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Leadsheet schreiben: Workshop für Keyboarder und Pianisten

Leadsheet schreiben detailliert erklärt. Wie man als Keyboarder oder Pianist Leadsheets vorbereitet und was sie beinhalten, erklären wir in unserem Workshop.

Leadsheet schreiben: Workshop für Keyboarder und Pianisten (Foto: Shutterstock / von Beauty Studio / Layer: Frentzen)
Leadsheet schreiben: Workshop für Keyboarder und Pianisten (Foto: Shutterstock / von Beauty Studio / Layer: Frentzen)

Für eine Probe, eine Jamsession, oder einen Gig, sind Leadsheets ein wichtiges und sehr hilfreiches Werkzeug, um ein schnelles Zusammenspiel aller beteiligten Musiker zu ermöglichen. Auch zur Selbstbegleitung bietet ein Leadsheet wichtige Informationen, um einen Song beispielsweise am Klavier zu spielen, ohne dabei eine ausgeschriebene Klavierstimme oder viele Noten lesen zu müssen. Getreu dem Motto „weniger ist mehr“, findet man hier nur die elementarsten Informationen: Der Spieler soll die Melodie vom Blatt lösen, sie mit Akkorden und einem Rhythmus anreichern.

Genau genommen bietet ein Leadsheet eine überschaubare und gut lesbare Darstellung eines Songs für die schnelle Umsetzung in die Praxis. Doch wie schreibt man ein solches Leadsheet? Welche Fähigkeiten sind dafür nötig und was muss man beachten? In diesem Workshop bieten wir praktische Tipps und Hilfestellungen, die dabei helfen selbst ein Leadsheet schreiben, und zu wissen, worauf es dabei ankommt.

Inhalte

  1. Quick Facts: Leadsheet
  2. Leadsheet vorbereiten
  3. Struktur des Songs analysieren
  4. Anweisungen und Zeichen aus der Musikliteratur verwenden
  5. Tonart bestimmen und Harmonien heraushören
  6. Harmonien als Akkordsymbole notieren
  7. Melodie im Leadsheet notieren
  8. Hilfen beim Notieren des Leadsheets
  9. Rhythmus in der Melodie notieren
  10. Beispielsong für den Aufbau eines Leadsheets
  11. Schlusswort
  12. Download
  13. Quellen für Leadsheet-Apps, Literatur und PDFs

Quick Facts: Leadsheet

Was ist ein Leadsheet?

Ein Leadsheet ist die vereinfachte Notationsform eines Musikstückes, das Melodie, Akkorde sowie rhythmische Informationen festhält. Das Leadsheet verzichtet auf spezifische Instrumente und ausgeschriebene Stimmen einzugehen. Durch die kompakten Informationen ist das schnelle Reproduzieren des Stückes in verschiedenen Kontexten möglich: Ganz gleich, ob mit nur einem Instrument, oder einem Kollektiv aus mehreren Musikern. Das Leadsheet bietet die wichtigsten Informationen zum Spielen eines Musikstücks und gibt aufgrund der Darstellung viel Freiraum für die eigene Interpretation. Gleichzeitig erfordert das Spielen mit einem Leadsheet grundlegende Noten- sowie Akkordkenntnisse und ebenfalls ein gewisses Maß an improvisatorischen Fähigkeiten, um Melodie, Akkorde und Rhythmik zu koordinieren. Eine große Anzahl Leadsheets werden z. B. im berühmten „Realbook“ geboten, einer Sammlung unzähliger bekannter Jazzstandards. Generell sind Leadsheets eine bevorzugte Schreibweise in der Popmusik.

Wie ist ein Leadsheet aufgebaut?

