Soule DSP Resonarium Test

Der Sinn einer Beta-Version ist es, möglichst viele Informationen und Feedback über die Funktion einer Software zu sammeln, besonders, wenn sie als Freeware released wird. Ist ein Synthesizerso vielversprechend wie Soule DSP Resonarium, beteiligen wir uns natürlich gerne an der gemeinschaftlichen Entwicklung des Plugins– auch wenn es sich dabei schon beinahe um eine Alpha-Version handelt.

Soule DSP Resonarium Plugin Test Bedienoberfläche
Unser Fazit:
4,5 / 5
Pro
  • Toller PM-Sound
  • Üppige Ausstattung
  • Übersichtlicher Workflow
Contra
  • FX-Version verweigert Audio-Output

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DETAILS & PRAXIS

Download und Installation

Resonarium gibt es auf Github, der kreativen Keimzelle vieler unabhängiger Programmierer. Der Account von gabrielsoule enthält neben vielen Informationen zum Plugin auch eine Warnung an alle User. Man soll den Output des Synths stets im Blick haben – die Architektur von Resonarium kann nämlich besonders im frühen Entwicklungsstatus des Plugins extreme Lautstärken hervorbringen.

Grundsätzlich sollte man ohnehin mit allerlei Problemen rechnen. Unter Windows 10 und dem aktuellen Studio One gab es bei uns allerdings überhaupt keinen Trouble. Unter den Releases gibt es das Plugin als Synthesizer und als Effekt, beide für Windows, macOS und Linux – jeweils im Format VST3 und als Stand-alone.    

PM-Synthese trifft auf Vollausstattung

Soule DSP Resonarium ist ein Synthesizer-Plugin, das physikalische Modellierung (PM-Synthese) zur Klangerzeugung nutzt. Dabei wird das Klangverhalten eines akustischen Instruments in ein mathematisches Modell umgedeutet, wodurch man die Kontrolle über alle vorhandenen Parameter hat und sie nachträglich verändern kann. Auch Pianoteq nutzt diese Form der Synthese beispielsweise.   

Das Interface von Resonarium ist sehr nutzerfreundlich aufgebaut.
Resonarium kombiniert ein seltenes Klangkonzept mit ziemlich vielen Features.

Resonarium überträgt dieses PM-Synthese-Konzept in die Synthesizer-Welt und setzt deshalb anstatt auf Oszillatoren auf vier Waveguides mit jeweils acht Resonatoren. Diese sind wiederum mit zwölf Parametern ausgestattet. Um nicht-modellierte Sounds zu mischen, gibt es einen Sampler und die Möglichkeit, externes Audio direkt ins Plugin einzuschleifen. Außerdem wurden drei Exciter-Module für Impulse, Noise und Sequence verbaut.   

On top gibt’s vier Hüllkurven, vier LFOs, vier Randomizer und vier Multi-Stage-Envelope-Generatoren (MSEGs). Außerdem hat Soule DSP Resonarium ein Macro-System und eine programmierbare Modulationsmatrix an Bord. Neben zwei Filtermodulen beherbergt das Interface von Resonarium vier Effekte – Chorus, Phaser, Distortion und Delay. 

Aus Resonarium als Effekt-Plugin werde ich allerdings nicht schlau. Was auch immer ich tue, ich kann die FX-Version einfach nicht dazu überreden, Sound auszuspucken. In späteren Versionen dürfte das sicherlich anders sein. Vielleicht handelt es sich dabei aber auch um einen Anwenderfehler.       

PM-Synthese – Akustik trifft Elektronik

Für die folgenden Hörbeispiele habe ich besonders komplexe Presets gewählt. So kann ich euch die klanglichen Möglichkeiten von Resonarium am besten zeigen. Es gibt aber auch einfachere Exemplare, die genauso gut klingen und wie Keyboard-Sounds spielbar sind.

Audio Samples
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01 Garden of Unearthly Delights 02 Netherstorm 03 Waterphone

Garden of Unearthly Delights ist eine Art Pad-Sound, der auch ein vordergründiges Rhythmikelement enthält. Dieses Preset veranschaulicht den Klangcharakter der PM-Synthese sehr deutlich. Das Besondere: Sie verbindet akustische und elektronische Klang-DNA miteinander. Netherstorm geht mit einem Hauch Kirchenorgel und viel Verzerrung in Richtung Lead-Sound. Die Verzerrung verändert sich ständig, was den Klang sehr interessant macht. Und auch Waterphone in Beispiel 3 erinnert an eine Orgel, die hier mit einem metallischen Pad unterlegt wird.     

FAZIT – Soule DSP Resonarium Test

Soule DSP Resonarium ist auf dem besten Weg, ein hervorragender Synthesizer zu werden. Die Klangwelt der PM-Synthese ist besonders – und zudem recht selten anzutreffen. Resonarium ist üppig ausgestattet und gut zu bedienen. Das GUI des Plugins ist ziemlich übersichtlich, allerdings habe ich erst nach einer Weile entdeckt, dass die Module mit Sampler- und Delay-Modul scrollbar sind. Man kann auch nur dann alle Parameter einsehen. Dafür, dass der PM-Synthesizer noch denkbar weit von einer Version 1.0 entfernt ist, läuft das Plugin bereits erstaunlich rund und fast schon fehlerfrei. Natürlich mag das nicht allen Usern so gehen, Das hängt natürlich von der jeweiligen Hard- und Software ab. Resonarium sollte bis auf Weiteres also mit Bedacht genutzt werden. 

Features

  • Nutzt PM-Synthese
  • Vier Waveguides mit je zwei Resonatoren
  • Drei Exciter: Impulse, Noise und Sequence
  • Sampler-Modul und External In
  • Vier Hüllkurven und LFOs
  • Vier Randomizer und MSEGs
  • Zwei Filtermodule und sechs Effekte
  • Skalierbares GUI
  • Für Windows, macOS und Linux
  • Erhältliche Formate: VST3 und Standalone
  • WEBSEITE: github.com/gabrielsoule/resonarium/releases
  • PREIS: Soule DSP Resonarium ist kostenlos
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