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LA67 T-ZED und MACA Test

Praxis

LA67 T-ZED und MACA im Einsatz

Um nach dem Funktionsüberblick nun das Timbre des T-ZED in Kombination mit dem MACA einschätzen zu können, habe ich mir für meine Patches allerdings trotzdem Hilfe von einem weiteren Oszillator geholt, und zwar vom Joranalogue Generate 3. Dieser bietet neben linearer Through-Zero-FM auch Through-Zero-Phasenmodulation … war also ein ideales “Vergleichskaninchen”, wenn man das so sagen darf.

Die beiden Module von LA67 haben leicht unterschiedliche Panelfarben, passen aber soundtechnisch gut zusammen. (Foto: Lukas Hermann)
Die beiden Module von LA67 haben leicht unterschiedliche Panelfarben, passen aber soundtechnisch gut zusammen. (Foto: Lukas Hermann)

Doch zunächst erst einmal zu den Grundsounds des LA67-Oszillators. Alle vier Basiswellen klingen vom tiefen Subbass-Bereich bis in die hohen Frequenzen rein und voll. Einziger kleiner Haken: Keine Pulsbreitenmodulation. Stattdessen punktet er mit dem oben bereits genannten Waveshaping von Sinus- zu Sägezahnwelle. Leichte LFO-Modulationen in Richtung „Shape“ können Sequenzen ordentlich aufpeppen – wie das fünfte der folgenden Beispiele unter Zuhilfenahme der 281t Hüllkurve von Buchla & Tiptop Audio zeigt:

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T-ZED: Sinus T-ZED: Dreieck T-ZED: Sägezahn T-ZED: Puls T-ZED: Shape

Wenn man noch einmal den Vergleich mit dem cre8audio Capt’n Big-O bemühen will, könnte man den T-ZED als milder und buchla-esker bezeichnen, obwohl der Oszillator von cre8audio derjenige mit einem Wavefolder ist. Anders gesagt: Der T-ZED ist ein timbre-orientierter Oszillator mit vielen „Sweetspots“, der Capt’n Big-O ist deutlich brachialer. Auch der Generate 3 von Joranalogue hat etwas mehr Biss, was bei Sinuswellen-Modulation aber nicht immer gewünscht sein muss. 

Phasenmodulation: Von seicht bis kratzig

Etwas weniger dezent im Klang kann der T-ZED trotzdem sein – dank der Phasenmodulation. Sie ist der timbral interessanteste Part des Oszillators, aber als solcher nicht ganz leicht einzustellen. Es gehört etwas Fingerspitzengefühl beim Justieren des T-ZED sowie des modulierenden Oszillators dazu, um aus ihr glasklare, FM-artige Sounds herauszukitzeln. Dabei empfehle ich den Einsatz eines gepufferten Multiples, um 1V/Okt.-Signale vom Keyboard oder Sequenzer an beide Oszillatoren weiterzureichen. Dann klingt der T-ZED echt toll!

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T-ZED: Phasenmodulation

Um den PM-Sound aggressiver zu gestalten, kann der Sync des T-ZED mit dem Modulator helfen. Dann werden die Klänge schnell wild und offenbaren die rauere Seite des Oszillators. Dafür stand beim Patchen glücklicherweise immer direkt der MACA parat, der mit seinen zwei Tiefpass-Modi die harschen Spitzen der Sync-Leads dämpfen bzw. konturieren konnte.

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MACA: Tiefpass-Filter (LP2)
Mit dem Trim-Poti oben am MACA kann ein ordentlicher Drive vor dem Filter hochgefahren werden. (Foto: Lukas Hermann)
Mit dem Trim-Poti oben am MACA kann ein ordentlicher Drive vor dem Filter hochgefahren werden. (Foto: Lukas Hermann)

LA67 MACA: Moog-Sounds auf wenigen TE

Womit wir beim Filter angelangt wären. Zu ihm kann ich wenig mehr sagen, als dass er seinen Job ordentlich erledigt. Die Tiefpass-Sounds gehen mit der hellen Resonanz in Richtung Moog, weshalb eines der erfreulichsten Features des Moduls sein bipolarer Abschwächer für die Frequenzmodulation ist. Mit ihm kann der Resonanzsweep sehr präzise eingestellt werden.

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MACA: Tiefpass-Filter (LP4) mit LFO MACA: Tiefpass-Filter (LP4) mit Hüllkurve MACA: Tiefpass-Filter (LP2) mit Hüllkurve

Sehr hochwertig klingt der Input-Drive, der aus dem MACA einen direkten Konkurrenten zum ähnlich teuren und nur leicht breiteren Mutable Instruments Ripples macht. Der allerdings bietet dank umschaltbarer Flankensteilheit für Tief- und Bandpass plus ein Hochpassfilter insgesamt fünf Optionen, während man sich beim MACA mit dreien begnügen muss. 

Eigencharakter? Eher Fehlanzeige

In seinem Fall zählt daher eher die Größe als der Sound. Nicht dass man aus MACA keine brauchbaren Sounds herausholen könnte, gerade mit Audiosignalen als Frequenzmodulatoren des Filters klingt das Modul enorm fett und komplex. Nur zeigt es leider kaum Eigencharakter, immer schwingt etwas Moog mit – ähnlich wie schon beim Mr. Phil Ter von cre8audio. Da macht sich der geringe Preis ein wenig bemerkbar, wie auch darin, dass die Phasenmodulation mit dem Generate 3 deutlich besser klang als mit der Sinus-Resonanz des MACA.

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MACA: Phasenmodulation in Bandpass

Aber ganz ehrlich: Wem der tatsächliche Filter-Sound des Moduls zusagt, dem kann das egal sein! Und somit ist das Modul ideal für Einsteiger-Racks: Es ist einfach zu bedienen, kompakt und hochwertig verbaut und tut exakt das, was es soll. Auf Spezialfilter mit besonderen Sounds kann man im Eurorack ja später immer noch umsteigen.

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