Was sind die wichtigsten Effektpedale für perfekte Surf-Guitar-Sounds? 

Welche Effektpedale benötigt man für welchen Musikstil und/oder Gitarrensound? In unserer Workshop-Reihe „Die wichtigsten Effektpedale für …“ zeigen wir euch, welche Pedale sich am besten für die unterschiedlichen Musikstile eignen. Dabei kommen wir ohne Umwege direkt auf den Punkt. Und Soundbeispiele der unterschiedlichen Kombinationen gibt es natürlich auch. Hier sind die Pedale für Surf-Guitar-Sounds.

Shutterstock / Von: Toms Burkovskis

Surf-Guitar-Sounds – Das Wichtigste in Kürze

  • Was ist Surf-Musik? Der Ursprung der Surf-Musik liegt in den späten 1950er-Jahren und ist primär ein Instrumental-Rockstil, der in Südkalifornien entstand und eng mit der Surfkultur verbunden ist. Typisch sind schnelle, treibende Rhythmen und stark verhallte E-Gitarren.
  • Welche Bands und Interpreten haben die Surf-Musik geprägt? Instrumentalbands und Interpreten wie Dick Dale & The Deltones, The Ventures, The Surfaris oder The Shadows prägten den Musikstil. Auch in der Filmmusik (Italo-Western) oder in jüngerer Zeit bei Tarantino-Filmen hört man die typischen Songs und den charakteristischen Gitarrensound.
  • Was sind typische Merkmale von Surf-Guitar-Sounds? Der klassische Surf-Guitar-Sound ist eher clean. Effekte waren der damals in den Amps integrierte Federhall und das bei Fender als Vibrato bezeichnete Tremolo. Später kamen auch Fuzz-Pedale und vor allem bei den Shadows ein Bandecho für Slapback-Delay-Sounds zum Einsatz.
  • Fazit: Ein lauter Clean-Amp und eine satte Portion Federhall sind notwendig, um ordentlich auf den Wellen reiten zu können. Wenn es etwas schmutziger zugehen soll, ist ein Fuzz-Pedal auf jeden Fall die erste Wahl. Ein Tremolo-Effekt ist ebenfalls nie verkehrt.

Welche Effektpedale werden für Surf-Guitar-Sounds benötigt?

Möchte man ein weites Feld von Surf-Guitar-Sounds abdecken, reichen in der Regel fünf Effektpedale: Spring Reverb, Tremolo, Delay, Overdrive und Fuzz. Dementsprechend sind auch unsere unterschiedlichen Pedalboard-Setups zusammengestellt.

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Pedalboard Size S – Welche Effektpedale braucht man unbedingt für Surf-Guitar-Sounds?

Pedalboard für die Surfgitarre – Size S

Reverb

Ohne Federhall geht bei Surf-Guitar-Sounds nichts. Und deshalb ist ein Spring-Reverb der Effekt für unser Minimal-Setup. Soll dieser Sound mit echten Hallspiralen in einem Effektpedal erzeugt werden, benötigt man etwas mehr Platz auf dem Board. Tatsächlich gibt es Pedale mit echten Hallspiralen (Carl Martin Headroom), aber die fallen recht sperrig aus. 

Einige Hersteller widmen sich diesem Sound auf digitalem Weg mit Pedalen im Standardformat. Der Effekt eines Federhalls ist charakteristisch. Prägnant ist dabei der Ton bei höherer Intensität, wenn man bei harten Anschlägen das Klackern der Hallspiralen hören kann. Ein Effekt, den kernige Musiker auch gerne mal mit einem beherzten Tritt gegen ihren Amp auslösten. Beim legendären Fender Reverb wurde die Intensität des Halls mit dem Parameter Dwell eingestellt und bei höheren Settings hörte man die typischen Nebengeräusche. Bei anderen Herstellern – vor allem auf der digitalen Ebene – sind für die Intensität Parameter wie „Dripstone“ oder „Spring Tension“ zuständig. 

Hier einige typische Reverb-Sounds:

Audio Samples
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Reverb: Off – On Reverb: Dwell Check: 10-14-17 Uhr Reverb: Old School Reverb Reverb: Dirty Reverb

Pedalboard Size M – Mit drei Effektpedalen zum perfekten Surf-Guitar-Sound?

Pedalboard für die Surfgitarre – Size M

Overdrive – Reverb – Tremolo

In unserem Medium-Setup sind drei Pedale im Einsatz: Spring Reverb, Tremolo und Overdrive. 

Der Overdrive wird so eingesetzt, dass er einen etwas dreckigeren Ton liefert, also eine leichte Verzerrung. Hier sind Pedale sehr vorteilhaft, bei denen man das Direktsignal hinzumischen kann. Letzteres liefert den knackigen Attack der Transienten und das Overdrive-Signal die kleine Schippe Dreck, ohne matschig zu klingen. Das ist vor allem bei schnellen Anschlägen auf den tiefen Saiten (Tremolo-Picking) sehr wichtig. 

