Gitarre
Test
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16.04.2013

Weehbo Helldrive Test

Overdrive Effekt-Pedal

Höllenzerre?

Der Weehbo Helldrive im bonedo-Test - Wer unter dem Namen Helldrive einen harten, sägenden Zerrsound erwartet, der jedem Metaller das Herz aufgehen lässt, der liegt beim gleichnamigen Pedal von Weehbo ziemlich daneben, denn das soll sich eher mit dem Anfangsstadium des Zerrsounds beschäftigen. Laut Hersteller ist das Gerät auf Low- bis Medium-Gain-Sounds spezialisiert, und legt den Fokus auf die dynamische Ansprache, die jede Feinheit im Spiel zu Gehör bringen soll. Dazu ist das Gerät eher klangneutral konzipiert, es müsste also den Grundcharakter des Instruments unangetastet lassen und sich auch mit den unterschiedlichen Verstärkertypen bestens vertragen.

Das alles steht auf dem Beipackzettel, der zusammen mit dem Helldrive im gepflegten Holzkästchen angeliefert wird, und klingt auf jeden Fall sehr vielversprechend. Der folgende Test wird zeigen, was der Helldrive wirklich kann und welche Risiken und Nebenwirkungen sein Besitzer unter Umständen in Kauf nehmen muss.

Details

Gehäuse/Optik

Mit seinem auffälligen roten Druckgussgehäuse macht der Helldrive seinem Namen alle Ehre. Allerdings wird unser Testgerät nicht, wie auf der Herstellerseite abgebildet, mit einer aufwendigeren Relic-Lackierung, sondern einfarbig und im Neuzustand ausgeliefert. Für den Relic-Faktor muss der Gitarrist also selbst Hand und Fuß anlegen. Die Haupt-Bedienelemente befinden sich auf der Oberseite und bestehen aus sechs schwarzen Potis, einem Kipp- und zwei Fußschaltern mit dazugehörigen LEDs. Dazu verstecken sich auf der Platine im Inneren fünf Trimpotis, mit denen der Klang noch feiner auf das vorhandene Equipment abgestimmt werden kann. Die Front ist mit den Anschlüssen Input, Output, 9V DC und einem Schalter mit der Bezeichnung Dynamic bestückt. Mit Letzterem kann die interne Spannung von 9V auf 18V umgeschaltet werden. Der Vorteil beim 18V-Betrieb ist eine wesentlich höhere dynamische Ansprache des Pedals. Allerdings verbraucht der Helldrive in diesem Modus einen Hauch mehr Strom. Normalerweise saugt er 68 mA, bei internen 18 Volt sind es dann laut Datenblatt 73 mA. Hier ist der Unterschied nicht so groß wie zum Beispiel beim JCM Drive. Aber trotz dieses minimalen Mehrverbrauchs würde ich persönlich auf Batteriebetrieb verzichten, denn das könnte mit der Zeit kostspielig und nervig werden, zumal für den Batteriewechsel die Bodenplatte abgeschraubt werden muss.

Bedienung

Der Helldrive ist als Overdrive mit zuschaltbarem Boost konzipiert. Der Booster kann wahlweise vor oder hinter die Overdrive-Sektion gelegt werden, hierfür ist die Einstellung des Booster-Kippschalters auf Pre oder Post zuständig. So lässt sich in Pre-Stellung der Overdrive noch etwas aus der Reserve locken und ein erhöhter Zerrgrad generieren, bei Post erhält man mehr Lautstärke für den Solosound. Dabei wird die Lautstärke des Boosters mit dem Fire-Regler bestimmt. Dem Overdrive selbst stehen zum Einstellen von Lautstärke und Zerrgrad Level und Gain zur Verfügung, die Klangregelung besteht ebenfalls aus zwei Reglern, die unter den Namen Tone und Balls schon etwas komplexere Aufgaben erledigen. Tone ist eine normale Höhenblende und mit Balls werden die Mittenanteile und das Kompressionsverhalten verändert. Ganz rechts bleibt der Input-Regler zu erwähnen, der die Eingangsempfindlichkeit bestimmt und bei höheren Werten den Bassbereich etwas anhebt. Wie man sieht, kann schon die Oberseite mit mehr aufwarten, als man auf den ersten Blick erwartet, aber unter der Haube geht es noch weiter. Dort warten nämlich zum Feinjustieren des Grundsounds zusätzlich fünf Trimpotis, die mit einem kleinen Schraubenzieher bedient werden wollen. Und das sind ihre Funktionen:

Trimpoti 1: Presence (Einstellen des hohen Frequenzbereichs)

Trimpoti 2: Bass (Einstellen des Bassbereichs)

Trimpoti 3: Gain (Einstellen des Zerrgrades des Boosters

Trimpoti 4: Bass (Einstellen des Bassbereichs des Boosters)

Trimpoti 5: Tone (Frequenzfilter für den Booster)

 

Mit diesen Möglichkeiten lässt sich der Helldrive optimal an das angeschlossene Equipment anpassen. Deshalb ist es auch durchaus logisch, diese Regelmöglichkeiten nach innen zu legen, denn nach einmaligem Einstellen lässt man in der Regel die Finger davon. Die Potis können übrigens auch im laufenden Pedalbetrieb angepasst werden.

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