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Verdienen statt verhindern: Sony arbeitet mit Dubset an der Legalisierung unautorisierter Remixes

2017 könnte das Jahr werden, in dem dank moderner Musikerkennungstechnologie und dem Willen der großen Major Companies nicht autorisierte Remixes und Edits endlich legal werden. Die Technologie, die bislang nur für Abmahnungen auf YouTube und Soundcloud genutzt wurde, könnte nun eine Revolution in der Musikindustrie ermöglichen.

(Bild: Fotolia, Credits: Alexey Laputin)
(Bild: Fotolia, Credits: Alexey Laputin)


Sony Music Entertainment hat mit dem Rechteverwertungs-Startup Dubset eine Zusammenarbeit geschlossen und wird das erste Majorlabel sein, das es seinen Autoren ermöglichen wird, an inoffiziellen Remixes und Edits Geld zu verdienen. Das Internet ist voll von nicht autorisierten Edits, Remixes und DJ-Mixes, die tatsächlich oft billige Rip-Offs sind. Vor allem, wenn mal wieder ein Star stirbt, poppen Edits seiner Musik im Internet hoch wie Pilze nach dem Regen.
Mitunter sind DJ-Bearbeitungen aber auch große Kunst oder klettern in die DJ-Charts, wie gerade der Maceo Plex Edit von The Smiths „How Soon Is Now“. Aber bislang fiel den Major-Companies lediglich die unkreativste Form der Regulierung ein: verbieten!
Ich kenne einige DJs, die fantastische Edits produzieren, an denen sie gar kein Geld verdienen wollen, die sie aber gerne legal präsentieren möchten – und natürlich den Fame abgreifen. Bisher scheiterte eine Legalisierung allerdings immer an der hohen Hürde zwischen Original-Autor und Bearbeiter. Über zaghafte erste Versuche des Sample-Clearings haben wir schon kürzlich berichtet und auch Sample-Pionier Matt Black von Coldcut sehnte im Bondeo-Gearchat eine Lösung für diese Problematik herbei.
Der Deal zwischen Sony und Dubset könnte der erste Schritt genau in diese Richtung sein. Dubset hat mit der MixBANK (Rechte-Management Plattform) und einem großen Cross Clearance Netzwerk die Technologie, um inoffizielle Bearbeitungen und Samples im Internet durch hochpräzise „Audiofingerabdrücke“ für seine Datenbank zu identifizieren. Das Unternehmen verteilt dann die Lizenzen dementsprechend.
Schon im letzten Jahr hat Dubset Deals mit Apple Music und Spotify gemacht, um dort Musik mit unautorisierten Samples von Labels zu erlauben, mit denen Dubset zusammenarbeitet. Die große News ist nun, dass Sony als erste Major-Company dazu stößt. Und Dubset ist dem Vernehmen nach in Verhandlungen mit den beiden anderen großen Majors: Universal und Warner.
Wenn ein Deal zustande käme, könnten alle inoffiziellen Remixe und Edits auf Streaming-Plattformen wie Spotify und Apple Music ohne Urheberrechtsprobleme gehostet werden. Es ist auch höchste Zeit, denn hochgeladen und gestreamt wird die Musik sowieso. Der Unterschied ist der, dass die Urheber in naher Zukunft dies nicht mehr verhindern, sondern daran verdienen. Das sind natürlich keine guten Nachrichten für Soundcloud, die als Hauptplattform für DJ-Mixes und nicht autorisierte Edits gelten und in den letzten Jahren auch so manche DJ-Karriere angeschoben haben.
Dubset könnte hingegen zu einem der großen Player im Music-Biz aufsteigen. Womöglich dürfen also DJs schon bald ihre Mixes und Edits ohne Probleme ins Netz stellen und sogar auf Streaming-Diensten laufen lassen, ohne sich Sorgen machen zu müssen, dass sie dafür rechtlich belangt werden. Im Gegenteil: Urheber und Remixer bekämen ihre Anteile an den Tantiemen und die Fans unglaublich viel neue Musik zu hören. Schöne neue Welt? Noch nicht ganz. Denn es ist schwer vorstellbar, dass jeder Rechteinhaber einfach seinem Verlag uneingeschränkte Kompetenzen einräumt. Ralf Hütter von Kraftwerk zum Beispiel dürfte nach wie darauf pochen, dass seine Musik unangetastet bleibt. Andererseits unterzeichnet Sony solch einen Deal sicher nicht ohne Hintergedanken.
Was meint ihr zu dem Thema? Sagt es uns in der Kommentarleiste!

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(Bild: Fotolia, Credits: Alexey Laputin)

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von Mijk van Dijk

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