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Die besten Keyboardsoli aller Zeiten

Meistens nimmt das Keyboard in der Pop- und Rockmusik ja eher eine begleitende Funktion ein. Als Keyboarder ist man es gewohnt, im Hintergrund zu bleiben und die übrigen Bandmitglieder möglichst gut beim Solieren zu unterstützen. Dennoch bietet die Pop- und Rockgeschichte eine ganze Reihe hervorragender Keyboarder, die durch ihre legendären Soli Geschichte schrieben. Hier kommt eine Auswahl der besten Keyboardsoli aller Zeiten.

Die besten Keyboardsoli aller Zeiten
Die besten Keyboardsoli aller Zeiten

Inhalte

  1. Keith Emerson auf „Rondo“ (The Nice, 1967)
  2. Ray Manzarek auf „Riders on the Storm“ (The Doors, 1971)
  3. Jon Lord auf „Highway Star“ (Deep Purple, 1972)
  4. Edgar Winter auf „Frankenstein“ (Edgar Winter Group, 1972)
  5. Rick Wakeman auf „Roundabout“ (Yes, 1972)
  6. Billy Powell auf „Call Me The Breeze“ (Lynyrd Skynyrd, 1974)
  7. Richard Wright auf „Shine On You Crazy Diamond (Parts 6-9)“ (Pink Floyd, 1975)
  8. Steve Winwood auf „Valerie“ (1982)
  9. Eddie Van Halen auf „Jump“ (1983)
  10. Kenny Kirkland auf “La Belle Dame Sans Regrets” von Sting (1996)


Diese Liste kann natürlich gar nicht vollständig sein und soll auch nicht über das spielerische Können urteilen. Dazu sind die Stile der einzelnen Keyboarder und Bands viel zu unterschiedlich, und musikalische Qualität lässt sich nicht in absoluten Zahlen messen und vergleichen. Daher haben wir die Liste chronologisch sortiert. Wenn wir euer Lieblingssolo vergessen haben, schreibt am besten einfach einen Kommentar – so bekommen wir nach und nach eine große Sammlung der besten Soli zusammen.

Keith Emerson auf „Rondo“ (The Nice, 1967)

Für gewöhnlich tauchen in Listen wie dieser Keith Emersons Orgel- und Synthesizersoli mit seiner späteren Band Emerson, Lake & Palmer auf, bei denen er bekanntlich die Tastaturen seiner Hammond-Orgel und Modularsynthesizer mit Messern malträtierte und allen bewies, dass auch der Keyboarder bei der Bühnenshow einer Band die Hauptrolle spielen kann. Ich habe mich jedoch für dieses Instrumental seiner früheren Band The Nice entschieden. Es steht stellvertretend für die Zeit des Psychedelic Rock, in der viele Bands begannen, mit Instrumenten wie der Orgel und alternativen Songformen zu experimentieren.

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Ray Manzarek auf „Riders on the Storm“ (The Doors, 1971)

Das minutenlange Rhodes-Solo von Ray Manzarek entwickelt sich langsam und nimmt sich viel Zeit, wie auch der gesamte Song. Die chilligen Vibes und der „gut abgehangene“ Groove machen „Riders on the Storm“ zu einem Klassiker für nächtliche Autofahrten – und für allerhand bewusstseinserweiternde Erlebnisse. Es sollte leider der letzte Song sein, den die Doors gemeinsam aufnahmen, und der letzte, den Jim Morrison sang.

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Jon Lord auf „Highway Star“ (Deep Purple, 1972)

Die Liste der Deep-Purple-Songs, die man in diese Liste aufnehmen könnte, ist lang, schließlich war es Organist Jon Lord, der die Vorarbeit von Keith Emerson weiterführte und die Hammond-Orgel im Hardrock-Genre endgültig etablierte. Die Art und Weise, wie die Orgel bei Deep Purple mit den Gitarren eine kraftvolle Einheit bildet, bleibt einzigartig – genauso wie Jon Lords energiegeladenes Spiel und unvergesslicher Sound.

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Edgar Winter auf „Frankenstein“ (Edgar Winter Group, 1972)

Das soll ihm erstmal jemand nachmachen: Edgar Winter legt in diesem Titel nicht nur ein, sondern gleich vier Soli hin, an drei verschiedenen Instrumenten. Was tut man, wenn der ARP 2600 zu unbeweglich ist? Ganz einfach: Gitarrengurt an das dazugehörige Keyboard dran und schon kann man im Stehen neben den Gitarristen performen. Und da das natürlich noch nicht reicht, schnappt er sich danach kurzerhand das Saxofon und legt darauf ein ebenso virtuoses Solo hin. Nachdem er auch an den Timbales seine Kunst unter Beweis gestellt hat, geht es am ARP weiter, und diesmal bleibt endgültig kein Stein mehr auf dem anderen. Grandios!

