Denon DJ bringt mit dem Prime 4 G2 den beliebten All-in-One Standalone-DJ-Controller auf ein neues Level, angefangen beim Chassis, von dem vor allem die damit deutlich größeren Jogwheels profitieren über neue innovative Features bis hin zu einem verbesserten intuitiveren Workflow. Im Maschinenraum des Flaggschiffs arbeitet eine viermal so schnelle CPU wie beim Vorgänger, um noch flüssiger mit der neuesten Version der EngineDJ vom USB-Datenträger, von SD-Card oder Streaming-Service aufzulegen. Das zahlt sich auch bei der Darstellung auf dem üppigen 10-Zoll großen, neigbaren sowie hochauflösenden Touchscreen aus.
Wer auf Serato DJ Pro, Algoriddim djay oder VirtualDJ mit angeschlossenem Laptop nicht verzichten möchte, nur zu, auch hierfür ist das Gerät zertifiziert. Die Freischaltung kommt allerdings noch. Besonders gespannt bin ich auf die Multizone MPCe-Pads, die bei den Effekten neuen Schwung in die Kiste bringen sollen. Die UVP von 2.699,- Euro könnte allerdings manch anfängliche Euphorie bei Pfennigfuchsern zunächst verhageln. Aber der Test zeigt, dass der Denon DJ Prime 4 G2 sein Geld tatsächlich wert ist.

- Denon DJ Prime 4 G2 – das Wichtigste in Kürze
- Was gehört zum Lieferumfang?
- Wie ist der Denon DJ Prime 4 G2 verarbeitet?
- Welche Anschlüsse bietet der Denon DJ Prime 4 G2?
- Die verbesserte Fader-Sektion
- Was hat es mit den multifunktionalen EQs des Denon DJ Prime 4 G2 auf sich?
- Redesign der Decksektionen
- Effekte beim Denon DJ Prime 4 G2: Jetzt mit ikonischen Hebeln
- Das Touch-Display
- Denon DJ Prime 4 G2 im Praxischeck
- Schick, hochwertig, robust und noch besser
- Das flüssigere Display
- Musikvorbereitung mit dem Denon DJ Prime 4 G2
- OmniSource für Auflegen on-the-run
- Auflegen mit Stems beim Denon DJ Prime 4 G2
- Üppige Effektsektion – jetzt mit Paddel
- Was leisten die neuen MPCe-Performance-Pads?
- Integriertes SoundSwitch und Lighting Control
- Master-Feinschliff mittels parametrischen Equalizers
- Für professionelle Moderationen gerüstet
- Denon DJ Prime 4 G2 – mögliche Alternativen
- Fazit zum Denon DJ Prime 4 G2 Test
- Denon DJ Prime 4 G2 Features
Denon DJ Prime 4 G2 – das Wichtigste in Kürze
- sehr hochwertige Verarbeitung
- sehr durchdachter Workflow
- Standalone-Betrieb inkl. Lichtsteuerung
- Musikverwaltung per USB-Stick, SD-Card, Festplatte
- Streaming via Bluetooth und WiFi
- Hochauflösendes 10,1“-Touch-Display mit sehr flüssiger Darstellung
- OmniSource zum Auflegen von verschiedenen Quellen
- dedizierte Stems- und Beat-Jump-Sektion
- verbesserte Fader und vergrößerte Jogwheels
- Multizone MPCe-Pads
- 26 On-Board-Effekte plus Fader- und Touch-FX
- sehr guter Klang
- kein individuelles Jogwheel-Display-Layout
Was gehört zum Lieferumfang?
Zum Lieferumfang des Controllers gehört ein verriegelbares Netz- und USB-Kabel, die Schutzabdeckung und ein Reinigungstuch für das Display sowie die Schnellstartanleitung, Sticker und ein Flyer von SoundSwitch. Im Vergleich zum Vorgänger ist der Denon DJ Prime 4 G2 in der Breite gewachsen. Er misst jetzt 762 x 500 x 90 mm (Breite x Tiefe x Höhe). Sein Gewicht beziffert der Hersteller auf 9,9 kg.


