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Test
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09.04.2015

Audient ASP510 Surround Sound Controller Test

Monitor-Controller

Mehr als nur laut und leise

Audient ASP510 im bonedo-Test – Der high-end Monitor-Controller von Audient krümmt dem geübten Tonmeister-Gehör kein Sinneshärchen. Mit dem ASP510 schickt die britische Manufaktur Audient ein Steuergerät für Studio-Abhöre und deren pragmatischer simultanen Verschaltbarkeit zu DAWs, Mischpulten, und Mehrspur-Aufnahmegeräten ins Produktions-Chefzimmer. Wie sinnvoll die Anschaffung für ein modernes Produktionsstudio scheint, soll in unserem Test beleuchtet werden.  

Seit die meterbreiten Analogpulte in den Tonstudios dieser Erde ihr Dasein im Wesentlichen nur noch als Ablage für Computertastaturen und als Eye-Porn für Kunden und Besucher fristen, gibt es die Notwendigkeit, die Analogusgänge aus den DAWs möglichst unverfälscht und mit einem Touch an gefühlter Kontrollierbarkeit in die Treiber der Abhöre treiben zu können. Dass längst nicht mehr nur eine Stereosumme durch einen großen Drehregler einfach nur lauter oder leiser gedreht werden will, sondern verschiedene Surround-Systeme angefahren und zum Beispiel ein gleichzeitiger Stereo Downmix parallel kontrolliert und ausgespielt werden können soll, wurde also von den Herstellern erkannt. Das erleichtert das tägliche Ingenieursleben nicht nur ungemein, es macht dadurch aus einem vormals primitiven Lautstärken-Regler sogar ein echtes Schweizer Taschenmesser. Audient richtet sich mit dem ASP510 an Tonmacher, die ihr 5.1-Setup, ihre Konsole, diverse Mehrspursysteme im Tonstudio-Alltag präzise mit Pegeln beschicken können möchten. 

Details

Remote per Ethernet

Der ASP510 von Audient besteht aus einem 19“/1HE-Basisgerät und einer kleinen, handlichen Remote, die allein per Ethernet-Kabel angeschlossen wird. In Lieferumfang befindet sich ein fünf Meter langes Cat5-Ethernet-Kabel. Bei Bedarf kann man laut Hersteller alternativ ein bis zu 20 Meter langes Cat5-Kabel nutzen, um die Fernbedienung anzuschließen. In meinem Test habe ich eine möglichst lange Ethernet-Strecke der im Studio verlegten Netzwerkkabel genutzt, die in der Summe deutlich über 20 Meter liegen dürfte, und habe dennoch keinerlei Probleme bei der Bedienung des Gerätes feststellen können. Ob dies im Dauerbetrieb allerdings unproblematisch bleibt, sei mal dahingestellt, denn mit längeren Ethernetstrecken und. zwei oder drei Patchkabeln könnten die benötigen Ströme die Schaltung des Steuerungs-Ausgangs des Basisgeräts eventuell an seine Grenzen führen. Das ist aber reine Mahnung zur Obacht und pure Spekulation meinerseits. 

Nicht nur Audio-Anschlüsse am Basisgerät

Am Basisgerät befinden sich auf der aufgeräumten, minimalistischen Vorderseite lediglich eine Power-LED und sechs kleine Trimpotis, um die sechs Lautsprecherausgänge des 5.1-Setups jeweils um +/-10 dB feinjustieren zu können. Der Audient ASP510 ist also kein 19“-Gerät zum Protzen, sondern Understatement inmitten Display-überschwemmten 19“-Verwandten. Auf der Rückseite der Haupteinheit sitzen wie erwartet die Ein- und Ausgänge des Controllers. Ganze zehn 25-polige D-Sub25 Anschlüsse sind hier vorhanden und ermöglichen, eine große Vielfalt an Ein- und Ausgängen anzukoppeln. Einer der D-Subs bietet sogar die Möglichkeit, Solo-, Dim- oder Talkback-Triggersignale von einer Konsole zu verarbeiten und an die pegelschickenden Ausgänge entsprechende Absenkungen weiterzuleiten. Eine Besonderheit bei den D-Sub25-Anschlüssen ist, dass der Ausgang für die Speaker als male-Version ausgelegt ist, was in den meisten Fällen entweder einen D-Sub25 Gender-Changer oder eine Sonderanfertigung nötig macht, denn die vorkonfektionierten Kabelpeitschen von der Stange, die auf XLR oder Klinke auseinzeln, werden in aller Regel mit einem male D-Sub25-Stecker angeboten. Und so lässt die moderne Audio-Industrie nun eben doch die „kleinen“ Betriebe weiterleben, weil man dann aller Wahrscheinlichkeit nach vielleicht doch eben lieber mal den örtlichen Kabel-Löter beauftragen wird, anstatt selber eines frühen Kolophonium-Todes zu sterben.

Für den Test habe ich mich mit vorkonfektionierten Peitschen und einem female/female-Adapter zufriedengegeben. Wenn man sich nun also mit dem Konzept anfreunden kann, all seine Ein- und Ausgänge per D-Sub25-Peitschen zu organisieren, kann man insgesamt folgende Anbindungen herstellen:

- drei 5.1-Surround- und drei Stereoquellen

- acht Eingänge von einer Konsole ( 5.1-Surround plus Stereo)

- achtAusgänge zum Multitrack-Recorder ( 5.1-Surround plus Stereo)

- schaltbarer Encoder/Decoder Insert-Weg

- sechs Lautsprecher-Ausgänge

- zwei Alternativ-Speaker-Ausgänge

- universeller Konsolen-Solo- und Monitor-Steuerungsweg

- Guide-Track-Eingang (Stereo)

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