Ein Leadsheet besteht in der Regel aus einem Notensystem, das hauptsächlich für die Melodie verwendet wird. Weitere Informationen finden darüber bzw. darunter Platz. So werden Akkordsymbole oberhalb des Notensystems, passend zur Melodie angeordnet, um zu erkennen, welche Noten der Melodie zu welchem(n) Akkord(en) gehören. Rhythmische Akzente werden im Gegensatz dazu entweder zusätzlich in das Notensystem, oder als sogenannte „Slash-Notes“ (mit einem Querstrich als Notenkopf) darunter eingetragen. In rhythmisch aufwendigeren Stücken wird gelegentlich ein zweites Notensystem platziert, um mehr Raum für zusätzliche Informationen, wie Rhythmik, Akzente, oder besondere Hinweise zu bieten. Sofern ein Leadsheet nur aus Akkorden besteht, spricht man auch von einem ‚Chordsheet‘. Typischerweise besteht ein Leadsheet aus nicht mehr als 1 – 2 Seiten.

Das Realbook ist die wohl bekannteste Sammlung an Leadsheets. (Quelle: Realbook / Privatbesitz)
Das Realbook ist die wohl bekannteste Sammlung an Leadsheets. (Quelle: Realbook / Privatbesitz)

Leadsheet vorbereiten

Wie beginnt man das Schreiben eines Leadsheets?
Bevor wir mit dem Schreiben des Leadsheets beginnen gleich ein paar Tipps geben, wie man sich gut vorbereitet. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass das mehrfache Anhören des Musikstücks eine unerlässliche Übung ist, um sich mit dem Song vertraut zu machen. Zum einen fallen wichtige Dinge erst bei mehrfachem Hören auf, und zum anderen hilft auch das Mitsingen oder mitspielen dabei, sich den Titel in puncto Ablauf, Melodie und Harmonie einzuprägen. Viele Vorteile bietet zudem ein geschultes Gehör, denn damit funktioniert das Heraushören der Melodien und Akkorde sehr viel einfacher.

Um mehr Platz für die Akkorde zu lassen eignet sich ein zweites Notensystem, wie in diesem Beispiel von „Blue Trane“, das aus dem RealBook stammt. (Quelle: Realbook / Privatbesitz)
Um mehr Platz für die Akkorde zu lassen eignet sich ein zweites Notensystem, wie in diesem Beispiel von „Blue Trane“, das aus dem RealBook stammt. (Quelle: Realbook / Privatbesitz)

Struktur des Songs analysieren

Wie erkennt man den Aufbau des Songs?
Ideal ist es, vorab handschriftlich Notizen zum Song zu machen. Viele Popsongs sind ähnlich aufgebaut und bestehen aus Intro, Strophe (Verse), Refrain (Chorus), Mittelteil (Bridge) sowie dem Schlussteil. Praktisch ist es, ein leeres Notenblatt vorab pro Zeile in jeweils vier Takte aufzuteilen, um beim Hören des Musikstücks Platz für Notizen zu haben. Ein klassisches Intro besteht oftmals aus vier oder acht Takten. Man erkennt es schnell am noch fehlenden Gesang oder einer instrumentalen Variation des späteren Refrains. Wiederholen sich die vier Takte, kann man diese gleich mit einem Wiederholungszeichen versehen. Setzt der Gesang dann ein, ist dies oft der erste Hinweis darauf, dass die Strophe beginnt. Eine deutliche Markierung „Strophe“ oder „Refrain“ machen das Leadsheet und die Songstruktur sofort übersichtlich. Wer den Ablauf dann abkürzen möchte, der kann bei wiederkehrenden Parts auch handschriftlich notieren, welche Parts wiederkehren, so wie im folgenden Beispiel. 

Erste Notizen auf dem entstehenden Leadsheet. (Quelle: Christian Frentzen)
Erste Notizen auf dem entstehenden Leadsheet. (Quelle: Christian Frentzen)

Anweisungen und Zeichen aus der Musikliteratur verwenden

Gibt es Abkürzungen und Zeichen, um die Form des Stücks festzuhalten und dabei Platz zu sparen?
Um längere und komplexere Abläufe möglichst überschaubar zu gestalten, verwendet man Anweisungen aus der Musikliteratur. Beginnt der Song ab einem gewissen Zeitpunkt nochmals von vorne, ist es sinnvoll ein ‚Da Capo‘ (abgekürzt D.C.) zu verwenden.
Mit der Anweisungen „Dal Segno“ (vom Zeichen ab) „springt“ man im Stück zum Segno-Zeichen und spielt dann an dieser Stelle weiter. So werden Teile bei der Wiederholung übersprungen, die nicht mehr gespielt werden sollen. Das ist recht praktisch, denn so vermeidet man einige Songparts nochmals komplett auszunotieren. Besonders nützlich sind auch Wiederholungszeichen, denn oftmals werden Songparts wiederholt.