Wie ist der Denon DJ Prime 4 G2 verarbeitet?
Der Denon DJ Prime 4 G2 wirkt mit seinem mattgebürsteten Finish sehr hochwertig. Die beiden champagnerfarbigen Elemente in den beiden oberen Ecken werten das Design zusätzlich auf. Trotz seines komplett aus Kunststoff gefertigten Gehäuses erweist sich der Controller als robust.
Welche Anschlüsse bietet der Denon DJ Prime 4 G2?
Der Denon DJ Prime 4 G2 kommt mit etlichen In- und Outputs für sämtliche Profiansprüche. Die Anschlussleiste beginnt mit einer verriegelbaren Kaltgerätebuchse, es folgen ein USB-C-Anschluss für den Rechner und ein USB-Anschluss für Medien oder SoundSwitch-Interface. Zur Lichtsteuerung mittels DMX gibt es eine dreipolige Buchse. Dazu kommen satte drei XLR-Ausgänge für Master, Booth und Zone-Out und ein zweiter separat regelbarer Master-Output beispielsweise für eine Delay-Line. Um die Sets aufzuzeichnen oder den Prime 4 G2 an einen Receiver beziehungsweise Vollverstärker anzuschließen, reserviert der Controller einen weiteren Master-Output via Cinch-Buchsen.
Auch zwei Line-Quellen beziehungsweise Plattenspieler lassen sich über zwei dafür reservierte Cinch-Inputs nebst Ground-Schraube an den DJ-Controller anschließen. Die beiden Klinke/XLR-Kombibuchsen für die Mikrofone können auch per Schalter für Instrumente genutzt werden.




Die verbesserte Fader-Sektion
Ein Pluspunkt des Denon DJ Prime G2 sind seine neuen Channelfader, die schön smooth über ihre 45 mm lange Bahn gleiten. Der austauschbare Crossfader ist dagegen deutlich leichtgängiger und damit flotter unterwegs. Über dem Crossfader befinden sich Taster für Fader-FX. Normalerweise befindet sich das Kurven-Management für jegliche Fader unterhalb des Crossfaders an der Gehäusefront. Um die Kurven anzupassen, muss ich beim Denon DJ Prime 4 G2 den Settings einen Besuch abstatten und die Einstellungen via Display vornehmen.
In der Mitte der Channelfader siedelt sich die Kopfhörersektion an, bestehend aus Lautstärke- und Cue-Mix-Reglern. Die für den Kopfhörer erforderlichen Anschlussbuchsen mit 3,5 und 6,3 mm Durchmesser befinden sich an der Vorderseite des Geräts.
Was hat es mit den multifunktionalen EQs des Denon DJ Prime 4 G2 auf sich?
Besonders die Drehregler der Mixer-Sektion profitieren von der großzügigen Benutzeroberfläche des Prime 4 G2. Zwischen allen Reglern haben meine Finger genügend Platz zum eifrigen Schrauben, ohne vom Nachbarn bedrängt zu werden. Die in der 12-Uhr-Position einrastenden, gummiert-geriffelten und damit sehr griffigen Drehregler besitzen für mich die optimale Dämpfung, um sowohl soft als auch hart die Frequenzen oder auch Stems-Spuren stufenlos zu killen.
Denn neben der Isolation der Bässe, Mitten und Höhen übernehmen sie auch die Isolation der Drums-, Melody- und Vocal-Stems. Ergänzt werden die EQ-Knobs durch Gain-Regler und größere silberne Sweep-FX-Knobs für die per Taste wählbaren Preset-Effekte Filter, Noise, Wash und Reverb.
Unterhalb des Touchscreens befindet sich die Navigationssektion, um im Display oder auf im Serato DJ Pro zwischen den Ordnern zu wechseln und ausgewählte Tracks in die Decks zu laden. Zur Kontrolle der Pegel aller Kanäle und des Stereo-Mastersignals verfügt die Mischsektion zudem über jeweils zehngliedrige, dreifarbige LED-Level-Meter.





