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Harley Benton EX-76 Classic GHW AN Test

Mit der Harley Benton EX-76 Classic aus der Tribute-Serie liefert die Hausmarke des Musikhauses Thomann eine weitere Anlehnung an einen Klassiker des Gitarrenbaus. Dabei handelt es sich um die vor allem in Rock- und Metal-Kreisen ausgesprochen beliebte Explorer, die mit ihrem zackigen Design Geschichte geschrieben hat.

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Das Vorbild, die Gibson Explorer, erblickte bereits 1958 das Licht der Welt und hat seither nichts von ihrem Charme verloren. Unsere Harley Benton EX-76 Classic orientiert sich zwar optisch am bekannten Vorbild, bewegt sich preislich aber in einer Region, die sie auch für Einsteiger oder als Zweitgitarre interessant macht. Wie es mit ihren sonstigen Fähigkeiten aussieht, werde ich mir im folgenden Test einmal etwas genauer anschauen.

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Details

Viele bekannte Gitarrenhersteller haben sich dieses Klassikers angenommen und bieten eigene Versionen an, darunter auch Harley Benton mit der budgetorientierten EX-76 Classic. Dass günstig nicht gleich billig sein muss, konnte ich bei diversen Tests von Instrumenten der Thomann-Eigenmarke erfahren, die sich teilweise sogar als ernsthafte Alternativen für die namhafte Konkurrenz entpuppten.
Unsere Testkandidatin wird in der Ausführung Antique Natural Optik im Karton angeliefert, in dem sich auch die benötigten Werkzeuge zum Einstellen befinden.

Fotostrecke: 5 Bilder Die Harley Benton EX-76 Classic GHW AN orientiert sich an einem Klassiker der Rock- und Metalszene.
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Korpus:

Der mit Klarlack versehene gezackte Korpus besteht, soweit ich es erkennen kann, aus drei Teilen Mahagoni, wobei die Kanten im Vergleich zum Original sogar noch etwas zackiger ausfallen. Die Lackierung wurde tadellos ausgeführt, Lacknasen oder ähnliche Unschönheiten konnte ich nicht entdecken.

Die gesamte Hardware kommt in goldener Optik, was auch für die beiden Metallkappen der Roswell LAF Alnico- 5 Humbucker gilt, die in schwarze Pickup-Rähmchen geschraubt wurden und sich in der Höhe justieren lassen. Die beiden Doppelspuler werden mithilfe eines Dreiwegschalters angewählt, der sich auf dem kleinen dreilagigen Schlagbrett ziemlich weit vorne im unteren Horn (oder besser gesagt: Zacke), befindet. Coil-Split oder Ähnliches sucht man vergebens, hier zeigt sich die EX-76 traditionell. Jeder Tonabnehmer besitzt zudem seinen eigenen Volume-Regler, während der Tone-Regler global arbeitet und wie seine Kollegen mit schwarzen Speed Knob-Potiknöpfen bestückt ist, die sich samtig regeln lassen.

Fotostrecke: 6 Bilder Als Klangübertrager dienen zwei Roswell LAF Alnico- 5 Humbucker in Steg- und Halsposition.
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Der aufgezogene D’Addario EXL110 .010 – .046 Satz wird in eine WSC Tune-O-Matic-Brücke eingefädelt und tritt von dort seine 628 mm lange Reise zum 42 mm breiten Graphtech Black Tusq-Sattel an.

Fotostrecke: 4 Bilder Die Harley Benton EX-76 ist mit einer WSC Tune-O-Matic-Brücke ausgestattet.
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Einzig das unter den Potis liegende längliche Elektronikfach, das mit einem schwarzen Kunststoffdeckel verschlossen ist, unterbricht die ansonsten glatte Rückseite. Für eine verbesserte Ergonomie sorgt eine Ausfräsung im Rippenbereich, auch als Rippenspoiler bekannt. Bevor es mit dem Hals weitergeht, seien noch die Gurtpins erwähnt, die an altbekannten Stellen eingeschraubt wurden.

Hals

Der klar lackierte Hals mit Slim-Taper-Profil ist wie beim Original mit dem Korpus verleimt und besteht ebenfalls aus Mahagoni, wobei drei Teile zum Einsatz kommen – das Ganze komplettiert von einem Griffbrett aus Amaranth, auch als Purple Wood bekannt. Der Übergang zum Korpus wurde verrundet, was dem Spiel in den obersten Lagen sehr entgegenkommt. Das Griffbrett besitzt einen Radius von 12″ (305 mm) und insgesamt 22 sauber eingesetzte Jumbo-Bünde, die hier ihre Heimat gefunden haben. Sie wurden auch an den Kanten bearbeitet, was für meinen Geschmack aber noch ein bisschen konsequenter hätte geschehen können. Allerdings wird das durch einen Blick auf das Preisschild relativiert, denn insgesamt wurde hier im Vergleich überdurchschnittlich gut gearbeitet. Weiße Punkteinlagen auf dem Griffbrett und kleine in der Halskante sind sauber eingesetzt und helfen beim Manövrieren auf den Bünden.

Fotostrecke: 6 Bilder Das Cutaway ermöglicht ein flüssiges Spiel bis in die höchsten Lagen.
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Auf ihrer Reise in Richtung Kopfplatte laufen die Saiten über den bereits erwähnten 42 mm breiten Graphtech Black Tusq-Sattel, der die Drähte spielfrei zu den sechs Grover Locking-Mechaniken lenkt.
Zuvor überqueren sie aber noch den Zugang zum Halsspannstab, der direkt hinter dem Sattel gelegen mit einem schwarzen Kunststoffdeckel verschlossen wurde. Natürlich befindet sich das Werkzeug zum Einstellen im Lieferumfang. Da die schwarz lackierte Kopfplatte angewinkelt wurde, üben die Saiten genügend Druck auf den Sattel aus, was ein Herausspringen der Saiten erheblich erschwert.

Die in Indonesien gefertigte Harley Benton EX-76 GHW AN macht seitens der Verarbeitung einen sehr guten Eindruck und bringt durchschnittliche 3375 Gramm auf die Waage.

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