Drummer_Sitz_Intermed
Test
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27.02.2017

Gibraltar 9608M und 9608MB Drum Thrones Test

Schlagzeughocker mit sattelförmiger Sitzfläche und Rückenlehne

Velours für Anlehnungsbedürftige

Knapp 30 Modelle listen die Produktsuchmaschinen der großen Musikhäuser auf, wenn man Schlagzeughocker im Preisbereich von 140 bis 180 Euro eingibt. Von den sechs Typen, die der taiwanesische Hersteller Gibraltar zu dieser schon recht unübersichtlichen Menge an Sitzmöbeln beisteuert, haben wir uns zwei besonders beliebte Varianten zum Test geschnappt: Den 9608M mit Sattelsitz und Velours-Bezug, sowie das baugleiche Modell 9608MB mit zusätzlicher Rückenlehne. 

Beide Versionen liegen aktuell bei etwa 170 Euro Ladenpreis und liefern sich damit ein heißes Duell mit den Konkurrenzangeboten der Schlagzeughersteller, allen voran Tama. Im Vergleich mit deren HT530C sind viele Ähnlichkeiten erkennbar. Der Clou beim 9608MB ist allerdings nicht nur seine Rückenlehne, sondern vor allem, dass diese nur einen sehr kleinen Aufpreis kostet. Das muss natürlich nicht viel heißen, denn am Ende zählen innere Werte wie die Qualität der Polsterung, die Standfestigkeit und auch das Handling der Hardware. Wo unsere beiden Testkandidaten stehen, haben wir im Praxistest ergründet. 

Details

Kompakte Oberteile sitzen auf soliden Basiskonstruktionen 

B9608 nennt Gibraltar sein bewährtes Hocker-Unterteil, auf welchem auch die Sitzflächen unserer Testmodelle thronen. Es ist massiv gebaut, vertraut bei der Höhenverstellung auf eine Drehspindel und ist – in dieser Preisklasse eigentlich selbstverständlich – doppelstrebig ausgelegt. Zwei schwarz lackierte Gussbacken greifen sich zur Fixierung die Gewindestange, zusätzliche Sicherheit gewährleistet eine Memory-Klammer. Diese ist ebenfalls zweiteilig ausgelegt und gefedert, was einerseits Klappern verhindern soll, andererseits aber auch dafür sorgen soll, dass man sie nicht erst auseinander biegen muss, um sie zu bewegen. Ein simples, aber effektives Detail, was einem im Zweifelsfall Nerven und die Suche nach Werkzeug erspart. Dicke Gummifüße vervollständigen das Bild eines sehr soliden Unterteils.

Auch bei den Sitzflächen herrscht Gleichstand zwischen den Testkandidaten. Gibraltar verwendet hier eine recht stark konturierte Form mit Velours-Oberteil und Vinyl-Seiten. Sie ist weder übermäßig ausladend noch besonders fest. Sind die beiden Modelle bis hierhin identisch, war es das jetzt mit den Gemeinsamkeiten. Der Grund dafür ist natürlich die Rückenlehne des MB-Modells. Sie ist oval geformt und entspricht in ihrer Bauweise ganz offenbar den Sitzflächen. Auf eine feste, leicht gebogene Rückplatte wird eine etwa vier Zentimeter dicke Polsterung aufgebracht, anschließend mit Velours bezogen und mit Vinyl-Seitenteilen vernäht. Die Verbindung zum Sitzteil stellt eine dicke, verchromte Stange her, welche separat beiliegt und vom Trommler montiert werden möchte. 

Im Falle der Lehne funktioniert dies anhand einer großen Kunststoffrändelschraube, welche über eine Metallbrücke mit der Stange verschraubt wird. Werkzeug ist dazu nicht vonnöten. Die Lehne kann außerdem über einen Bereich von etwa fünf Zentimetern in der Höhe verschoben werden. Am Sitzteil selbst ist diese Halterung bereits integraler Bestandteil des Befestigungsflansches, in welchem auch die Drehspindel fixiert wird. Auch hier gibt es eine Verstellmöglichkeit, im Rahmen von etwa drei Zentimetern kann der Abstand der Lehne zum Sitzteil justiert werden. Im Falle des M-Modells entfällt die Halterung, optisch wird der Unterschied schon dadurch deutlich, dass der Flansch hier metallfarben ist, während er am MB schwarz lackiert wurde. Beide Hocker sind insgesamt gut verarbeitet.

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