Anzeige

Die 5 besten Whammy Bar Licks – Vintage Tremolo

Whammy Bar Tricks stehen im Mittelpunkt unseres kleinen Workshops, und in dieser und der kommenden Folge möchte ich euch Kniffe und Übungen zeigen, wie ihr den “Jammerhaken” sowohl zum Spielen abgefahrener Effekte als auch im musikalischen Einsatz sinnvoll und musikalisch verwenden könnt. Denn der Tremolo- oder Vibratohebel ist tatsächlich ein Tool, das stilübergreifend von einer Unzahl von Gitarristen eingesetzt wird.

(Bild: © fotolia / Urheber: Chris Edwards)
(Bild: © fotolia / Urheber: Chris Edwards)


Das fängt bei Hank Marvin von den Shadows an, geht über Jeff Beck bis hin zu Eddie Van Halen, Steve Lukather und Steve Vai. Wie ihr wisst, haben alle diese Gitarristen ihre eigenen “Trademark”-Sounds, benutzen allerdings auch unterschiedliche Tremolosysteme. Aus diesem Grund möchte ich den Workshop in “Vintage Tremolo Gimmicks” und “Floyd Rose Tremolo Gimmicks” aufteilen, da jede Bauweise andere Spielweisen entweder begünstigt oder aber erschwert.
Den Beginn soll das Vintage-Tremolo machen.

Hier seht ihr zunächst alle Übungen und Licks, wobei ich mit letzteren beginne:

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Gear Talk und Tipps:

Prinzipiell kennt jeder die Vintage-Fender-Tremolos, die bei richtigem Setup halbwegs verstimmungsfrei arbeiten. Wer mit seinem alten Tremolo nicht glücklich wird, aber nicht auf ein Floyd Rose-Tremolo umrüsten will, hat als Alternative, “modern-vintage” Systeme wie z.B. das VSVG von Wilkinson oder das 5200 von ABM, das vor allem in Kombination mit Locking Mechaniken (wie z.B. Gotoh H.A.P oder Planet Waves) im Prinzip ähnlich stabil arbeitet wie ein Floyd.
Übrigens kann man durch den Einsatz von Waffenöl (z.B. Ballistol) oder einer ähnlichen harzfreien Schmiersubstanz sowohl in den Sattelkerben als auch am Auflagepunkt der Saiten auf dem Tremolo den Reibungswiderstand verringern und damit die Stimmstabilität erhöhen. Kauft dazu am Besten auch ein sogenanntes “Nadelfläschchen”, mit dem ihr das Öl auftragen könnt (danke an Acy von acys-lounge.de für diesen Tipp).

Gut geölt tremoliert es sich besser!
Gut geölt tremoliert es sich besser!

Die richtige Steifigkeit des Vibratohebels im Tremolo-Loch ist ebenfalls nicht unwichtig, denn der Whammy Bar sollte weder schlackern noch zu fest sitzen, sondern leicht beweglich in der Position verharren können. Bei vielen moderneren Vintage-Tremolos lässt sich Beweglichkeit über eine Inbusschraube justieren. Problematisch wird es unter Umständen bei geschraubten Tremoloarmen, deren Gewinde nicht immer so ausgelegt ist, dass der Hebel in der richtigen Position und frei beweglich in der Hand liegt. Hier kann z.B. Leukosilk oder ein anderes Kunststoffband abhelfen, das ihr dünn um das Gewinde klebt und somit den Whammy Bar in der richtigen Position etwas schwergängiger macht.

Setup:

Für die folgenden Übungen empfehle ich, das Tremolo “floating” einzustellen, also so, dass der Einsatz des Hebels nach oben und unten möglich ist. Viele Gitarristen nehmen als Richtwert die G-Saite, die sie eine kleine Terz nach oben (also zum Bb) tremolieren können, ein Halbton reicht allerdings für unsere Beispiel vollkommen aus.
Für den Anschlag sind entweder Pick oder die Finger möglich, ihr solltet den Hebel bei den Übungen allerdings in der Hand halten. Vorzugsweise würde ich den Stegpickup und einen angenehmen verzerrten Sound verwenden.