Das Tremolo sorgt für Modulation und Bewegung im Sound, hier sind variable Settings möglich. Von ganz dezent und langsam bis zum hektischen Tremolo (sehr gut bei Akkorden mit Tremolo im Songtempo) ist alles erlaubt. Vorteilhaft im Bühneneinsatz sind per Tap-Tempo steuerbare Tremolo-Pedale. Auch die Effektreihenfolge sollte man bei dieser Sound-Disziplin überdenken. In der Regel sollten ja Modulationseffekte vor die Raum- und Zeiteffekte geschaltet werden, aber bei den meisten alten Fender-Amps war der Tremolo- (Vibrato-)Effekt hinter dem Federhall platziert. Das ist daran zu erkennen, dass die Hallfahne vom Tremolo „zersägt“ wird. Ein sehr markanter Sound, den man besonders bei kurz klingenden Akkorden nutzen kann. 

Deshalb bevorzuge ich für Surf-Guitar-Sounds diese Effektreihenfolge. Den Unterschied hört ihr in den ersten beiden Beispielen.

Audio Samples
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Tremolo hinter Reverb Tremolo vor Reverb OD – RV – TR – Slight Overdrive – nacheinander aktiviert OD – RV – Anschlagsdynamik

Pedalboard Size L – Wie ist ein großes Pedalboard für Surf-Guitar-Sounds bestückt?

Pedalboard für die Surfgitarre – Size L

Spring-Reverb – Tremolo – Overdrive – Analog-Delay – Fuzz

Mit fünf Pedalen ist man für eine große Palette an unterschiedlichen Surf-Guitar-Sounds gerüstet. Für unser Large-Pedalboard kommen noch ein Delay und ein Fuzz-Pedal hinzu. Als bevorzugte Delay-Gattung ist das Tape-Echo angesagt, mit dem die Helden von damals, darunter Hank Marvin von The Shadows, bestimmte Sounds erzeugten. Sehr beliebt ist das Slapback-Echo, eine Echowiederholung mit einer kurzen Verzögerungszeit zwischen 90 und 130 Millisekunden. Und mit hohen Wiederholungsraten (Feedback) und längerer Verzögerungszeit lässt sich ein spaciger Echo-Sound erzeugen, der gerne mal in einem dreckigen Endlos-Loop enden darf. Diese Variante ist sehr gut geeignet für bestimmte Leadsounds oder Intros/Outros.

Wenn es dann richtig schmutzig werden soll, hilft nur noch ein Fuzz-Pedal, und das kennt keine Grenzen:. Es darf sägen, nach kaputtem Amp klingen oder einfach nur ein langes Sustain für gehaltene Töne bieten. Gerade für modernere Surf-Guitar-Sounds mit der Extraportion Schmutz ist das Fuzz die beste Wahl. 

Audio Samples
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OD – DLY – RV – Slapback Echo OD – DLY – RV – Space Echo OD – DLY – RV – TR – Surfing Sandman OD – DLY – RV – TR – Baritone FZ – RV – Garage Fuzz FZ – RV – TR – Lead Fuzz

Surf-Gitarren-Sounds im Band Arrangement

Zum Abschluss hört ihr die verschiedenen Pedale noch einmal in einem Bandarrangement mit mehreren Spuren. Im Einsatz bei allen Beispielen in diesem Workshop – bis auf die beiden Baritone-Sounds (Les Paul Baritone) – ist eine Fender Jaguar mit P90-Pickups.  Sie spielt über einen Fender Twin Reverb, bei dem Reverb und Tremolo ausgeschaltet sind. Den Speaker des Amps nimmt ein Beyerdynamic M-160 ab

Audio Samples
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Band Arrangement mit Surf Guitar Sounds

Die richtigen Effektpedale für Surf-Guitar-Sounds – Fazit

Ein Reverb mit einem Federhall-Effekt (Spring Reverb) ist absolut unverzichtbar für Surf-Guitar-Sounds. Außerdem solltet ihr daran denken, dass euer Amp entsprechende Clean-Reserven braucht, damit die Gitarre auch unverzerrt Drums und Bass Paroli bieten kann. Wenn ihr bekannte Surf-Songs nachspielen möchtet, empfehlen wir euch den folgenden Workshop.

Die verwendeten Pedale im Überblick und weitere Empfehlungen

Boss FRV-1 (Reverb)

Walrus Audio Ages (Overdrive)

Boss TR-2 (Tremolo)

Boss RE-20 (Delay)

VS Audio Pandora (Fuzz)

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Das Boss FRV-1 und das RE-20 werden leider nicht mehr hergestellt, für das RE-20 gibt es mit dem RE-202 allerdings einen adäquaten Nachfolger. Als Spring-Reverb-Ersatz eignet sich der True Spring Reverb von Source Audio.

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