Das Biopic „Michael“ war einer der Kinoerfolge dieses Jahres – die Strahlkraft vom „King Of Pop“ Michael Jackson scheint bis heute ungebrochen. Bekanntlich war Michael zu Beginn seiner beispiellosen Karriere mit seinen Brüdern unter den Namen „The Jacksons“ bzw. „The Jackson 5“ unterwegs. Der 1978 veröffentlichte Klassiker „Blame It On The Boogie“ ist einer der damals veröffentlichen Titel – und der geht sofort in die Beine! Die Bassline steuerte Nathan Watts bei, den die meisten wohl als Haus- und Hof-Bassist von Stevie Wonder kennen. Nathan liefert hier eine grandiose Mischung aus den vorgegebenen Unisono-Parts, solidem Groove-Spiel und kleinen bassistischen Highlights inklusive der damals noch relativ jungen Slap-Technik ab.

- Was ist der Unterschied zwischen „Jackson 5“ und „The Jacksons“?
- Wie ist die rhythmische Gestaltung von „Blame It On The Boogie“?
- Wie ist die rhythmische Gestaltung von „Blame It On The Boogie“?
- Welches Tonmaterial verwendet „Blame It On The Boogie“?
- Welcher Basssound kommt bei „Blame It On The Boogie“ zum Einsatz?
- „Blame It On The Boogie“ – Transkription
Was ist der Unterschied zwischen „Jackson 5“ und „The Jacksons“?
Die Tatsache, dass für dieselbe Gruppe zwei verschiedene Bandnamen existierten, liegt in einem Labelwechsel und den entsprechenden Namensrechten begründet. Unter dem Namen „Jackson 5“ feierten die Jackson-Brüder von 1964 bis 1975 bei Motown Records weltweite Erfolge mit Hits wie „ABC“ oder „I Want You Back“. Nach dem Wechsel zu Epic Records im Jahr 1976 mussten sie sich jedoch umbenennen, da Motown die Rechte am ursprünglichen Bandnamen behielt.
Bei der Neugründung als „The Jacksons“ ersetzte der jüngere Randy seinen Bruder Jermaine Jackson, welcher für eine Solokarriere bei Motown blieb. Musikalisch entwickelte sich die Band in der neuen Phase von klassischen Pop-/Soul-Nummern hin zu Disco-Funk.
Wie ist die rhythmische Gestaltung von „Blame It On The Boogie“?
Einmal auf die Tanzfläche bitte – hier seht ihr das originale Video des Songs:
Wie ist die rhythmische Gestaltung von „Blame It On The Boogie“?
Wie viele Funk-, Soul- und R&B-Songs haben wir es hier mit einer bunten Mischung aus Vierteln, Achteln und jede Menge Sechzehntel-Figuren zu tun, was bereits im Intro deutlich wird: Auf den ersten Takt mit kurzen Achteln folgt eine Abfolge von Offbeat-Sechzehnteln, mit deren Hilfe man sein Gefühl für Synkopen wunderbar trainieren kann.
Im Vers hören wir einen soliden und klassischen R&B-Groove, dessen Akzente die schweren Zählzeiten 1 und 3 sind. Letztere wird jeweils mit einer Sechzehntel vorbereitet. Jeder vierte Takt endet mit einem Break aus einer 3er-Gruppe von Sechzehnteln, deren letzter Akzent auf der 2+ liegt.
Nathan wechselt im Chorus zu einem pulsorientierten Feeling, in welchem der geniale Bassist jede Viertel markiert. Am Ende jedes vierten Taktes wirft er noch eine kleines Fill-In inklusive einer Sechzehnteltriole ein, das jeder von uns wahrscheinlich erst einige Male spielen muss, um es wirklich auf den Punkt zu bringen. Bleibt noch die Bridge, die wie das Intro eine Mischung aus einem Downbeat-orientierten ersten Takt und einem zweiten voller Sechzehntel-Synkopen besteht.
Welches Tonmaterial verwendet „Blame It On The Boogie“?
„Blame It On The Boogie“ steht in Eb-Dur und weicht davon auch so gut wie gar nicht ab. Im Vers begegnet uns mit Db-Dur zwar ein Leihakkord auf der siebten Stufe von Eb-Moll, das war es im Großen und Ganzen aber auch schon mit Besonderheiten. Das restliche harmonische Geschehen bleibt im „Großraum“ Eb-Dur.
Nathan Watts hält sich an die Töne von Eb-Dur (Eb, F, G, Ab, Bb, C, D) – alleine schon deshalb, weil er sich die meiste Zeit am Grundton des jeweiligen Akkordes orientiert. Für seine Fills greift er auf die Eb-Dur-Pentatonik zurück. Um elegant von einem zum anderen Akkord überzuleiten, streut er auch immer wieder einige chromatische Leittöne in seine Basslinie ein.

Welcher Basssound kommt bei „Blame It On The Boogie“ zum Einsatz?
Der Bass ist leider etwas im zu sehr Mix begraben, als dass man Genaueres über die Signalkette sagen könnte. Nathan ist jedoch für seine ausgeprägte Vorliebe für Fender-Bässe bekannt. Genau darauf würde ich auch bei „Blame It On The Boogie“ tippen.
Der Rest bleibt leider auch ein Geheimnis, in der damaligen Zeit ist jedoch ein Ampeg B15-Bassverstärker nicht unwahrscheinlich. Vor allem bei den geslappten Tönen kann man hören, dass nicht allzu viele Höhen im Spiel sind, was auf einen Verstärker inklusive Bassbox schließen lässt. Da der Sound ansonsten keine besonderen Merkmale aufweist, ist dies aber auch eher zweitrangig, man sollte hier eigentlich mit nahezu jedem passiven F-Style-Bass und etwas bedeckten Höhen gut „mitreden“ können.
„Blame It On The Boogie“ – Transkription
Hier findet ihr die Transkription der Basslinie und die von mir eingespielten Klangbeispiele.
Viel Spaß mit diesem Jackson-5-Klassiker und bis zum nächsten Mal, euer Thomas Meinlschmidt