Was ist noch dienlich?
Ein besonders praktisches Zeichen ist der ‚Faulenzer‘: Wiederholt sich das musikalische Material aus einem oder mehreren Takten, dann kann man es damit prima abkürzen. Daneben gibt es noch weitere hilfreiche Zeichen aus der Musikliteratur. Ein ‚Crescendo‘ bezeichnet etwa das lauter werden, ein ‚Ritardando‘ das langsamer werden und eine ‚Fermate‘ ist ein Ruhezeichen. Immerhin gehören Informationen zur Dynamik und zum Tempo ebenso zum Stück und werden in Leadsheets oft vergessen. Natürlich ist es auch erlaubt, kurze Anweisungen in Textform zu verwenden. Sollte ein Akkord erst bei der Wiederholung gespielt werden, dann wird dies oft in kurzer Textform notiert: „2nd time only“. Es gibt also etliche Möglichkeiten das Leadsheet mit weiteren Informationen zu spicken! 

Dieses Beispiel verdeutlicht u. a. die Anweisung „Dal Segno al Coda“ (D.S.): Nach dem ersten Chorus werden bei der Wiederholung der Pre-Chorus und Chorus übersprungen - es geht also nach der Strophe direkt weiter mit der letzten Zeile. Das Zeichen im dritten und vierten Takt der Strophe ist übrigens der erwähnte „Faulenzer“.
Dieses Beispiel verdeutlicht u. a. die Anweisung „Dal Segno al Coda“ (D.S.): Nach dem ersten Chorus werden bei der Wiederholung der Pre-Chorus und Chorus übersprungen – es geht also nach der Strophe direkt weiter mit der letzten Zeile. Das Zeichen im dritten und vierten Takt der Strophe ist übrigens der erwähnte „Faulenzer“.

Tonart bestimmen und Harmonien heraushören

Wie bestimmt man die Tonart, und wie hört man Harmonien heraus?
Widmen wir uns jetzt dem harmonischen Kontext des Stücks. Hier bieten sich mehrere Möglichkeiten, die Tonart des Stücks herauszufinden. Ich persönlich nähere mich dem Stück spielerisch, d. h. ich versuche am Klavier mitzuspielen und finde entweder die Tonart des Stücks heraus, oder aber einzelne Akkorde. Oftmals handelt es sich bei einfachen Titeln der Popmusik um wiederkehrende Akkorde, bzw. Akkordfolgen, mit denen man die Tonart schnell bestimmt. Typische Akkordverbindungen nach dem Schema ‚Tonika‘-‚Subdominante‘-‚Dominante‘ findet man immer wieder. Ein besonders einfacher Trick zum Herausfinden der Tonart: Man springt zum Ende des Stücks und wartet auf den letzten Akkord. Oftmals enden Titel mit dem Grundakkord, was harmonisch gesehen für Auflösung und „Entspannung“ sorgt. Tatsächlich spricht man in der Musik oft von ‚Spannung‘ und ‚Entspannung‘, bzw. Auflösung (‚tension and release‘). Es ist in jedem Fall hilfreich, mit einem Instrument zur Hand nach der Tonart zu suchen, um sich so spielerisch an die Tonart heranzutasten. 

Video: How To Figure Out Chords To Songs

Im folgenden Video erklärt Aimee Nolte ihren Weg, die Akkorde eines Stücks zu bestimmen. Dabei handelt es sich um eine sehr gute Erklärung, um die passenden Dreiklänge und deren Basstöne zu finden.

