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Audient EVO Start Recording Bundle Test

Praxis

Kompakt und kompatibel

Die Grundfläche des EVO 4 entspricht gerade einmal der Größe eines heute durchschnittlichen Smartphones. Noch dazu ist es mit nur 260 g geradezu ein Leichtgewicht unter den Audio-Interfaces. Daher eignet es sich sehr gut als mobile Recording-Einheit, die ein Laptop oder ein iOS-Device ergänzt. Der Anschluss und die Stromversorgung des Geräts erfolgen über USB-C. Um beim Einsatz an einem iOS-Gerät eine Spannung von 5V bereitstellen zu können, wird ein aktiver USB-Hub benötigt, der per USB-C mit dem iPad oder iPhone verbunden werden muss. Ist eine solche USB-Verbindung nicht möglich, muss stattdessen das Apple Camera Connection Kit verwendet werden.

Komplexe, kinderleichte Bedienung

Um für einen Kanal Phantomspeisung zu nutzen, genügen zwei einfache Klicks. Zunächst wird der Taster des entsprechenden Eingangs 1 oder 2 gewählt, dann der Taster für die Phantomspannung gedrückt. So einfach kann Technik sein! Auch die Smart-Gain-Funktion des EVO 4 lässt sich kinderleicht aktivieren, wenngleich hierfür drei Tastenklicks nötig sind. Zunächst wird das Feature per grüner Taste eingeschaltet, worauf die beiden Kanalwahl-Taster zu blinken beginnen. Wähle ich nun einen der Kanäle aus und bestätige meine Wahl mit einem erneuten Druck auf die Smart-Gain-Taste, dann beginnt das automatische Einpegeln. Das wird durch das rote Blinken der Taste bestätigt. Ist der Vorgang abgeschlossen blinkt die Taste zweimal grün auf und der Pegel sollte optimal für die Aufnahme eingestellt sein. Das klappt in der Praxis absolut reibungslos. Ein kleines Extra-Feature, dass der Hersteller lediglich in der Bedienungsanleitung des EVO 4 erwähnt, ist die Stereo-Link-Möglichkeit der beiden Eingangskanäle. Um sie zu aktivieren müssen lediglich die Taster beider Eingangskanäle zugleich gedrückt werden.

Das Anschließen an das EVO4 gelingt reibungslos.
Das Anschließen an das EVO4 gelingt reibungslos.

Loopback mit geringer Latenz

Wie steht es um das Aufzeichnen von Audio-Loopbacks? Sind sie mit diesem Bundle reibungslos möglich? Zunächst einmal kann das Audio-Interface mit seinem Software-Mixer latenzfrei und mit flexibler Routing-Matrix gesteuert werden. Und auch die Loopback-Kanäle lassen sich komfortabel über die Software “EVO Loop-back Mixer” steuern. Für das Gelingen von Loopback-Recordings spielt die Latenz des Audio-Interfaces eine entscheidende Rolle. Umfasst der gewählte Sample-Bufffer nur 32 Samples, beträgt die Playback-Latenz des Audio-Interfaces sehr gut brauchbare 2 ms und auch für das Monitoring der Eingangssignale gerade einmal 4,1 ms. Und entsprechend problemlos klappt das Recording dann auch in der Praxis.

Weichmacher

Auch enttäuscht das Audio-Interface nicht. Seine Mikrofonverstärkung bleibt auch bei hohen Verstärkungsgraden rauscharm und der Smart-Gain-Modus stellt sicher, dass das aufgezeichnete Signal verzerrungsfrei ist. Und den Klang des Mikrofons würde ich für den aufgerufenen Preis des kompletten Bundles sogar als erstaunlich bezeichnen. Denn ich persönlich mag Mikrofone, die harsche Stimmen warm und weich klingen lassen. Und genau das ist hier der Fall. Das SR1 vergibt nämlich “spitzen” Stimmanteilen ihre Schärfe und sorgt bei ihnen für einen ausgewogenen Sound, der für meinen Geschmack angenehm anzuhören ist.
Aus nächster Nähe genutzt liefert das Mikrofon für einen satten Nahbesprechungseffekt mit vollen, runden Bassanteilen. Auch bei mittlerer Mikrofonierungsdistanz enthält das ausgegebene Signal noch immer satte Bässe, sowohl bei Gesang als auch bei Sprache. Die Mitten klingen insgesamt unaufgeregt und belassen dennoch eine hohe Sprachverständlichkeit im Signal. In den Höhen fehlt der sonst häufig anzutreffende Boost. Das tut dem Sound insgesamt gut, auch wenn ihm der “Schimmer” vieler teurerer Mikrofone dadurch abgeht.

Fotostrecke: 4 Bilder Die elastische Aufhängung kommt leider ohne Reduziergewinde.

Für eine Superniere ist die Richtcharakteristik des SR1 auffallend breit aufgestellt. Sänger und Sprecher haben vor dem Mikrofon viel Bewegungsspielraum, bevor der Klang durch eine allzu seitliche Besprechung wahrnehmbare Klangdifferenzen auftreten. Das freut ungeübte Sänger und Sprecher, denn sie müssen nicht wie angewurzelt am Mikrofon kleben. Auch im Bereich der Transienten ist das SR1 ausgewogen unterwegs. Sie werden gut, aber nicht scharf abgebildet. Die umgesetzte Dynamik geht für ein Mikrofon dieser Preisklasse deshalb absolut in Ordnung. Störende Rauschanteile stelle ich übrigens zu keiner Zeit fest. Insofern heißt es auch für den Mikrofon-Teil des Bundles: Beide Daumen hoch!

Audio Samples
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Am deutlichsten hört man dem Kopfhörer SR2000 an, dass er im Budgetbereich beheimatet ist. Sein Klang ist insgesamt recht dimensionslos und erzeugt nur wenig Tiefe bei der Wiedergabe. Nichtsdestotrotz kann er auch ultratiefen Subbass mit erstaunlich hoher Lautstärke wiedergeben, ohne dabei zu verzerren. Im Frequenzbild darüber gibt es jedoch eine starke Resonanz in den oberen Bässen, die mich persönlich stört, aber mit der man dennoch arbeiten kann. In den Mitten ist das Signal des Kopfhörers ein wenig undifferenziert, stellt aber die zentralen Frequenzen von Stimmen ein heraus, so dass er sich gut für das Recording von Sprache eignet. In den oberen Mitten klingt er nicht zu scharf, so dass Zischlaute für diesen Kopfhörer nur dann ein Problem darstellen, wenn sie im abgehörten Signal exzessiv auftreten. Seine Höhenanteile sind sehr dezent, weshalb das Signal zugleich warm, aber auch ein wenig matt wirkt. In Sachen kurzfristiger Dynamik bildet der SR2000 Transienten weich ab und passt damit gut zum Soundbild der übrigen Bestandteile des EVO-Bundles. Seine Dämpfung von Außengeräuschen ist gut und auch die Schallisolation nach außen so gut, dass sich der Kopfhörer gut fürs Recording einsetzen lässt, ohne für allzu starke Übersprechungen zu sorgen.

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