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Rick Wakeman auf „Roundabout“ (Yes, 1972)

Noch so ein Orgelsolo der frühen 1970er, das bis heute definiert, was man unter „Rockorgel“ versteht. Mit Rick Wakeman könnte man – wie auch mit Keith Emerson – diese ganze Liste füllen, so groß war sein Einfluss auf die Verwendung von Keyboards in der Rockmusik. Neben zahlreichen Soloalben und Studioaufnahmen für David Bowie, T.Rex, Elton John und viele andere war er insgesamt fünfmal (!) Mitglied der Band Yes und gilt heute als einer der einflussreichsten Rock-Keyboarder der Geschichte.

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Billy Powell auf „Call Me The Breeze“ (Lynyrd Skynyrd, 1974)

Ein bisschen solider Blues Rock darf hier natürlich nicht fehlen! Billy Powells virtuoses Pianosolo auf Lynyrd Skynyrds Cover von „Call Me The Breeze“ ist einfach mitreißend und perlt mit einer beeindruckenden Leichtigkeit. Manchmal muss es gar nichts Neues sein – ein Bluesschema, ein treibender Shuffle-Groove und viel Spielfreude funktionieren einfach immer.

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Richard Wright auf „Shine On You Crazy Diamond (Parts 6-9)“ (Pink Floyd, 1975)

Richard Wrights meisterhafte Synthesizer-, Rhodes– und Clavinet-Passagen in diesem ausladenden Opus von Pink Floyd mag man gar nicht als „Soli“ bezeichnen, so wunderbar sind sie in den Gesamtkontext der Band und des Werkes integriert. Pink Floyd bildeten zusammen mit Bands wie Yes in den 1970ern die Avantgarde und loteten die Grenzen dessen, was in der Rockmusik möglich war, immer wieder neu aus, sowohl musikalisch als auch technisch. Keine andere Band der Welt klingt wie Pink Floyd – außer natürlich The Australian Pink Floyd Show.

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Steve Winwood auf „Valerie“ (1982)

Laut einem Kommentar auf YouTube ist „Valerie“ der 80er-mäßigste Song überhaupt, und dem würde ich mich durchaus anschließen. Über einem Bett von satten Polysynths perlt Winwoods klassisches Synthesizer-Popsolo, in dem er zudem einen virtuosen Umgang mit den Rädern für Pitch Bend und Modulation unter Beweis stellt. Auch das Video ist ein Klassiker jener Zeit, inklusive Windmaschine und reichlich Haarspray.

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Eddie Van Halen auf „Jump“ (1983)

„Jump“ ist ein kontroverses Thema, aber irgendwie darf es hier nicht fehlen. Trotz aller Abgenudeltheit gehört das Keyboardsolo von Gitarrist Eddie van Halen auf dem dafür berühmt gewordenen Oberheim OB-Xa definitiv auf diese Liste, aus einem einfachen Grund: Das Solo in „Jump“ ist ein perfektes Beispiel für das geschickte Blendertum, das zum heimlichen Handwerkszeug aller Berufsmusiker gehört: Viele Noten, die sich für das Publikum raffiniert anhören, aber in Wirklichkeit ziemlich leicht zu spielen sind. Jeder Coverband-Keyboarder kann bestätigen: Das (von einem Gitarristen gespielte) Solo in „Jump“ ist eines der am leichtesten zu spielenden Keyboardsoli aller Zeiten, so gut liegt es in der Hand. Trotzdem ein absoluter Klassiker!

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Kenny Kirkland auf “La Belle Dame Sans Regrets” (Sting, 1996)

Zum Schluss noch ein ganz persönlicher Favorit von mir. Die Liste großartiger Soli von Kenny Kirkland auf Titeln von Sting ist lang, und alle anderen wären ebenso Kandidaten für diese Liste gewesen. Ein ganz besonderes Kleinod ist aber versteckt auf dem Album „Mercury Falling“. Selten gab es in der Popmusik ein so kunstvoll phrasiertes, sensibel intoniertes Klaviersolo und eine so mühelose Verflechtung von Pop und Jazz. Ganz großes Kino und eine Lehrstunde für jeden, der Pop- oder Jazzpiano spielt. Auf Repeat stellen, heraushören und spielen lernen!

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Welches sind eure Favoriten? Welche tollen Keyboardsoli aus der Pop- und Rockgeschichte haben wir noch vergessen? Schreibt uns einfach einen Kommentar!

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von Lasse Eilers

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BadTicket sagt:

#1 - 16.06.2020 um 08:02 Uhr

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Super, dass Ihr Rick Wright mit aufgenommen habt, denn ein Soli darf wie von Euch beschrieben auch sehr gut eingebunden sein und muss sich nicht immer "nach vorne drängen".

Kommentare vorhanden
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