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Harmonien als Akkordsymbole notieren

Wie werden Harmonien im Leadsheet aufgeführt?
Für das Schreiben eines Leadsheets gilt, dass Harmonien als Akkordsymbole notiert werden. Dafür sollte man die gängige Schreibweise für Akkorde kennen: Dreiklänge werden mit Großbuchstaben notiert, wobei Moll-Dreiklänge im Gegensatz zu Dur-Akkorden zusätzlich mit einem kleinen „m“ gekennzeichnet werden. Eine typische Akkordfolge bestehend aus C-Dur, A-moll, F-Dur und G-Dur, wird also wie folgt notiert:  C, Am, F und G. Weitere Optionstöne werden dann in Form einer Zahl hinter dem Akkordsymbol platziert, so beispielsweise die Septime: A-moll mit Septime wird als Am7 notiert. Wichtig ist auch die Position der Akkordsymbole über dem Notensystem. Handelt es sich um Akkorde, die einen ganzen Takt oder länger gespielt werden, dann reicht es aus, wenn sie zu Beginn des jeweiligen Taktes notiert werden. Sollten pro Takt mehrere Akkorde wechseln, dann werden sie entweder deutlich im Viertel-Raster, oder aber entsprechend zugehörig zur Melodie aufgeschrieben.

Akkordsymbole werden oberhalb des Notensystems angeordnet und sollten gut erkennbar über den Noten stehen. (Foto: Christian Frentzen)
Akkordsymbole werden oberhalb des Notensystems angeordnet und sollten gut erkennbar über den Noten stehen. (Foto: Christian Frentzen)

Melodie im Leadsheet notieren

Wie notiert man die Melodie auf einem Leadsheet?
Bevor man die Melodie notiert ist es in der Vorbereitung wichtig, sie mitzusingen oder z. B. an einem Instrument zu spielen. So erhält man schnell einen Überblick über den Tonumfang, die richtige Lage und die zugehörige Tonart sowie deren Vorzeichen. Auch der Rhythmus lässt sich leichter notieren, wenn man die Melodie gut verinnerlicht hat. Dazu eignet sich das Klavier besonders gut, denn, wer nicht gerade über ein absolutes Gehör verfügt, der muss die Tonart mit einem Instrument oder ggf. mithilfe einer Stimmgabel finden. Für den Anfang sind Klavier oder Gitarre bequeme Hilfsmittel, um die Tonart spielerisch zu. Weiter geht es mit der Notation.

Hilfen beim Notieren des Leadsheets

Gehen wir davon aus, dass das Beispielstück im 4/4tel-Takt aufgebaut ist und sich die Melodie hauptsächlich aus Viertel- und Achtelnoten zusammensetzt. Hier empfiehlt es sich, taktweise vorzugehen und sich zu Beginn nur die ersten Töne zu suchen. Ein Instrument zur Hand hilft enorm. Hier probiert man so lange, bis die Töne gefunden sind. Jetzt kommt es auf den Rhythmus an: Handelt es sich dabei um einen gleichmäßigen Rhythmus, d. h. sind die Töne alle gleichlang, z. B. Viertel- oder Achtelnoten? Befinden sich Pausen zwischen den einzelnen Noten? Beginnt die Melodie auf dem ersten Schlag des ersten Taktes, oder mit einem Auftakt? Anhand dieser Fragen findet man die richtige Position der Noten und ihre korrekten Notenwerte!