Redesign der Decksektionen
Im Vergleich zum Vorgängermodell fallen beim Prime 4 G2 sofort die von sechs Zoll auf stattliche acht Zoll gewachsenen, beleuchteten Jogwheels auf. Kleiner Wermutstropfen: Die Displays können keine individuellen Logos mehr darstellen. Sie visualisieren den rotierenden Needle-Marker, die Spielzeit als ablaufender Ring und die momentan extrahierten Stems.
Der 10 cm lange und optimal gedämpfte Pitchfader nebst Pitch-Bend-, Reset- und Keylock-Taste befindet sich jetzt direkt neben den Performance-Pads und nimmt damit den Platz der dedizierten Beatgrid-Sektion ein, die sich jetzt mit dem Slip-Button samt Shift aufrufen lässt. Zudem wurde jedes Deck durch A-capella und Instrumental-Stems-Buttons beziehungsweise Stems-FX auf der zweiten Ebene ergänzt.
Zu den weiteren dedizierten Funktionen zählen die Beat-Loops und Jumps, Track-Skip, Censor und Vinyl, Sync, dazu die Anwahl des Decks (1/3 oder 2/4) sowie die Transportsektion mit Play/Pause und Cue.
Zu den Alleinstellungsmerkmalen des Prime 4 G2 gehören die neuen Multizonen-MPCe-Pads, die gleichzeitig in den Ecken unterschiedlich illuminieren können. Schließlich erlauben die Pads, in jeder Ecke einen Effekt zu modifizieren. Ich bin gespannt! Die 16 Pads können in der erster Reihe die Modi Hot-Cues, Loop, Roll und Stems aufrufen, in der zweiten Saved-Loops, Samples und Slicer.


Effekte beim Denon DJ Prime 4 G2: Jetzt mit ikonischen Hebeln
Dank der auffälligen champagnerfarbenen Blenden fällt die Effektsektion jetzt besonders ins Auge. Auffällig ist, dass erstmals auch die praktischen Lock/Tap-Paddel Einzug halten, allerdings aus Kunststoff gefertigt. Zu den Standards gehören die Buttons für die einzustellenden Beats sowie Regler für die Parameter und Intensität.
Die Onboard-Effektbatterie enthält:
Echo, Echo Out, Swell Verb, Delay, Flanger, Phaser, Hold Echo, Ping Pong, Recycle, Roll, Stutter Out, Riser, Pitch Down, Scale Down, Reverb, LFO Verb, Reverb Drop, Reverse Verb, Reverb Rise, Flanger (-), Flex Gate, Beatbreak, LFO Filter, Backspin, Brake, Crush
Um nicht den Überblick zu verlieren, können erfreulicherweise favorisierte Effekte auf jeweils zwei Slots pro Deck gespeichert werden. Etwas verwirrend empfinde ich, dass bis auf die FX-Paddel die Anordnung der Funktionen auf beiden Decks weder gespiegelt noch in der gleichen Reihenfolge ist. Daran muss man sich gewöhnen.
Oberhalb der Effektsektion befindet sich auf dem linken Deck die Mikrofoneinheit für zwei hinsichtlich Lautstärke, Höhen und Bässen getrennt regelbare Mikros, dazu ein zuschaltbares Talk-Over und aktivierbare Effekte. Neu ist die Playlist-Bank, in der drei abgespeicherte Listen abgerufen werden können.
Das Master- und das Zone-Signal einschließlich EQ-Zuschaltung, Booth-Level und Anti-Feedback-Funktion wird auf dem rechten oberen Deck geregelt. Obendrein befinden sich daneben die Slots für die Quellen, USB-B beziehungsweise USB-C und SD-Card. Am Boden des Prime 4 G2 versteckt sich die Mulde für die optionale Festplatte.


Das Touch-Display
In der Mitte des Denon Prime 4 G2 befindet sich das imposante 10,1 Zoll große und um reichlich 50 Grad neigbare Touch-Display, um völlig unabhängig von einem angeschlossenen Laptop nebst DJ-Software oder mittels Streaming bzw. von Speichermedien aufzulegen. Es liefert eine große Übersicht über sämtliche Funktionsoptionen und Track-Infos nebst Wellenformen. Zum Suchen und Scrollen in der Library lädt das Display förmlich ein.
Mit EngineDJ flexibel bei der Wahl der Musikquelle
EngineDJ 5.x liefert das bereits bewährte Betriebssystem der neuesten Generation. Es organisiert und steuert Musik, die auf USB-Sticks, Festplatten oder SD-Cards gespeichert ist. Alternativ lassen sich Titel über Spotify (ab Anfang 2027), Apple Music, Beatport, Tidal, Soundcloud Go+, DropBox oder Amazon Music per Wi-Fi oder Bluetooth direkt streamen.
Über Source/Browse und das Menü kann ich während des Auflegens jederzeit und ohne Unterbrechung zwischen den unterschiedlichen Quellen wechseln. Wer hingegen bevorzugt mit Laptop und einer DJ-Software wie Serato DJ Pro arbeitet, kann den Denon DJ Prime 4 G2 ebenfalls demnächst mit dem entsprechenden Update nutzen. Der Controller schaltet die Vollversion in Verbindung mit einem Laptop frei.





