Der Workshop:

Beginnen möchte ich mit ein paar Vorübungen, um den Whammy Bar kennenzulernen, außerdem brauchen wir die hier vorgestellten Techniken für die Licks am Ende des Workshops.
Für wen das alles bereits ein alter Hut ist, der kann natürlich auch gleich zu den Licks übergehen.
Übungen:
Vorübung 1
In der ersten Übung geht es darum, das Fingervibrato mit dem Tremolohebel zu simulieren. Vibriert erst ohne Einsatz des Hebels und imitiert den Ton anschließend:

(Zum Vergrößern ins Bild klicken)
(Zum Vergrößern ins Bild klicken)
Audio Samples
0:00
Vorübung 1

Vorübung 2
Nun wollen wir versuchen, gezielt Noten in Halbtonschritten nach unten zu modulieren. Achtet dabei auf die Intonation!

(Zum Vergrößern ins Bild klicken)
(Zum Vergrößern ins Bild klicken)
Audio Samples
0:00
Vorübung 2

Vorübung 3
Ganz ähnlich wie die vorhergehende Übung, aber jetzt geht es auch wieder zurück.

(Zum Vergrößern ins Bild klicken)
(Zum Vergrößern ins Bild klicken)
Audio Samples
0:00
Vorübung 3

Vorübung 4
Diese Übung ist prinzipiell wie Nummer 3, nur dass wir diesmal einen Halbton nach oben modulieren.

(Zum Vergrößern ins Bild klicken)
(Zum Vergrößern ins Bild klicken)
Audio Samples
0:00
Vorübung 4

Vorübung 5
Hier müssen wir eine Note anschlagen und einen Halbton nach unten modulieren. Anschließend schlagen wir die Note darunter an, allerdings bei gedrückt gehaltenem Whammy Bar, und “releasen” dann wieder einen Halbton nach oben.

(Zum Vergrößern ins Bild klicken)
(Zum Vergrößern ins Bild klicken)
Audio Samples
0:00
Vorübung 5

Vorübung 6
Für den “Downbend”-Effekt schlagen wir die Note an, drücken das Tremolo nach unten und greifen dann die tiefer liegende Note, damit die Illusion erzeugt wird, ich hätte die erste Note in die zweite tremoliert. Achtet darauf, dass bei der zweiten gegriffenen Note das Tremolo wieder in der Ausgangsposition sein muss!

(Zum Vergrößern ins Bild klicken)
(Zum Vergrößern ins Bild klicken)
Audio Samples
0:00
Vorübung 6

Vorübung 7
Diesen Effekt nenne ich “Tremolodip” und er ist eine interessante Art, Noten zu phrasieren. Dabei kann ich entweder eine Note anschlagen und dann den Whammy Bar kurz hinunter-“dippen”, oder aber der Ton entsteht durch das kurze Herunterdrücken des Tremolohebels selbst. Ein Trick, den man bei Steve Lukather oder George Lynch gerne hört, der mit Vintage-Tremolos bestens funktioniert. Im Beispiel findet ihr eine Variante ohne und eine mit Anschlag.

(Zum Vergrößern ins Bild klicken)
(Zum Vergrößern ins Bild klicken)
Audio Samples
0:00
Vorübung 7

Die Licks

Lick 1 “Bottleneck Imitation” 1
In diesem Lick versuche ich, den typischen Sound, der durch den Einsatz des Bottlenecks entsteht, mit dem Tremolo nachzuahmen.

(Zum Vergrößern ins Bild klicken)
(Zum Vergrößern ins Bild klicken)
Audio Samples
0:00
Lick 1 “Bottleneck Imitation” 1

Lick 2 “Bottleneck Imitation” 2
Hier eine kleine Variation zum Thema “Whammy statt Slide”. Die ersten vier Noten entsprechen der Technik, die in Vorübung 5 besprochen wurde.

(Zum Vergrößern ins Bild klicken)
(Zum Vergrößern ins Bild klicken)
Audio Samples
0:00
Lick 2 “Bottleneck Imitation” 2

Lick 3 “Harmonica Fake”
Auch der Sound einer Mundharmonika lässt sich gut mit dem Whammy-Bar imitieren. Im Abschluss findet ihr eine “Beck’sche” Flageolett-Sequenz. Die erste Note ist auf dem Bundstäbchen des 5. Bundes, die nächsten beiden an zwei verschiedenen Stellen im 4. Bund und die letzte Note über dem 3. Bundstäbchen.

