Schrottpresse
Feature
9
13.01.2021

10% aller weltweiten Streams von britischen Musikern

Ein neuer Report der British Phonograpic Industry (BPI) besagt dass 10,1% aller gestreamten Songs von britischen Künstlern stammt. 

Großbritannien macht global gesehen nicht einmal 0,8% der Weltbevölkerung und 2,2% des BIPs aus. Dennoch stammen über 10% der Streams von britischen Künstlern ab. Diesen Fakt bezeichnet die BPI als "exzellente Leistung in der Musik". Die Analyse bezieht sich auf 14 Musikmärkte, die allerdings 75% der global aufgezeichneten Streams ausmachen: Australien, Belgien, Brasilien, Deutschland, Frankreich, Italien, Kanada, Niederlande, Österreich, Spanien, Schweden, Schweiz, UK und USA.

Der Erfolg hängt auch mit den vielen neuen Verträgen britischer Künstler mit Major Labels zusammen. Alleine im Jahr 2019 wurden 153 Artists (38% mehr als noch 2010) aus UK unter Vertrag genommen. Damit stehen derzeit gesamt 640 britische Musiker bei den Major Labels Universal, Sony und Warner unter Vertrag. Auch die hohen Marketingausgaben für die Promotion half den Künstlern. £150 Millionen haben britische Labels 2019 für die internationale Vermarktung ihrer Musiker ausgegeben. 

Damit ist das Vereinigte Königreich nach den USA der zweitgrößte Exporteur von Musik weltweit und der drittgrößte (aufgezeichnete) Musikmarkt. 

Ed Sheeran, The Beatles und Coldplay

Das der große Streaming Erfolg hauptsächlich mit den Topstars zusammenhängt ist hier keine Überrschaung. 90% aller Streams bekommen 1% der Musiker. 

Wenn man sich die Top 20 meistgestreamten Songs auf Spotify ansieht, stammen sechs davon aus GB. Jeder dieser Songs wurde schon über 1,5 Milliarden mal gestreamt: Vier mal ist Ed Sheeran, je einmal sind James Arthus und Lewis Capaldi vertreten. Eh Sheeran hat mit "Shape of You" auch den meistgestreamten Song der Welt (2,676 Milliarden) kreiert. Weitere weltbekannte Künstler mit einem großen Beitrag an den Zahlen sind Adele, Sam Smith, Calvin Harris, Harry Styles und Coldplay. Natürlich dürfen in der Aufzählung legendäre Bands wie The Beatles, Rolling Stones und Queen nicht fehlen. Letztere hat mit Bohemian Rhapsody auch den 29. meistgestreamten Song (1,378 Milliarden) auf Spotify. Die BPI zählt noch Artists wie Dua Lipa, Lewis Capaldi, Stormzy, Anne Marie, George Ezra und Ellie Goulding im Report auf.

Die drei meistgestreamten Songs aus dem deutschsprachigen Bereich sind "Roller" von Apache 207 (239 Millionen Streams), "Du Hast" von Rammstein (237) und "99 Luftballons" von Nena (205).

Einnahmen könnten sinken 

Die Performance britischer Künstler ist in jedem Fall beeindruckend. Vor allem da die Musiker in allen möglichen Genres stark vertreten sind. Egal ob Pop (Elton John), Rock (Arctic Monkeys), elektronische Musik (Fatboy Slim), man wird immer viele talentierte und erfolgreiche britische Künstler finden. Von den Streamingeinnahmen können allerdings nur die wenigsten leben. Die Auszahlungsraten sind je nach Plattform zwischen niedrig und nicht existent (wir berichteten). 

Nach derzeitigem Stand könnten die Ambitionen einiger britischer Künstler allerdings gedämpft werden. Nach dem Brexit müssen sie anstrengenden Visa- und Zollbestimmungen folgen. Touring-Artists müssten demnach in jedem Land der EU ein Arbeitsvisum und teure Zollzertifikate für die Instrumente beantragen. Wir haben darüber ausführlich berichtet: Brexit - der Niedergang der britischen Musik?

Verwandte Artikel

User Kommentare