Mit dem Mooer META FX liefert der chinesische Hersteller ein kompaktes Multieffektpedal mit einem ziemlich ungewöhnlichen Konzept: Durch den Austausch der Firmware lässt sich das Gerät wahlweise in ein Reverb-, Delay- oder Modulationspedal mit einer Vielzahl unterschiedlicher Effektalgorithmen verwandeln. Zur weiteren Ausstattung gehören Stereo-Ein- und -Ausgänge, 100 Speicherplätze sowie praxisnahe Funktionen wie Tap-Tempo oder Infinite-Sustain. Wir haben das Mooer META FX auf Herz und Nieren geprüft.

- überzeugende Soundqualität
- große Bandbreite an Standard- un Ambient-Effekten
- Stereo-Ein- und -Ausgänge
- intuitive Bedienung
- günstiger Preis
- Reverb, Delay und Modulation nicht gleichzeitig nutzbar
Welche Anschlüsse und Bedienelemente bietet das Mooer META FX?
Das Mooer META FX kommt in einem kompakten Kunststoffgehäuse mit den Maßen 125 × 74 × 49 mm. Die Verarbeitung ist solide und auch der farbige Swirl-Look wirkt optisch sehr ansprechend. Auf der Oberseite befinden sich sämtliche Bedienelemente in Form von drei Tastern (Edit, Type, Save), einem Regler (Level Value) sowie einem Endlosencoder mit Druckfunktion (Select Menu). In der Mitte thront ein rundes 1,28″-Farbdisplay, das die Presets und Parameter übersichtlich darstellt. Zwei Fußschalter übernehmen das Aktivieren des Effekts und je nach Firmware zusätzliche Funktionen wie Tap-Tempo oder Infinite-Sustain. Durch Gedrückthalten beider Footswitches lassen sich zudem die Presets auf- beziehungsweise abwärts schalten.
Die Anschlüsse verteilen sich auf die Gehäuseseiten: Links und rechts finden sich jeweils zwei Ein- und Ausgänge für den Stereobetrieb. Stirnseitig sitzt die Buchse für das mitgelieferte Netzteil, das 9 Volt bei 300 mA bereitstellen muss. Hinzu kommen ein Kopfhörerausgang im Miniklinkenformat sowie ein USB-Anschluss, über den Updates aufgespielt und die Firmware gewechselt wird.
Übrigens hat sich auf der Mooer-Website ein kleiner Fehler eingeschlichen: Das META FX lässt sich nicht über den USB-Port mit Strom versorgen. Auch MIDI via USB ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht möglich.
Das Konzept des Mooer META FX: Reverb, Delay oder Modulation per Firmware
Das Herzstück des META FX ist die sogenannte X Algorithm Platform. Anders als bei klassischen Multieffektpedalen stehen hier nicht sämtliche Effektgattungen gleichzeitig zur Verfügung. Stattdessen bestimmt der User selbst, ob das Pedal als Multi-Reverb, Multi-Delay oder Modulationseffekt arbeitet. Der Wechsel erfolgt über die Software „Mooer Studio for META FX“, in der die drei Effektkategorien kostenlos bereitstehen.
Innerhalb jeder Firmware findet sich allerdings eine ganze Reihe unterschiedlicher Algorithmen. Und genau hier liegt aus meiner Sicht eine der großen Stärken des Pedals: Die Auswahl reicht von klassischen Standards bis hin zu teilweise ziemlich abgedrehten und überraschend eigenständigen Ambient-Effekten für Sounddesigner.
Der Firmware-Wechsel zwischen Reverb, Delay und Modulation geht zwar erfreulich schnell vonstatten, erfordert aber dennoch die Verbindung mit einem Rechner. Im Live-Betrieb ist so etwas natürlich nur bedingt umsetzbar. Allerdings verfolgt Mooer mit der Plattform einen relativ offenen Ansatz, und es bleibt spannend, ob das Angebot künftig noch um weitere Firmware-Pakete erweitert wird. Meine Hoffnung wäre eine gemischte Firmware, die Algorithmen aus mehreren Effektkategorien beherrscht.
Wie funktioniert die Bedienung des Mooer META FX?
Da die „Mooer Studio for META FX“-Software nicht als klassischer Editor arbeitet, werden sämtliche Einstellungen direkt am Pedal vorgenommen. Das gestaltet sich erfreulich intuitiv: Über den Type-Taster ruft man die verschiedenen Algorithmen auf, während Edit Zugriff auf die jeweiligen Parameter bietet. Durch Gedrückthalten eines der drei Minibuttons und gleichzeitiges Drehen am Level-Regler können ausgewählte Parameter zudem auf kurzem Dienstweg angepasst werden.
Eigene Einstellungen lassen sich anschließend in den insgesamt 100 Preset-Slots speichern. Übrigens bleiben gespeicherte Presets auch nach einem Firmware-Wechsel erhalten. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann seine Voreinstellungen über die Software zusätzlich exportieren und bei Bedarf wieder importieren.




