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Arte Doku legt unfaire Gewinnausschüttung im Musikstreaming offen

Eine neue Doku des Erfolgsformats Arte Tracks sorgt derzeit für reichlich Aufmerksamkeit im Netz. Angestoßen von weltweiten Protesten verschiedener Musikergruppen und der Gründung von Musiker-Gewerkschaften, wollten die Macher der Doku der unfairen Bezahlung von Musikern und Musikerinnen durch Spotify und co. auf die Spur gehen.

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Die sehr sehenswerte Doku mit Beiträgen der Musiker Balbina und Neil Rodgers, einigen Industrie-Mitarbeitern und auch O-Tönen von Spotify-Gründer Daniel Eck erklärt zunächst einmal, wie Spotify mit seinem Geschäftsmodell die Musikindustrie zunächst einmal vor dem Piraterie-Trend der 00er Jahre gerettet und zurück zu alter Größe und vor allem Umsatzstärke geführt hat. Der Knackpunkt: Bis heute schreibt Spotify als noch immer aufsteigendes Digital-Unternehmen keine schwarzen Zahlen. Also zahlt der Streaming-Dienst nur den Bruchteil eines Cents pro Stream an die Künstler aus.
Die globalen Proteste, die in über 31 Städten weltweit abgehalten wurden, fordern nun zumindest einen Cent pro Stream. Denn: Landet man keine millionenfach geklickten Hits, landet fast kein Geld auf den Konto. Die Sängerin Balbina erklärt in der Doku, sie könne sich aktuell von einer Streaming-Abrechnung nicht einmal ein Eis kaufen. Mit einer fairen Entlohnung würde sie zwar nicht reich werden, könnte aber von ihrer Musik leben. Vor der Pandemie ging das auch so, aber da seit über einem Jahr keine Konzerte stattfinden, stehen viele Musiker und Musikerinnen vor dem Ruin und schauen noch deutlicher auf die Streaming-Abrechnungen.
Das größte Problem machen die in der Doku interviewten Personen an der unfairen Umverteilung der Einnahmen von Spotify und co. fest. Im Intro der Doku heißt es passender Weise: “Stellt euch vor ihr geht in einen Plattenladen und kauft etwas von eurer Lieblingsband und euer Geld geht an Drake oder Ed Sheeran, obwohl ihr sie nie hört. Genau das passiert derzeit mit euren Streams.” Das Geld, das Spotify einnimmt wird bevorzugt an die großen Künstlerinnen und Künstler ausgeschüttet. Kleinere Bands und Musiker gehen fast leer aus. 
Die Künstlerinnen und Künstler fordern also eine Abrechnungsmethode, wie sie Soundcloud kürzlich vorgestellt hat: Das Geld, was ein einziger Nutzer über ein Premium-Abo oder die gesehene Werbung für Spotify einspielt, soll ausschließlich an die Musiker ausgeschüttet werden, die auch wirklich von dem jeweiligen Nutzer angehört wurden. Klingt fair. 
Schaltet sich eventuell sogar bald die Justiz in den Konflikt zwischen Musikern und Streaminggiganten ein? In England befasst sich aktuell sogar ein Untersuchungsausschuss der Regierung mit der Gewinnausschüttung der Streamingdienste. In jedem Fall würde ein alternatives Ausschüttungssystem den aktuellen Status Quo in der Industrie komplett über den Haufen werfen. Die Ära der extra kurzen Songs, die nur die Algorithmen und Vorgaben von Spotify und co. füttern sollen, wäre wohl beendet. 
Was meint ihr? Haben die Proteste eine Chance gegen Spotify, Apple Music, Amazon und co? 

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von Niklas Wilhelm

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