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16.02.2016

B.log – 5 Grammys für Kendrick Lamar

„To Pimp A Butterfly“ ist das beste Rap Album des Jahres

„Alright“ der beste Rap Song

Kendrick Lamar ist mit 11 Nominierung in das Rennen für die Grammys 2016 gegangen und wurde gestern Abend in Los Angeles mit 5 Grammys ausgezeichnet. „To Pimp A Butterfly“ ist das beste Rap-Album des  Jahres, „Alright“ der beste Rap-Song. Lamar selbst wurde für die beste Rap-Performance, die beste Rap-Kollaboration und das beste Video („Bad Blood“ mit Taylor Swift) geehrt.

„Float like a butterfly and sting like a bee“ war das Motto des legendären Boxers Muhammad Ali. „To Pimp A Butterfly“ heißt das zweite Album von Kendrick Lamar, welches im März 2015 veröffentlicht wurde. Genau wie Ali löste es ein Erdbeben aus. Nicht nur das es direkt nach seinem Erscheinen auf den ersten Platz der Billboard 200 Album und Rap Charts schoß und am ersten Tag schon 9,6 Millionen mal gestreamt wurde.

Die Kritik überschlägt sich mit Lobeshymen. Für den Mut Lamars kein traditionelles Rap Album gemacht zu haben, sondern Stil übergreifend Rap mit Freejazz, Funk und Soul zu mischen und die Texte weit über den Rap bis tief in die Black Poetry gehen zu lassen. Die Message der CD ist politisch, intelligent und hochbrisant, da Lamar die Ereignisse in Ferguson und die Probleme der farbigen Bevölkerung mit der Polizei und den Rassismus der amerikanischen Gesellschaft verarbeitet.

Während NWA Ende der 90er Jahre noch „Fuck the police“ skandierten, geht Lamar einen Schritt weiter und fordert die Selbstermächtigung seiner Brüder und Schwestern:

Nigga, we gon' be alright

Nigga, we gon' be alright

We gon' be alright

Do you hear me, do you feel me?

We gon' be alright

Nigga, we gon' be alright

Huh? We gon' be alright

Nigga, we gon' be alright

Do you hear me, do you feel me?
We gon' be alright                        (Alright)

So der Text der im Juni 2015 veröffentlichte zweite Single „Alright“. Das Vibe Magazin feiert den Song und bezeichnet ihn als „Hymne des Jahres 2015 für den zivilen Ungehorsam“. Das dazugehörige, fast acht Minuten lange Video, ist ein surreales Mini-Kurzfilm-Epos in schwarzweiß. Das Auto, indem Lamar mit seinen Homies sitzt, wird von Polizisten getragen und Lamar selbst schwebt oder fliegt immer wieder über dem Geschehen.


Vieles in der Symbolik erinnert mich an Beyonces neues Video „Formation“ das einen Tag vor ihrem Super Bowl Auftritt letzte Woche veröffentlicht wurde und in dem sich Frau Knowles Carter auf einem versinkenden Polizeiauto räkelt und in Kolonialtracht gekleidet die beiden Mittelfinger in die Kamera hebt. Ob nun von Lamar kopiert oder seine Bildsprache bestärkend. Das beide Künstler in Schwarze getroffen haben, zeigen die hitzigen Reaktionen und Diskussionen auf ihre Videos. Gut so. Black lives matter! 

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