(Zum Vergrößern ins Bild klicken)
(Zum Vergrößern ins Bild klicken)
Audio Samples
0:00
Lick 3 “Harmonica Fake”

Lick 4 “Dip Lick”
Hier hört ihr ein kleines Am-Pentatonik-Lick, das ich durch “dippen” (s. Vorübung 7) etwas interessanter phrasiere:

(Zum Vergrößern ins Bild klicken)
(Zum Vergrößern ins Bild klicken)
Audio Samples
0:00
Lick 4 “Dip Lick”

Lick 5 “Flutterlick”
Im “Flutterlick” drücken wir den Tremolohebel nach unten und lassen ihn dann hoch-“schnalzen”, ein ähnlicher Effekt, wie man ihn in der Schule mit dem Lineal an der Tischkante erzeugt hat.

(Zum Vergrößern ins Bild klicken)
(Zum Vergrößern ins Bild klicken)
Audio Samples
0:00
Lick 5 “Flutterlick”

Und nun viel Spaß mit den Whammy Licks!

Hot or Not
?
(Bild: © fotolia / Urheber: Chris Edwards)

Wie heiß findest Du diesen Artikel?

flame icon flame icon flame icon flame icon flame icon
Your browser does not support SVG files

von Haiko Heinz

Kommentieren
Kommentare vorhanden
Schreibe den ersten Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Für dich ausgesucht

5 Licks, die schwerer klingen als sie sind

Gitarre / Workshop

Wie wär’s mit einigen eindrucksvollen Poser-Licks, die euer Gegenüber in Ehrfurcht erstarren lassen, in Wirklichkeit aber gar nicht so schwer zu spielen sind? Voilà!

5 Licks, die schwerer klingen als sie sind Artikelbild

Mal ehrlich: So ein bisschen Show-Off, um dem Nachbarn oder dem anderen Geschlecht zu imponieren, ist manchmal schon was Feines, oder? Um beeindruckend zu spielen, muss man in der Regel aber auch beeindruckend viel üben, und das ist natürlich auch gut und richtig so.

Jazz-Licks auf der Gitarre entwickeln

Workshop

Wie man eigene spannende und geschmackvolle Jazz-Licks und Solo-Lines entwickelt und sie stilübergreifend und kreativ einsetzt, verrät unser Workshop.

Jazz-Licks auf der Gitarre entwickeln Artikelbild

Für viele sind die Begriffe Jazz und Jazzimprovisation Bücher mit sieben Siegeln. Zum einen liegt das an den oft sehr kryptisch anmutenden Akkordsymbolen, die mit Optionstönen regelrecht gespickt werden, aber natürlich auch an den Sololinien, die häufig mit chromatischen Noten durchsetzt sind. Insofern hat die fiktive Band "Spinal Tap" natürlich auch irgendwo mit der Aussage "Jazz is a lot of wrong notes" nicht ganz unrecht, allerdings unterliegen diese Töne doch einer gewissen Gesetzmäßigkeit, die erlernt und geübt werden kann.

Die Unterschiede zwischen Floyd Rose und Vintage-Tremolos

Gitarre / Workshop

Vintage Tremolo oder Floyd Rose? Eine Frage, die nicht selten einem Glaubenskrieg zwischen zwei Lagern gleicht. Wir haben uns kundig gemacht und klären auf.

Die Unterschiede zwischen Floyd Rose und Vintage-Tremolos Artikelbild

Bei der Wahl der richtigen Gitarrenbrücke stehen dem modernen Gitarristen mittlerweile einige Optionen offen. Von einer fixierten Brücke über diverse Vintage-Tremolos und deren weiterentwickelte Nachkommen sowie natürlich das gute, alte Floyd-Rose-System, das in den 80er Jahren besonders populär wurde.

Digitaler Whammy-Hebel ohne Umbau der Gitarre: Virtual Jeff Pro

Gitarre / News

Mit dem FOMOfx Virtual Jeff kannst du deine E-Gitarre mit einem Vibrato (bzw. digitalem Whammy) ausstatten, ohne sie dafür umzubauen. Auch Akustikgitarren.

Digitaler Whammy-Hebel ohne Umbau der Gitarre: Virtual Jeff Pro Artikelbild

Über diese Erfindung werden sich einige Gitarristen freuen. Virtual Jeff Pro erweitert alle E-Gitarren (und Akustikgitarren) um eine Whammy-Funktion und besteht aus einem Teil, der an die Gitarre geklebt wird und einem Bodenpedal. Und es kann mehr als ein herkömmliches Tremolo.

Bonedo YouTube
  • Nux Tape Echo - Sound Demo (no talking)
  • How to get 5 typical Drive Sounds from only one Overdrive plus EQ Pedal - Comparison (no talking)
  • Harley Benton R-446 - Sound Demo (no talking)