Test: Crazy Tube Circuits White Whale Junior – Wie klein kann ein echtes Spring-Reverb sein?

Mit dem Crazy Tube Circuits White Whale Junior bringt der griechische Pedalhersteller eine kleinere und leicht reduzierte Version seiner beliebten analogen Federhall-Tremolo-Kombination auf den Markt. Im Gegensatz zum White Whale V2 bietet die Junior-Version eine feste Effektreihenfolge (Reverb → Trem) und kommt mit nur einem Tremolo-Voicing aus. Unverändert geblieben sind die Spring-Reverb-Einheit mit drei echten Hallfedern und die integrierte Power-Amp-Schaltung für echtes Amp-Feeling.

Crazy Tube Circuits White Whale Junior bonedo Test
Unser Fazit:
5 / 5
Pro
  • authentische analoge Federhall- und Tremolo-Sounds
  • kompaktes Format
  • hervorragend als Booster/Limiter geeignet
Contra
  • (keins)

Crazy Tube Circuits White Whale Junior – Das Wichtigste in Kürze

  • Welche Effekte beinhaltet das White Whale Junior? Das Pedal verfügt über unabhängige Reverb- und Tremolo-Sektionen, kombiniert mit einer Power-Amp-Emulation (Mini-Endstufe). 
  • Ist das Pedal analog? Das White Whale Junior ist komplett analog aufgebaut und erzeugt die Reverb-Sounds mit drei echten Hallfedern.
  • Was sind die Unterschiede zum White Whale V2? Die Junior-Version verzichtet auf eine schaltbare Effektreihenfolge, variable Ausklingzeiten (Decay) beim Reverb und die unterschiedlichen Tremolo-Voicings. Dafür ist sie mit (BxHxT) 83 × 67 × 153 mm deutlich kompakter als die größere Version (170 × 71 × 125 mm).
  • Was sagt der Test? Das White Whale Junior liefert authentische analoge Federhall- und Tremolo-Sounds und versprüht damit den Spirit klassischer Fender-Combos in einem sehr kompakten Format. Nebenbei lässt sich das Pedal hervorragend als Booster/Limiter vor einem angezerrten Amp verwenden.

Mit drei Hallfedern und Röhren-Emulation zum Vintage-Sound

Das White Whale Junior sitzt in einem etwas größeren Standard-Stompbox-Gehäuse mit zwei Softswitch-Fußschaltern zur Inbetriebnahme der beiden Effektsektionen. Der Spring-Tank mit seinen drei Hallfedern wurde im Unterschied zur größeren Version der Länge nach verbaut, entspricht aber laut Hersteller dem des White Whale V2. Geregelt werden auf der Reverb-Seite der Effektanteil (Mix), der Höhenanteil (Tone) und die Intensität des Halleffekts (Dwell). 

Die Tremolo-Parameter auf der linken Seite beschränken sich auf die Effekttiefe (Intensity) und die Modulationsgeschwindigkeit (Speed). Beide Sektionen verfügen über separate Volume-Potis mit ausreichenden Output-Reserven zum Boosten nachfolgender Amps oder Pedale. Hierfür hat der griechische Hersteller eine Tube-Power-Amp-Emulation entwickelt, mit der das Verhalten der Hall-Treiberröhre in alten Combos und Standalone-Spring-Tanks simuliert wird. Das White Whale Junior hat alle Anschlüsse (Input, Output, Netzteil) an der Stirnseite verbaut und kann mit einem Standard-9-V-Netzteil bei einer Stromaufnahme von 110 mA betrieben werden.

Fotostrecke: 5 Bilder Das White Whale Junior sitzt in einem etwas größeren Standard-Stompbox-Gehäuse.

So wird das Crazy Tube Circuits White Whale Junior getestet

Für den Test sitzt das White Whale Junior vor einem Budda Superdrive 45 in Kombination mit einem Two Notes Torpedo Captor X. Im letzten Audiofile kommt das Pedal außerdem im FX-Loop eines Tone King Imperial Preamps zum Einsatz. Die Gitarre meiner Wahl ist eine Maybach Texonian T54.

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Wie klingt das analoge Trem-Verb vor dem Amp?

