Hvoya Audio Gneiss Test

Hvoya Audio hat mit Gneiss nicht nur einfach ein neues Freeware-Plugin veröffentlicht. Der Entwickler nimmt damit gleichzeitig an der KVR Developer Challenge 2026 teil. Wie schon bei Ribs gehen wir auch bei Gneiss davon aus, dass das Plugin voller klanglicher Überraschungen steckt. 

Unser Fazit:
4 / 5
Pro
  • Außergewöhnliche Filteroptionen
  • Morph-Pad
  • 8x Oversampling
  • Viele Presets
Contra
  • kein Contra

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DETAILS + PRAXIS

Schneller Download, teilweise komplizierte Installation

Gneiss gibt es sowohl beim Hersteller, als auch auf der KVR-Seite. In beiden Fällen ist der unkomplizierte Download schnell erledigt – das Online-Handbuch ist zusätzlich verlinkt. Unterstützt wird das Plugin ab Windows 10 und macOS 10.13. Gneiss gibt es dafür nur in den Formaten VST2 und VST3. Mac-User sollten sich unbedingt die Installationsinstruktionen anschauen.  

Chaos-Filter für Filterchaos

Mit Hvoya Audio Gneiss bekommt ihr ein Morphing-fähiges Multistage-Filter für Klangexperimente und wilde Effekte. Die Bedienung des Plugins erfolgt in erster Linie über das üppig ausgestattete Control-Panel, ist aber auch über das große Morph-Pad möglich.

Das Morph-Pad ist nicht nur praktisch, es sieht auch noch sehr gut aus.
Üppiges Control-Panel oder Morph-Pad – Gneiss lässt den Usern die Qual der Wahl. 

Das Plugin hat zwei Gesichter und kann durchaus wie ein handelsübliches Filter eingesetzt werden. Das ändert sich, sobald man den Break-Parameter aktiviert: Der Effekt wird zum Rückkopplungssystem, wodurch sich völlig neue Klangmöglichkeiten eröffnen. Manche Parameter können dann sogar ihre Wirkung umkehren, was der Arbeit mit Gneiss einen gewissen Zufallsfaktor verleiht.          

Die beiden Pre-Filter formen und färben das Signal, anschließend bringen Ladder-Filter und Break-Funktion das Chaos ins Klangbild. Das Damping-Modul sorgt schließlich für die nötige Klangkontrolle und nimmt Einfluss auf Nachhall, Chaos und Selbstoszillation.                               

Crazy, Chaos, Gneiss

Kleine Warnung vorweg: Die folgenden Hörbeispiele sind recht intensiv, für schön ist Gneiss ja aber auch nicht zuständig. Das Potential der Chaos-Engine zeigt sich bei den komplett abgedrehten Effekten sogar am deutlichsten – auch wenn man die so wahrscheinlich niemals in einer Produktion einsetzen würde, wie ihr beispielsweise beim ersten Synth-Loop hören könnt.

Audio Samples
0:00
01 Synth 1 dry 02 Synth 1 Gneiss 03 Gitarre dry 04 Gitarre Gneiss 05 Piano dry 06 Piano Gneiss 07 Synth 2 dry 08 Synth 2 Gneiss

Hier erzeugt das Plugin den Effekt eines über dem Hörer schwebenden Hubschraubers. Anschließen verzerrt Gneiss die Gitarre deutlich – und zwar heftiger, als es ein Fuzz-Pedal könnte, tonale Stutter-Effekte inklusive. Das Piano veredelt das Pluin mit einem ultra verzerrten 808-Bass, während der zweite Synthesizer eine sich ständige verändernde Verzerrung featured.                          

FAZIT: Gneiss

Die beiden Gesichter von Hvoya Audio Gneiss zeigen sich in unserer Bewertung des Plugins wider. Trotz des fantastischen Morph-Pads ist die Lernkurve bei diesem außergewöhnlichen Audio-Tool leider ebenso steil, wie die klanglichen Möglichkeiten des Plugins grenzenlos sind. Dieses digitale Spielzeug zu nutzen, macht unheimlich viel Spaß. Wer das Plugin aber wirklich beherrschen will, wird sich eine Weile mit dem Handbuch und zahlreichen Klangexperimenten beschäftigen müssen. Zumindest erleichtern die 73 Presets den Einstieg ein wenig. Für Klangtüftler dürfte Gneiss damit zu den Favoriten der aktuellen Developer Challenge gehören.    

Features

  • Morphendes Multistage-Filter
  • Morph-Pad
  • Chaos-Engine
  • Ladder- und Resonant-Filter
  • Input-gated Damping
  • Patch Randomization
  • 8x Oversampling
  • 73 Presets
  • Skalierbares Interface
  • Ab Windows 10 und macOS 10.13
  • Formate: VST2 und VST3
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