225 scheint sich auch hier sichtlich wohlzufühlen und zeigt Zähne. Alle vier Pickup-Kombinationen lassen sich ohne Kompromisse einsetzen, was nicht bei sehr vielen Gitarren der Fall ist. Der P90 grunzt ganz herrlich und der Humbucker am Steg lässt die Gitarre automatisch eine Etage tiefer am Gurt hängen. Aber auch die Zwischenposition und der Humbucker im Single Coil Modus machen sich ausgeprochen gut! Sie klingen sehr frech und schicken eine Prise Strat durch den Amp. Sehr gut!

Im nächsten Clip hören wir den Humbucker gesplittet, dann im Normalmode.

Der Sound ändert sich nicht radikal, besitzt aber in dieser Konstellation einfach mehr Höhen und Biss.

Hier ein kleines Solo.

Im ersten Teil ist der Humbucker aktiviert, im zweiten der P90. Durch das Hin- und Herschalten zwischen den beiden Pickups ergeben sich je nach Spielweise verschiedene Ausdrucksformen, die den Gitarristen unterstützen.

Abschließend ein Heavy Gain Riff mit dem Humbucker.

Die N-225 mag zwar zierlich wirken, aber wie lautet doch ein englisches Sprichwort? “Never judge a book by it‘s cover“, und genau so verhält es sich auch hier. Die Achtel pumpen fett aus der Box und jeder Anschlag ist präzise definiert.

Die Gitarre ist sehr vielseitig und kann auch richtig rocken. Durch ihre Aushöhlungen bringt sie immer eine Prise Wärme ins Spiel und klingt genau so, wie eine gute Gitarre klingen soll, einfach richtig. Alle Noten besitzen eine gewisse Luftigkeit, was gerade bei verzerrten Gitarren lebensnotwendig ist, da sie sonst schnell steril wirken.

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