Bass Hersteller_Ibanez
Test
7
06.08.2019

Praxis

Die kompakten und handlichen Bässe aus der SR-Serie sind durch die Bank sehr leicht zu spielen, und das trifft natürlich auch auf den neuen SR500E zu. Der hohe Spielkomfort beginnt schon beim Gewicht: mein Testbass bringt gerade mal 3,3kg auf die Waage und ist damit selbst für einen Viersaiter ausgesprochen leicht. Am Gurt hängt der SR500E sehr gut ausbalanciert und in einer sehr angenehmen Spielposition mit leicht nach oben zeigendem Hals. Durch die starken Shapings schmiegt sich der Bass regelrecht an den Körper - nichts drückt in die Rippen oder stört irgendwie beim Spiel.

Den Rest zur ausgesprochen komfortablen Handhabung besorgen der schnelle und flache Hals sowie eine wirklich erstklassige Bundierung, mit der sich eine angenehm niedrige Saitenlage realisieren lässt. Ab Werk war das Setup zwar noch nicht ganz optimal, mit wenigen Handgriffen konnte ich aber etwas Krümmung aus dem Hals nehmen und die Saiten deutlich tiefer legen - mit diesem Setup spielt sich der Bass butterweich und selbst bei stärkeren Anschlägen rasselt kein einziger Ton auf dem Zwei-Oktaven-Griffbrett - perfekt!

Schon rein akustisch gespielt macht mein Testkandidat einen gesunden Eindruck und weist keinerlei Symptome in Richtung Deadnotes oder Sustain-Schwäche auf - der Sound ist kräftig und die Töne klingen gleichmäßig aus. Wie sich die positiven Eigenschaften am Amp auswirken, hören wir uns in den nach folgenden Audiobeispielen an. Bei der Aufnahme zum ersten Beispiel war der EQ der Ibanez-Elektronik ausgeschaltet und die Tonblende stand auf 100%:

Wow, der SR500E klingt bereits ohne EQ wirklich satt! Die BH2-Tonabnehmer von Bartolini liefern meiner Ansicht nach einen fetteren und vor allem auch komplexeren Sound als die Bartolini MK1 Splitcoils, welche im Vorgänger zum Einsatz kamen.

Es folgt dieselbe Einstellung mit beiden Tonabnehmern und EQ im Bypass - die passive Tonblende war im nächsten Beispiel allerdings komplett zugedreht:

Die Tonblende greift wunderbar und liefert auf dem gesamten Reglerweg brauchbare Sounds - selbst wenn sie komplett zugedreht ist. Einen Vintage-Bass macht die neu konfigurierte Elektronik samt Tonblende aus dem SR500E logischerweise nicht, sie sorgt aber für mehr klangliche Flexibilität und tolle Vintage-inspirierte Sounds, die mit dem älteren SR500 nicht ohne weiteres umzusetzen sind.

Modernere Sounds sind mit dem neuen SR500E natürlich überhaupt kein Thema. Der Onboard-Equalizer ist klanglich wirklich flexibel und jedes Band liefert brauchbare Ergebnisse ohne unerwünschte Nebenwirkungen, etwa nervende Frequenzen oder lästiges Rauschen. Für den Slapsound im nächsten Beispiel habe ich die Bässe und die Höhen am Ibanez-Preamp ordentlich aufgedreht - das Ergebnis kann sich wirklich hören lassen, wie ich finde!

Die Mitten sind ja generell sehr wichtig für den grundsätzlichen Charakter eines Basssounds. Eine flexible Mittensektion mit drei verschiedenen Einsatzfrequenzen, wie sie der Ibanez-Preamp bietet, ist deshalb wirklich viel Wert. Um einen aggressiv-durchsetzungsstarken Rocksound aus dem SR500E zu holen, habe ich den Frequenzwahlschalter auf 750Hz gelegt und die Hochmitten mit dem Mitteregler leicht angehoben.

Wer auf runde und warme Sounds steht, kommt mit einer Anhebung der Tiefmitten bei 250Hz schnell ans Ziel. Für den voluminösen, Precision-mäßigen Begleitsound im nächsten Clip wurden zusätzlich die Bässe leicht geboostet und die Höhen etwas abgesenkt.

Zum Schluss hören wir uns den Stegtonabnehmer des SR500E im Solomodus an. Der punchige Charakter des Bartolini BH2 in der Brückenposition kommt am besten mit einer Mittenanhebung bei 450Hz zur Geltung, zur Kompensation des Fundamentverlustes musste ich allerdings die Bässe deutlich boosten. Das Resultat ist ein knurrig-direkter Sound für virtuose oder markante Parts.

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