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Test
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22.03.2013

Cinematique Instruments 2 Test

Software-Instrument

Ungebügelte Sounds mit Charakter!

Mal ganz ehrlich, wer vermisst in seiner Soundsammlung eine Riesen Stimmgabel oder eine Double Bass Harmonica? Mit Sicherheit die wenigsten. Aber vielleicht verbergen sich hinter leicht schrulligen Instrumentennamen, wie z.B. Cement, Chameleon und Bowed Guitars, Sounds, die man in Zukunft nicht mehr missen möchte.   

Eventuell wie beim Vorgänger Cinematique Instruments (Volume 1) von 2010 auch, fragt man sich: Brauche ich so etwas denn wirklich? Dem Namen nach („Cinematique“ , wahrscheinlich von Cinemaxx abgeleitet) erwartet man individuelle Sounds und Instrumente, die sich in erster Linie zur Schaffung von Filmmusik eignen und ggf. Atmos und Geräusche zur Vertonung von Filmen, Werbung und Computerspielen bereit halten. Beides wird auch geboten, doch das schließt die Verwendung in „Popularmusik“ natürlich nicht aus. 

Beim Durchhören der Sounds von Cinematique Instruments keimte in mir der Verdacht, dass sich auch etablierte Künstler und Bands wie z.B. Coldplay der Soundlibrary bedient haben. Wer aufgrund des Produktnamens großes, klischeehaftes Hollywood-Kino erwartet, der liegt meilenweit daneben. Cinematique Instruments verkörpert damit eher den schrulligen, als den romantischen Ennio Morricone, eher den Sofia Coppola Soundtrack, als John Williams Score, eher Independent, als Blockbuster. Dies ist aber noch keine Wertung, sondern eine Feststellung. Und wie schlägt sich Cinematique Instruments 2 denn nun im Detail? Popcorn raus, Film-Kalauer ab! 

Details

Cinematique Instruments 2 ist eine ca. 2,8 GB große Soundlibrary und umfasst die folgenden 16 sogenannten „Instrumente“, die ich allerdings in einigen Fällen eher als Instrumentenkategorie bezeichnen möchte. Beispielsweise findet man innerhalb der beiden „Gitarren-Instrumente“ neben Akustikgitarren-Klängen ebenfalls  Akustikbass-, E-Gitarren- und E-Bass Sounds.

  • Alto Glockenspiel
  • Banjo
  • Bass Harmonica
  • Bowed Guitar
  • Cement
  • Chameleon
  • Clap Trak
  • Drumboxes
  • Experimental Box 2
  • Geiger Counter
  • Germa Monochord
  • Guitar Harmonics
  • Jetlag
  • Huge Tuning Fork
  • Saegezahn
  • Upright Piano

 

Und diese 16 Instrumente beinhalten wiederum 60 Soundprogramme.

Engine 2Zum Leben erweckt werden die Sounds von dem im Lieferumfang enthaltenen multitimbralen Sample Player „Engine 2“, einer Entwicklung von Best Service und Magix (ehemals Yellow Tools). Engine 2 läuft auf Mac und PC in den gängigen Formaten (siehe Features) sowie Standalone und ist ein äußerst ambitionierter Spielkamerad, der unweigerlich Assoziationen zu Sample Playern wie IK Multimedias Sample Tank und Branchenprimus Kontakt von Native Instruments weckt. 

Von internen Effekten, Import von VST-Effekten und Instrumenten, internem Mixer, Surround Unterstützung (bis zu 8.1) und umfangreichen Einstellmöglichkeiten bezüglich RAM/Disk-Streaming, wird einem quasi alles geboten, was man von einem modernen Player erwartet. Hier ins Detail zu gehen, würde allerdings den Rahmen sprengen und böte genügend Stoff für einen eigenen Testbericht. Daher werde ich mich im Folgenden auf wesentliche Merkmale von der Engine 2 beschränken. 

Die linke Seite des GUI ermöglicht das Hinzufügen von einem oder mehreren Layers. Ein Layer entspricht einem Soundprogramm wie z.B. „Juno Brass“ der Instrumentenkategorie Saegezahn. Die Layer lassen sich leicht je nach eingestelltem MIDI-Kanal multitimbral oder als Stack- bzw. Split-Sound (bei eingegrenzter Key Range) nutzen. 

In der rechten Hälfte finden sich Einstellmöglichkeiten entsprechend des gewählten Modus: Quick Edit, Pro Edit, Browser, Mixer und Preferences. In der Pro Edit Page finden sich sämtliche Bearbeitungsmöglichkeiten (Filter, Hüllkurven, LFO, Arpeggiator, Insert Effekte usw.) eines Layers. Viel Spaß! Hier Parameter zu ändern, ähnelt leider einer Geschicklichkeitsübung, so klein sind die einzelnen Eingabefelder. Zudem erinnert die Übersichtlichkeit an den Innenraum des Alien-Raumschiffes in Independence Day, womit wir wieder beim Kino wären. Des weiteren ist es grafisch schwer zu erkennen, ob einzelne Module oder Effekte gerade aktiv oder auf Bypass geschaltet sind. Vielleicht Geschmackssache, aber so macht mir persönlich Editieren keinen Spaß! 

Die sogenannte Quick Edit Page dagegen bietet wundervoll große Knöpfe „für eine Hand voll Parameter“, die zudem inspirierende bis elementare Klangveränderungen bewirken, was den Protagonisten wieder milde stimmt. Sämtliche Parameter, dies gilt auch für den Mixer, lassen sich bequem mit der rechten Maustaste einem sogenannten Host-Controller (0-127) oder einem MIDI-Controller (0-127) zuweisen, um Automation oder den Zugriff durch externe MIDI-Controller zu ermöglichen.  

Genug des Abschweifens, widmen wir uns wieder dem eigentlichen Testobjekt, der Library. Wie schlägt sich Cinematique Instruments 2 also in der Praxis?

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