Mit dem Strymon Olivera hat der kalifornische Effektspezialist ein ganz spezielles Delay-Effektpedal im Sortiment, das sich dem Sound eines Oil-Can-Echos widmet. Diese Echogeräte kamen Ende der 1950er-Jahre auf den Markt und sind bei Vintage-Fans sehr beliebt. Ihr typischer Echo-Sound ist warm und besitzt eine leichte Modulation. Den typischen Effekt lässt Strymon in einem kompakten Pedalgehäuse aufleben, allerdings mit moderner Technologie und diversen zusätzlichen Features.

- tadellose Verarbeitung, hochwertige Bauteile
- Made in USA
- erstklassiger Sound
- einfache Bedienung
- Ausstattung mit vielen Features
- Presets über MIDI abrufbar
- True-Bypass/Buffered-Bypass schaltbar
- keins
Was ist ein Oil Can Echo?
Die sogenannten Oil Can Echos entstanden Ende der 1950er-Jahre in den USA. Anstelle eines Magnetbandes dreht sich dort im Inneren des Gerätes eine kleine Metalldose, die mit leitfähigem Öl gefüllt ist, daher der Name „Oil Can“. Ein Aufnahmekopf überträgt das Audiosignal als elektrostatische Ladung auf die Oberfläche des rotierenden Metalls. Dabei dient das Öl als flüssiges Dielektrikum und Schmiermittel, um die Ladung kurzzeitig festzuhalten. Das Echo wird durch zwei Wiedergabeköpfe erzeugt. Eine weitere Besonderheit ist das Fehlen eines Löschkopfes. Die elektrische Ladung auf der Dose baut sich stattdessen von selbst über die Zeit ab. Das führt zu weichen, ineinander übergehenden Echo-Wiederholungen und einem ungleichmäßigen Delay-Rhythmus. Zu hören sind Oil-Can-Echo-Sounds bei Ry Cooder (Paris, Texas Soundtrack), Daniel Lanois oder Mike Campbell.
Was sind die besonderen Eigenschaften des Strymon Olivera?
Das sind in erster Linie die warmen Delay-Sounds mit ihrer angenehmen schwebenden Modulation. Dabei reicht die Bandbreite vom sanften Detune-Effekt bis zum eiernden Delay. Auch oszillierende Echos sind möglich, die mit höheren Einstellungen des Regen-Reglers erzeugt werden. Eine Tap-Tempo-Funktion ist nicht an Bord, was bei den ungleichmäßigen Echowiederholungen auch keinen Sinn ergeben würde. Auch in dieser Hinsicht geht es hier sehr klar und präzise um ein Replikat der Oil-Can-Echos. Aber so ganz auf den technologischen Fortschritt wollte man dann doch nicht verzichten und hat dem Pedal neben den Reglern auf der Oberseite noch einige Modifikationsmöglichkeiten mitgegeben.
Die „versteckten“ Funktionen des Strymon Olivera
Das Pedal bietet die Möglichkeit, einige grundlegende Funktionen per Power-Up-Mode einzustellen und zu verändern. Dazu hält man den Fußschalter beim Einschalten (Netzteil anschließen) ca. zwei Sekunden gedrückt. Anschließend lassen sich via Regler und Kippschalter bestimmte Funktionen verändern:

- True-Bypass oder Buffered-Bypass
- Spillover On oder Off
- Direktsignal-Modus: Digital, Analog Thru oder Kill Dry
- LED-Brightness: Einstellen der LED-Helligkeit mit dem Regen-Poti
Außerdem gibt es eine Tone-Funktion, die den Klang (Höhen) der Echowiederholungen verändert. Nachdem der Fußschalter im Betrieb eine Sekunde gedrückt gehalten wurde, wir per Regen-Regler die Klangfarbe verändert. Ab Werk steht der Wert auf neutralen 50 % (12-Uhr-Setting).
Welche Parameter kann man per Expression-Pedal steuern?
Auch hier hat sich Strymon nicht festgelegt und deshalb können per Expression-Pedal nahezu alle Parameter in Echtzeit verändert werden. Ist das Pedal angeschlossen, sollte der Fußschalter für mindestens drei Sekunden gedrückt gehalten werden. Anschließend können die EXP-Funktionen zugewiesen werden, indem man das Pedal zuerst in die Fersenposition stellt und die Regler entsprechend einstellt. Dann wird die Wippe in die Zehenposition bewegt und die Einstellungen für diese Position gewählt. So ist es möglich, von einem kompletten Setting stufenlos in ein anderes zu morphen. Natürlich können auch einzelne Parameter per Pedal gesteuert werden.
Wie sieht es mit den Speichermöglichkeiten aus?
Das Pedal selbst bietet keine Speichermöglichkeit. Schließt man aber den Strymon MultiSwitch Plus an, einen Dreifach-Fußschalter, können drei verschiedene Presets gespeichert und abgerufen werden. Das beinhaltet sämtliche Einstellungen der Regler und Schalter. Gespeichert wird, wenn der Fußschalter mindestens 3 Sekunden gedrückt gehalten wird. Aber wirklich üppig sind die Speichermöglichkeiten per MIDI.
Was ist mit MIDI beim Strymon Olivera möglich?
Das Strymon Olivera ist komplett MIDI-fähig. Über den TRS EXP/MIDI-Anschluss können MIDI-Signale empfangen werden. Das Pedal hat per MIDI Platz für 300 Presets, aufgeteilt auf drei Bänke. Jeder Parameter lässt sich zudem mit einem MIDI-CC-Befehl steuern, falls man Parameter-Veränderungen in Echtzeit per Sequenzer steuern möchte. Im Handbuch sind die entsprechenden CC-Befehle dokumentiert.
Entspricht das Angebot dem Preis?
Das Strymon Olivera ist mit rund 300 Euro kein Schnäppchen, aber hochwertige Bauteile und Bedien-Features rechtfertigen den Preis. Der Sound ist ebenfalls standesgemäß.