Das White Whale Junior überzeugt beim ersten Antesten auf Anhieb mit authentischen Federhall-Sounds, die sich durch das schwer zu kopierende seidige Scheppern der echten Hallfedern auszeichnen. Dabei erzeugt das Pedal neben den inspirierenden Hallsounds auch eine sehr angenehme Wärme und Kompression, vermutlich bedingt durch die interne Power-Amp-Emulation. Auch der charakteristische „Drip“ im Ausklang der Federn gelingt bei höheren Dwell-Settings absolut authentisch, auch wenn sich dieser Effekt aufgrund der kurzen Hallfedern natürlich nur begrenzt ausreizen lässt. Freunde des echten Federhalls dürften sich außerdem über das mechanische Feedback des Spring-Tanks beim Bewegen, Berühren und auch beim Einschalten des Pedals (siehe Audiofiles) freuen.

Auch das Tremolo überzeugt mit hochwertigen und authentischen Sounds und lässt sich trotz seines unaufdringlichen Grundcharakters auch für die beliebten Helicopter-Sounds nutzen. Wer es hauptsächlich als (nachgeschaltetes) Add-on für den Federhall nutzen möchte, findet hier eine mehr als befriedigende Lösung. Echte Tremolo-Nerds dürften mit den Optionen der größeren Version (4 Trem-Modi + Pre-/Post-Switch) besser bedient sein. Wir starten den Praxisteil mit drei Beispielen, zunächst ohne die verfügbaren Boost-Reserven beider Effektsektionen.   

Audio Samples
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Soundcheck Reverb, off/on Soundcheck Tremolo, off/on Soundcheck Reverb + Tremolo

Ab der 12-Uhr-Stellung liefert die Reverb-Einheit deutliche Boost-Reserven, mit denen sich der Amp nachhaltig übersteuern lässt. Dabei macht das White Whale nicht einfach nur „laut“, sondern erzeugt mit seiner integrierten Verstärkereinheit eine ganz eigene Art der Sättigung und Kompression, die man eigentlich gar nicht mehr ausschalten möchte. So entpuppt sich das Pedal ganz nebenbei als hervorragender Booster/Limiter. Gleiches gilt für den Tremolo-Schaltkreis, der seinerseits zum Anblasen von Amps oder Pedalen genutzt werden kann. Wir hören beide Boost-Varianten vor dem leicht angezerrten Amp.

Audio Samples
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Reverb Boost, off/on Trem/Verb Boost, off/on

Welche Effektparameter stehen zur Verfügung?

In den nächsten vier Audio-Files hören wir die Wirkungsweisen der Klang- und Modulationsparameter beider Pedalhälften, die in meinen Augen durchweg praxistauglich und geschmackvoll ausgelegt sind.

Audio Samples
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Reverb Tone, min -> max Reverb Dwell, min -> max Trem Speed, min -> max Trem Intensity, min -> max

Wie schlägt sich das White Whale Junior im Vergleich mit einem digitalen Tremolo/Reverb?

Zum Abschluss hören wir das White Whale Junior noch im FX-Loop eines Tone King Imperial Preamps, der seinerseits über eine digitale Trem/Verb-Sektion verfügt. Auch wenn sich die beiden Effektkombinationen vom Voicing her nicht hundertprozentig vergleichen lassen, sticht der Grundcharakter der analogen Schaltung doch recht deutlich heraus. Oder anders formuliert: Es scheppert mehr!   

Audio Samples
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Tone King Imperial Preamp vs. White Whale Junior

Fazit

Das Crazy Tube Circuits White Whale Junior präsentiert sich als durchdachte, kompakte und hervorragend klingende analoge Federhall- und Tremolo-Einheit. Mit drei Hallspiralen in einem etwas größeren Standardgehäuse liefert der kleine weiße Wal authentische Spring-Reverb-Sounds mit echtem „Schepper-Feeling“. Dabei macht das Pedal ganz nebenbei eine hervorragende Figur als Booster vor bereits angezerrten Amps. Wer auf die verschiedenen Tremolo-Modi und die schaltbare Effektreihenfolge der größeren Version verzichten kann, findet mit dem White Whale Junior den perfekten Vintage-Combo-Spirit fürs Pedalboard. 

Artikelbild
White Whale JR
Für 299,00€ bei
  • Hersteller: Crazy Tube Circuits
  • Modell: White Whale Junior
  • Typ: Reverb/Tremolo
  • Herstellungsland: Griechenland
  • Anschlüsse: Input, Output, Netzteil
  • Regler/Schalter: Tremolo Volume, Speed, Intensity, Reverb Volume, Dwell, Mix, Tone
  • Stromversorgung: 9-V-Netzteil (nicht im Lieferumfang)
  • Stromaufnahme: 110 mA
  • Abmessungen: (B × H × T) 83 × 67 × 153 mm
  • Gewicht: 487 g
  • Ladenpreis: 299,00 Euro (Juli 2026)

Herstellerseite: https://crazytubecircuits.com/

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