Test
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19.08.2020

RANE TWELVE MK2 Test

Deck-Controller

Turntable-Controller mit DVS-Out, MIDI-Controllern und Display

Rane Twelve MK2 ist ein Turntable Controller mit 12-Zoll-Vinyl, der das digitale Auflegen mit einem haptischen Gefühl ähnlich wie mit einem Plattenspieler erlaubt, nur dass man hierfür weder Vinyls noch Nadeln oder Tonarm benötigt. Mit dem MK2-Update wurde der Twelve um einige neue Features erweitert, die mehr Flexibilität und komfortablere Zugriffsmöglichkeiten im Einsatz erlauben. Zum Beispiel die Steuerung von Traktor und Virtual DJ. Richtig gelesen – Serato-only war einmal. Zusätzliche Outputs für DVS-Systeme bzw. DVS-Mixer sind angesagt.

Und das ist nicht alles, was sich getan hat. Allerdings ist der Preis recht sportlich. Für ein Doppelpack sind zum Zeitpunkt der Niederschrift dieser Zeilen rund 1800 Euro hinzulegen. Dafür bekommt man im Handel auch schon ein Technics SL1210 MK7 Twin-Pack.

Doch wer der Schallplatte im Grunde schon mehr oder weniger abgeschworen hat und dennoch seine digitalen Tracks in alter Turntable-Manier ohne Nadelsprünge, Vibrationsprobleme und Verschleißteile performen möchte inklusive der Möglichkeit, Hotcues direkt vom Turntable abzufeuern, kommt vielleicht ins Grübeln …

Details

Mächtig viel Gewicht für einen Controller einerseits, amtlich viel Gewicht für einen Plattenspieler auf der anderen Seite. Der Twelve ist mit 413 x 368 x 90 mm etwas schmaler als Plattenspieler wie der Technics MK7 (453 x  353 x 169 mm) und kommt auf ein Gewicht von 9,3 kg. Davon entfallen 2,2 kg auf den Alu-Plattenteller mit Kautschuk-Dämpfung.

Das Chassis ist mit den RANE-Schriftzügen sehr robust gefertigt, die Füße sind nicht dämpfend konstruiert, sondern sitzen bombenfest und auch hier muss zunächst der Aluminiumdruckguss-Plattenteller montiert werden. 

Eine Acryl-Control-Disc mit ungewöhnlichem Grip (sie ist durch den speziellen Schnitt nicht so rutschig wie echte Timecodes oder Schallplatten) lässt sich über einen Klick-and-Snap Quick-Release Spindeladapter an der Spindel arretieren. Dem Lieferumfang gehören bei: Rane Twelve Chassis, Plattenteller, Slipmat, Benutzerhandbuch und Faltblätter, Strom- & Cinch-Kabel, Gutschein für Pitch ‘n Time und besagte schwarze Acryl-Control-Disc mit weißer Markierungslinie.

Anschlüsse am RANE Twelve MK2

Unterhalb des Plattenspielers mit etwa 11 cm Versatz nach innen befindet sich das Anschlusspanel des RANE Twelve MK2. Hier sitzen Strombuchse und Power-Schalter, USB-Port und der Torque-Schalter zur Anpassung des Drehmoments. Außerdem noch die neu hinzugekommenen Audioausgänge. Diese dienen nicht zur Übertragung eines Musikstücks an einen Mixer, sondern für die Übermittlung der Timecode-Frequenz. Dazu später mehr.

Die Platzierung des Einschaltknopfs ist für mich nicht wirklich gelungen, weil man stets das Chassis anheben muss, um die Geräte ein- bzw. auszuschalten. Gut, auf der anderen Seite kann das dann kaum noch „versehentlich“ geschehen, doch hätte ich den Taster gern besser im Zugriff platziert gesehen. Rane Twelve fühlt sich Battle-Position genauso wohl wie im Club-Layout. Das versenket Anschlusspanel kommt hier positiv zum Tragen.

Turntable trifft auf MIDI-Controller

Oben angekommen imponiert mir zuerst der imposante 12-Zoll-Platter, auf den ich bereits die Slipmat und die mitgelieferte Control-Disc mit dem fetten weißen Sticker-Aufdruck montiert habe. Turntablisten dürften sich zudem noch über die 12 und 14 Uhr Sticker am Chassis freuen, erspart die Kombi doch mitunter, eigene Aufkleber anzulegen. Möchte man eine eigene Vinyl montieren, benötigt man für diese einen Lochbohrer und kann über drei Schrauben an der Control-Disc die Scheiben austauschen.

Dort, wo bei einem Plattenspieler normalerweise der Tonarm sitzt, befindet sich hier ein Strip-Search, der je nach gewähltem Modus zum Needle-drop, für Hotcues und zum Navigieren in der Wellenform genutzt werden kann, darunter folgen Display und Deck-Selektoren. Damit bietet der Controller eine Umschaltmöglichkeit für bis zu vier Software-Player. 

Der Twelve verfügt über einen Pitch-Control mit Pickup-LEDs und einstellbarer Range (±8,  16 und 50 %). Etwas versetzt arrangiert bietet die MK2-Version nun einen Browser-Encoder mit Back-Taste und eine neue Instant-Double-Taste. Ferner entdecke ich auf prominenter Position den obligatorischen On/Off-Schalter mit integrierter roter Strobo-Beleuchtung, daneben die Tempoumschaltung (33/45 rpm). Soweit zu den Ingredienzien.

DVS-Verbindung und USB-MIDI

Wie  erwähnt kann der Twelve als USB-Controller arbeiten oder eine Trägerfrequenz via Cinch-Buchsen ausgeben, um als DVS mit jeder fähigen Software zusammenzuarbeiten. Welche DJ-Programme DVS generell unterstützen, könnt ihr in diesem Artikel (Die besten DVS-Systeme für DJs: Software, Hardware, Rückblick, Ausblick, Status Quo) nachschlagen.

Der 12er ist offiziell mit Serato, VDJ und Traktor kompatibel, was im Grunde auch weitere Programme zulässt, die mit dem jeweiligen Timecode arbeiten oder über eine flexible Frequenz/Timecode-Auswahl verfügen. Allerdings wäre hier das MIDI-Mapping selbst anzulegen.

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