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McCartneys 912-Seiten dickes Buch wirft neuen Blick auf ikonische Songs

Wenn Songs ein Leben beschreiben

Mit dem Buch veröffentlicht Paul eine etwas andere Art von Autobiografien. Einer der erfolgreichsten Musiker aller Zeiten erzählt sein Leben anhand von Liedern. Denn durch nichts anderes manifestierte sich sein Leben so sehr wie durch seine musikalischen Werke. In dem zweiteiligen Buch betrachtet Paul sein Leben anhand von 154 Songs. In alphabetischer Ordnung werden sowohl seine ersten Aufnahmen als auch die größten Hits wie “Let It Be” oder “Hey Jude” beleuchtet. Dabei finden sich in dem Buch nicht nur Interpretationen und Anekdoten zum Entstehungsprozess. 

© Screenshot aus Youtube-Video, Bild von Mary McCartney / Beck
© Screenshot aus Youtube-Video, Bild von Mary McCartney / Beck

Vor allem die vielen privaten Erinnerungsstücke aus McCartney eigenem Archiv verleihen dem ganzen viel Persönlichkeit. Mit Skizzen, Briefen, Entwürfen, “Zeugs” und vielen Fotografien gibt das Buch auch optisch viel her. Die Rezensentin Viola Schenz von der NZZ schrieb in einem Beitrag zu dem Buch, dass sie es tolle finde, dass Paul auch viele persönlichen Fehltritte anführte: “Fern von jeglichen Star-Allüren gibt McCartney zu, einen Song von den Beach Boys geklaut zu haben oder auf seinen U-Bahnfahrten in New York und London dem Voyeurismus zu frönen.” Auch die gescheiterte Ehe mit Heather Mills spricht  Paul offen an. Ob er schon längst über diese Perioden in seinem Leben hinweg ist oder die Niederschriften als Therapiesitzungen gesehen hat, spielt dabei keine Rolle. 

Paul und John 1964 © United Press International
Paul und John 1964 © United Press International

John Lennon kam zur richtigen Zeit in Pauls Leben

Sein Bandkollege John Lennon ist in dem Buch auch oft Gesprächsthema. So erzählte er von dem ersten Treffen der beiden, nachdem Paul mit seiner Band ‘The Quarrymen’ in Liverpool auftrat und Lennon zu Besuch war. In einer Pause spielte McCartney John dann einen Track vor, durch den sie ins Gespräch kamen. Dabei erzählte er auch, wie wichtig es für ihn war, dass nach dem Tod seiner Mutter ein neuer, so wichtiger Mensch einen Platz in seinem Leben fand. 
Zu allen Songs hatte er die Entstehungsgeschichte oder die Bedeutung der Lyrics nicht mehr im Kopf. Und hin und wieder wollte er nachträglich aus den Lyrics auch nicht mehr machen, als sie sind. Manchmal unter Drogeneinfluss entstanden, manchmal durch spontanes Jammen im Proberaum. So unterschied sich auch die Dauer für die Produktion von Songs und Alben immens. Die schnellsten Songtexte schrieb McCartney in unter einer Stunde. Selbst die Produktion von Hits dauerte in einzelnen Fällen nur einen halben Nachmittag. Für andere Songs brauchten er und die Beatles hingegen Monate. 

Ab sofort erhältlich

Das 912-Seiten-Koloss ist also für Fans ein durchaus faszinierendes Werk. Aber auch für Personen, die nur im entferntesten etwas mit den Beatles anfangen können, werden ihren Spaß beim Durchblättern haben. Selten bekommt man von einem so großen Popstar so viele persönliche Einblicke. Das Buch kostet 78 Euro und ist ab sofort im C.H. Beck-Verlag erhältlich.

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von Mathias Walter

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Ralf Thomas sagt:

#1 - 27.03.2022 um 11:10 Uhr

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Peinlich: "The Quarrymen" war Johns, nicht Pauls Band, und letzterer war zu Gast bei einem Auftritt der Band - eigentlich eins der bekanntesten Elemente des Geburtsmythos des größten Songwriter-Duos der Popgeschichte... Im Übrigen danke für den Verweis auf den NZZ-Artikel - in dem übrigens im Gegensatz zum vorliegenden erwähnt wird, dass McCartney unangenehme Themen SEHR WOHL ausspart und dass Heather Mills' Name sogar ÜBERHAUPT NICHT fällt; auch der HIER seltsam und seltsam anrüchig klingende Voyeurismus-Part wurde mir dort erst klar....

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