Dieses Leadsheet von „Don’t You“ stammt aus dem „The Ultimate Pop Rock Fake Book“, einer Sammlung bekannter Pop- und Rocksongs. Hier ist neben der Melodie und den Akkorden auch der Text zu finden. Neben den Akkorden sind sogar die Griffbilder für Gitarre eingetragen. (Quelle: Realbook / Privatbesitz)
Dieses Leadsheet von „Don’t You“ stammt aus dem „The Ultimate Pop Rock Fake Book“, einer Sammlung bekannter Pop- und Rocksongs. Hier ist neben der Melodie und den Akkorden auch der Text zu finden. Neben den Akkorden sind selbst die Griffbilder für Gitarre eingetragen. (Quelle: Realbook / Privatbesitz)

Rhythmus in der Melodie notieren

Wie behandelt man rhythmische Besonderheiten, die nicht in der Melodie zu finden sind? Kommen wir an dieser Stelle zum Rhythmus, denn dieser ist bei Leadsheets fast ausschließlich in der ausgeschriebenen Melodie zu finden. Während die Akkorde also eher „grob“ über der Melodie festgehalten werden, spielt der Rhythmus in der Melodie eine wichtige Rolle, denn sie ist das einzige ausgeschriebene Element auf einem Leadsheet. Die Melodie gibt nicht nur Aufschluss über den Notenumfang, sondern auch einen Einblick in den Rhythmus. Befinden sich die Töne der Melodie gleichmäßig und im Einklang mit dem Metrum, d. h., liegen sie auf den Viertelnoten? Oder bewegt sich die Melodie eher gegenläufig zum Rhythmus?

Akzente finden

In einigen Fällen verstecken sich gerade hier Akzente, die dann auch von den Begleitmusikern mitgespielt werden. Manchmal werden Noten z. B. übergebunden oder vorgezogen, was für die praktische Umsetzung einige Fragen aufwirft. Werden diese ‚Synkopen‘ (rhythmische Verschiebungen) von den Begleitmusikern mitgespielt? Um Klarheit zu schaffen, eignet sich hier eine rhythmische Notation, die man häufig unter dem Notensystem und in einer speziellen Schreibweise für Rhythmik (z. B. mit linienförmigen Notenköpfen) notiert. Dadurch wissen alle Musiker, dass es hier auf spezielle Synkopen und „Kicks“ ankommt. Manchmal hat es eben seinen Reiz, wenn die Melodie „auf dem Beat“ liegt, während ein Teil der Begleitung dazu synkopisch spielt. Dadurch entsteht eine interessante rhythmische Reibung.  

Video: Syncopation. Part 1. What the heck is syncopation

Dieses Video erklärt die Funktionsweise von Synkopen.

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Beispielsong für den Aufbau eines Leadsheets

Um die unterschiedlichen Aspekte für das Schreiben eines Leadsheets zu verdeutlichen, habe ich ein beispielhaftes Leadsheet erstellt. Inspiriert durch den Song „Thinking Out Loud“ von Ed Sheeran, enstatnd ein einfacher Song, der sich stilistisch stark an Ed Sheerans Vorlage orientiert. Das Leadsheet zeigt den Ablauf, die Melodie und Akkorde des Stücks. Ebenso sind weitere Details, wie rhythmische Elemente, musikalische Anweisungen und weitere Details eingetragen. Den Audio-Track dazu gibt es weiter unten. Diesen einfach mal anhören und dabei auf das Leadsheet schauen.

Kleine Besonderheit

Insgesamt ist der Song – ähnlich wie „Thinking Out Loud“ – sehr klar strukturiert, bietet eine eingängige Melodie und bedient sich weniger Akkorde. Rhythmisch gesehen gibt es hier eine Besonderheit, denn auch wie bei „Thinking Out Loud“, wird im Beispielsong oftmals jeder zweite Akkord um eine Achtelnote vorgezogen. Das eignet sich prima für eine kurze rhythmische Notation unterhalb des Notensystems. Da sich dieses rhythmische „Pattern“ fast über den ganzen Song erstreckt, kann man dies auf dem Leadsheet mit der Notiz „continue rhythm“ (sprich: der Rhythmus soll beibehalten werden) abkürzen.

Der folgende Beispielsong verdeutlicht, wie ein Leadsheet aussehen kann. Natürlich stehen der Beispielsong sowie das zugehörige PDF-Dokument am Ende dieses Workshops zum Download bereit.

