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23.09.2016

SOUND NACHBAUEN

Eine Sache muss immer klar bedacht werden. Die aufgeführten Gerätschaften, egal ob es sich dabei um das Original-Equipment oder ähnlich klingende Amps und Effekte handelt, sind lediglich das Werkzeug zum Erzeugen des Sounds und der Musik. Die eigentliche Musik kommt letztendlich vom Gitarristen selbst, aus seinen Fingern und von seiner Fähigkeit, den Klang zu formen. Daher macht das Equipment höchstens 50% des Sounds aus, der Rest bleibt (zum Glück) vom individuellen Geschick des Musikers geprägt.   Um den Sound von David Gilmour nachzubauen, benötigt man ein etwas größeres Arsenal an Bodentretern.

Gitarre

David benutzt auf der Bühne hauptsächlich die Strat, im Studio kamen zwar auch andere Instrumente zum Einsatz, zum Beispiel eine Les Paul, aber trotz allem würde ich die Strat als Instrument Nummer 1 bevorzugen. Für den absolut authentischen Sound sollte die Gitarre mit einem verstimmungsfreien Vibrato-System ausgestattet sein, denn Gilmour benutzt sehr oft ein dezentes Hebel-Vibrato, wenn er Töne länger klingen lässt.  

Wah Wah

Ein Standard-Wah verrichtet hier gute Dienste, David Gilmour bevorzugt ein Cry Baby.  

Overdrive

Für die leicht angezerrten Sounds ist ein Overdrive mit guter dynamischer Ansprache angesagt. Bei den Aufnahmen habe ich oft den Boss Blues Driver benutzt, ansonsten funktioniert auch der Ibanez Tube Screamer oder die Overdrives von Mad Professor, T-Rex oder Fulltone. Es gibt ja mittlerweile unzählige hochwertige Overdrive-Pedale. Achtet einfach darauf, dass die Verzerrung auch gut über die Anschlagstärke steuerbar ist. Ein kleiner Geheimtipp wäre in diesem Zusammenhang auch der Palmer Root Effect Overdrive, denn hier kann man noch das Clean-Signal hinzumischen, eine Kombination, die Gilmour häufiger mal benutzt.  

Distortion

Für die etwas stärker verzerrten Sounds reicht der Overdrive nicht aus, hier kommt man mit einem Distortion-Pedal besser ans Ziel. Gilmour selbst benutzt sehr häufig den Big Muff von Electro Harmonix, ansonsten ist man auch mit dem Boss DS-1 oder der Ratte (ProCo The Rat) auf der sicheren Seite.  

Phaser

Die Sounds aus den Siebzigern, besonders die Songs von „Dark Side Of The Moon“ und „Wish You Were Here“ sind geprägt von Gilmours Rhythmus-Spiel, bei dem er oft den Phaser (MXR Phase 90) einsetzte. Daher ist ein Phaser Pflicht. Empfehlenswert sind der besagte Phase 90 von MXR, aber auch der Boss PH-3, Electro Harmonix Small Stone oder der Line 6 Modulation Modeler MM4 verrichten gute Arbeit.  

Chorus

In den Achtziger Jahren wurde der Chorus sehr populär, wozu auch David Gilmour beitrug. Auf „The Wall“ kann man viele Cleansounds mit dezentem Chorus-Effekt hören. Genau wie Andy Summers von The Police benutzte auch Gilmour einen Flanger von Electro Harmonix (Electric Mistress), dessen Klang in seiner Einstellung dem eines Chorus sehr ähnelt. Wenn man den Electric Mistress nicht zur Hand hat, würde ich eher einen Chorus als ein Flanger-Pedal auf das Pink Floyd Tribute Board schrauben. Hier kann man die üblichen Verdächtigen aus dem Hause Boss, T-Rex, MXR empfehlen.  

Delay

Das Delay sollte eine Tap-Funktion haben, denn auch Gilmour arbeitet häufig mit Tempo-Delays (Another Brick In The Wall pt.1). Außerdem verleiht es dem Solo-Sound etwas mehr räumliche Tiefe und künstliches Sustain. Das Pedal sollte auf jeden Fall eine Tap-Funktion besitzen, mit der man das Tempo des Delays per Fuß regeln kann. Hierfür kommen unter anderem das Boss DD-7, Strymon Brigadier oder T-Rex Reptile2 infrage. Der Line 6 DL4 Delay Modeler und das Boss DD-20 haben zudem noch den Vorteil, dass hier mehrere Einstellungen abgespeichert werden können.  

Verstärker

Stell den Verstärker auf Clean ein. Die Verzerrung wird mit dem Overdrive-Pedal gemacht.

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