Die GB-Serie von Cort steht für moderne Interpretationen des klassischen Jazz-Bass-Konzepts und bietet mittlerweile zahlreiche Varianten an. Eine kurze Mensur fehlte bislang allerdings noch im Sortiment – und das, obwohl Shortscale-Bässe aktuell einen erstaunlichen Trend erfahren! Mit dem neuen GB Short Scale schließt Cort diese Lücke und bringt einen kompakten Bass auf den Markt, der technisch und optisch nicht (wie so oft) im Vintage-Style, sondern eher modern daherkommt. Die Korpusform erinnert zwar noch an den Jazz Bass, in Sachen Sound setzt Cort jedoch auf einen einzelnen schaltbaren Music-Man-artigen Humbucker, der das Signal an einen aktiven Markbass-Preamp mit Dreiband-EQ schickt. Aber auch bei den Lackierungen beschreitet der Cort GB Short Scale eigene Wege: Mit „Yellow Crush“, „Forest Green“ und „Fandango Purple“ stehen drei ausgesprochen knallig-kräftige Farben zur Auswahl, die auf jeder Bühne definitiv auffallen.

- Druckvoller, erwachsener Sound
- vielseitige Klangmöglichkeiten dank schaltbarem Humbucker und Markbass-Preamp
- hoher Spielkomfort
- gute Verarbeitung
- attraktiver Preis
- deutliches Schnarren der E-Saite beim Testexemplar
- sehr hoher Output (kann mit Effektgeräten problematisch werden)
Welchen ersten Eindruck vermittelt der Cort GB Short Scale?
Der deutsche Vertrieb hat uns ein Exemplar des niedlichen Shorties in der ausgesprochen knalligen Farbe „Fandango Purple“ zur Verfügung gestellt, die mich an das Farbschema eines bekannten deutschen Telekommunikationsunternehmens erinnert.
Das ist schon eine sehr selbstbewusste Farbe für einen Bass, aber bei einem so kleinen Instrument geht das schon in Ordnung, wie ich finde – das Instrument sieht einfach „poppig“ aus! Wer es übrigens noch knalliger mag, kann auch zu „Yellow Crush“ greifen. Für Freunde zurückhaltenderer Farben gibt es erfreulicherweise aber auch eine passende Variante: „Forest Green“.
Cort hat bei seinem GB Shortscale-Modell natürlich nicht einfach nur die Mensur verkürzt, sondern auch den Offset-förmigen Korpus der GB-Bässe entsprechend geschrumpft, damit die Proportionen stimmen. Für ein rundum stimmiges Gesamtbild dürfte meiner Meinung nach allerdings auch die Kopfplatte noch etwas kleiner ausfallen. Das ist aber Geschmackssache, denn insgesamt finde ich den kleinen Cort optisch durchaus gelungen und bin mir ziemlich sicher, dass er Fans finden wird.
Welche Hölzer kommen beim Cort GB Short Scale zum Einsatz?
Preislich rangiert der Shorty im Budget-Segment, in dem viele Hersteller auf die Verwendung von Hölzern wie Linde oder Pappel setzen. Aus Letzteren besteht auch der Body unseres Testkandidaten.
Beim Hals und Griffbrett geht es währenddessen klassischer zu: Beide bestehen aus Ahorn – genauer gesagt: geröstetem Ahorn. Die Behandlung verleiht dem Holz einen deutlich dunkleren Farbton, der schon auf den ersten Blick ins Auge fällt und gut mit dem modernen Erscheinungsbild des Basses harmoniert.
Auf dem Griffbrett sitzen 22 Bünde im Jumboformat. Zur Orientierung gibt es schlichte Dot-Marker, sowohl auf der Oberseite als auch an der Griffbrettflanke. Eine praktische Lösung hat Cort ebenfalls von den übrigen Modellen der GB-Serie übernommen: Die Halskrümmung lässt sich bequem über ein Einstellrad am Ende des Griffbretts justieren. Das ist nicht nur komfortabel, sondern erspart auch die Suche nach dem passenden Werkzeug – top! Klasse ist außerdem die Passgenauigkeit des Halses, denn dieser wurde mit fünf Schrauben am Korpus befestigt und sitzt absolut stramm in der Ausfräsung.
Welche Hardware besitzt der Cort GB Short Scale?
Die Kopfplatte ist glänzend schwarz lackiert und trägt neben dem prominenten Cort-Schriftzug vier offene Stimmmechaniken. Angesichts des günstigen Preises sollte man hier keine High-End-Hardware erwarten; die Tuner erledigen ihre Sache aber durchaus ordentlich, lassen sich leichtgängig bedienen und halten die Stimmung zuverlässig. Auch an einen Saitenniederhalter für die beiden höheren Saiten hat Cort natürlich gedacht.
Auch bei der Brücke gibt sich Cort eher klassisch: Die Saiten werden von einer einfachen Winkelkonstruktion gehalten, die Einstellmöglichkeiten für Intonation und Saitenlage bietet. Die Saitenabstände betragen – wie bei den meisten Longscale-Bässen – 19 mm, sodass eine Umstellung der gewohnten Spieltechnik nicht erforderlich ist.
Was für Pickups und welche Elektronik werden beim Cort GB Short Scale verbaut?
Bei den Tonabnehmern hätte man von einem „eingedampften“ GB-Modell eigentlich zwei Singlecoils erwartet, schließlich orientieren sich die großen GB-Modelle konzeptionell am klassischen Jazz Bass. Cort schlägt beim Shorty allerdings eine andere Richtung ein und spendiert dem Modell einen Music-Man-artigen Humbucker mit kräftigen Magneten, der auf den Namen „Powersound Humbucker“ hört. Damit ist die klangliche Grundlage schon einmal eine andere als bei den großen Brüdern. Über einen Coil-Switch lassen sich die Spulen seriell, parallel oder im Singlecoil-Modus mit der vorderen Spule betreiben. Auf diese Weise stehen bereits am Tonabnehmer drei unterschiedliche Klangvarianten zur Verfügung!
Doch damit ist das Thema „Flexibilität“ allerdings noch längst nicht erledigt, denn Cort hat dem Shorty zusätzlich einen Markbass-Preamp vom Typ MB-1 mit Dreiband-Equalizer spendiert. Die Bedienung erfolgt über vier Potis mit großen Dome-Knöpfen: Neben dem Lautstärkeregler stehen separate Regler für Bässe, Mitten und Höhen bereit. Angesichts dieser Ausstattung lässt sich gut erkennen, wohin die klangliche Reise gehen soll: druckvoll-moderne Sounds und vielseitige Möglichkeiten zur Klangformung stehen hier klar im Mittelpunkt.
Für den aktiven Preamp wird natürlich eine 9V-Batterie benötigt. Sie sitzt auf der Rückseite des Basses in einem separaten Batteriefach mit praktischem Klappdeckel und ist damit bei einem nötigen Wechsel schnell erreichbar. Eine Passiv-Option gibt es leider nicht – eine Ersatzbatterie im Gigbag ist daher Pflicht, wenn man beim Gig keine unangenehme Überraschung erleben möchte.
Wie ist die allgemeine Verarbeitung des Cort GB Short Scale?
Keine Überraschungen gibt es bei der Verarbeitung des kleinen Viersaiters: Cort liefert bekanntermaßen Top-Qualität zu moderaten Preisen, und der Cort GB Short Scale bildet hier definitiv kein Ausnahme. Zugegeben, das einlagige schwarze Pickguard ist vielleicht etwas schlicht, davon abgesehen wirkt der Bass jedoch alles andere als billig – und das bei einem Preis von gerade einmal knapp 350,- Euro.



