Leadsheet zum folgenden Beispielsong. (Quelle: Christian Frentzen)
Leadsheet zum folgenden Beispielsong. (Quelle: Christian Frentzen)
Audio Samples
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Beispiel-Song zum Bonedo Leadsheet-Workshop

Software zum Erstellen von Leadsheets

Gibt es Tools und Software zum Erstellen eines Leadsheets?
Wer nicht gerade handschriftlich Leadsheets erstellen möchte, der wird womöglich nach einem Editor oder einem Notationsprogramm Ausschau halten. Zum Glück gibt es im Internet einige kostenlose Tools, mit denen man Leadsheets erstellen kann, und auch bereits fertige Sheets zum Download. Besonders interessant ist für diesen Zweck das Programm MuseScore, das als Open Source verfügbar ist. Die Grundversion ist kostenlos und ähnelt in der Bedienoberfläche vielen Notationsprogrammen: Notensysteme lassen sich im Handumdrehen erstellen und mit Noten und Akkordsymbolen füllen. Im Gegensatz zu manchen professionellen Notationsprogrammen, erfreut sich MuseScore schon wegen der einfachen Bedienung einer großen Beliebtheit. Auch für mobile Geräte gibt es hier eine App, über die das Notenmaterial editiert und wiedergegeben werden kann.

Welche Vorteile bietet die Software?

Ein echter Vorteil der meisten Software-Editoren ist u. a. das einfache Transponieren in andere Tonarten, oder das spontane Editieren des Leadsheets. Falls man ein Stück mal auf die Schnelle einen Halbton höher spielen möchte, oder einen weiteren Takt oder Songpart einfügen möchte, dann kann das mit der Software ganz einfach erledigt werden. Ein besonderes Highlight ist das ‚iRealbook‘, eine App für iOS und Android. Diese bietet eine nahezu endlose Sammlung an Pop- und Jazz-Standards. Zwar ist das iRealBook nicht kostenlos, aber für einen recht überschaubaren Betrag ist man damit zukünftig für alle Jamsessions gewappnet!  

iRealbook
Fotostrecke: 3 Bilder Screenshot der iRealbook-App.
Fotostrecke

Schlusswort

Ein Leadsheet zu schreiben ist nicht so schwer. Wie bei allem, muss man auch hier an ein paar Dinge denken, die jedoch in der Praxis in Fleisch und Blut übergehen. Immerhin ist das Notieren eines Musikstücks in vielen Aspekten hilfreich. Wer sich darin übt, der trainiert nicht nur sein Gehör, sondern lernt auch, Musik in puncto Form, Ablauf, Dynamik, Melodie und Rhythmik besser zu verinnerlichen. Schon beim Herausschreiben der Struktur klären sich viele Fragen: War die Bridge genauso lang wie die Strophe? Wann ändert sich die Akkordfolge? Gibt es eingeschobene Takte? Alle diese Fragen hat man spätestens nach dem Schreiben des Sheets geklärt. Für mich persönlich gestaltete sich das Spielen mancher Songs viel leichter, weil ich mir die struktur und auftretende Besonderheiten nach dem Schreiben eines Leadsheets viel besser merken konnte. Natürlich gilt hier, wie auch in anderen Bereichen: Übung macht den Meister. Als Hilfestellung lohnt es sich zu Beginn, bestehende Leadsheets, wie z. B. die vielen Jazzstandards aus dem Realbook zu analysieren. Durch das Vergleichen und Mitspielen lernt man jede Menge.

Download

Den im Workshop verwendeten Beispielsong sowie das dazugehörige Leadsheet im PDF-Format, stellen wir hier zum Download bereit.

Quellen für Leadsheet-Apps, Literatur und PDFs

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Leadsheet schreiben: Workshop für Keyboarder und Pianisten (Foto: Shutterstock / von Beauty Studio / Layer: Frentzen)

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von Christian Frentzen

Kommentieren
Profilbild von Heini

Heini sagt:

#1 - 28.07.2022 um 11:16 Uhr

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Bei OpenSong muss man sich nur im Klaren sein, dass es ein aus christlichem Sendungsbestreben erstellter Editor ist.

Kommentare vorhanden
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