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Test: Beetronics Seabee Lite – Mehr als nur ein Chorus-Pedal?

Das Beetronics Seabee Lite versteht sich als leicht abgespeckte und intuitiv zu bedienende Interpretation des Seabee Harmochorus. Das Seabee Lite basiert auf einer analogen BBD-Schaltung und erzeugt (Stereo-)Modulationseffekte zwischen Vibrato, Chorus und Flanger. Hierzu stehen drei Effekt-Modi bereit, die wahlweise mit dem trockenen Signal gemischt und per Hoch- und Bandpassfilter bearbeitet werden können. Wie die große Schwester verfügt das Pedal über 16 Preset-Speicher und zahlreiche Midi- und Expression-Optionen.

Beetronics Seabee Lite bonedo Test
Unser Fazit:
4,5 / 5
Pro
  • vielseitig einsetzbar (Vibrato, Chorus, Flanger, Filter)
  • einfache Handhabung
  • zwei Stereo-Optionen (Dry/Wet, phaseninvertiert)
Contra
  • Lautstärkesprung im Flangee-Modus

Beetronics Seabee Lite – Das Wichtigste in Kürze

  • Welche Effekte liefert das Seabee Lite? Das Seabee Lite hat drei Effekt-Modi (Flangee, Classic, Wobblee), die wahlweise mit dem trockenen Signal gemischt werden können. So sind Vibrato, Chorus und Flanger-Sounds möglich.
  • Was ist der Unterschied zum großen Seabee? Das Seabee Lite verzichtet auf den experimentellen Harmochorus-Effekt der größeren Version und verfügt über weniger Effekt-Modi und Parameter. Dafür wurde die Lite-Version mit einem Hoch- bzw. Bandpassfilter ausgestattet. 
  • Ist das Seabee Lite ein Stereo-Pedal? Das Pedal hat einen zweiten Ausgang, über den wahlweise ein trockenes oder ein phaseninvertiertes Signal ausgegeben werden kann. 
  • Was sagt der Test? Das Seabee Lite punktet mit intuitiver Bedienung und klassischen Analog-Sounds aus den Bereichen Vibrato, Chorus und Flanger. Besonders spannend gestalten sich dabei die zahlreichen Effektparameter (Verzögerungszeit, Dry/Wet-Mix, Feedback, Filter) und die Stereo-Optionen.

Wie funktioniert das Seabee Lite?

Analoge Vibrato-, Chorus- und Flanger-Pedale basieren im Grunde auf demselben Schaltungsdesign. Sie erzeugen eine leicht verzögerte Kopie des Eingangssignals und unterziehen diese einer periodischen Delay-Zeit-Verschiebung per LFO. Als Effekt entsteht so eine Tonhöhenmodulation (Vibrato), die zusammen mit dem trockenen Eingangssignal zum Chorus wird. Eine besonders kurze Basis-Delay-Zeit in Kombination mit einer Wiedereinführung des Effektsignals (Feedback) erzeugt wiederum den Flanger-Effekt. Nach diesem Prinzip lassen sich auch die drei Effekt-Modi des Seabee Lite erklären, die neben den unterschiedlich langen Delay-Zeiten auch verschiedene LFO-Wellenformmuster aufweisen. 

Artikelbild
Seabee Lite Cream
Für 259,00€ bei
  • Classic: 10 ms Delay, Dreieckwellenform
  • Flangee: 5 ms Delay, Sinuswellenform
  • Wobblee: 25 ms Delay, zufällige Wellenform

Ob die Effekte dabei als Vibrato oder als Chorus/Flanger wahrgenommen werden, entscheidet ein Wahlschalter für die Stummschaltung des trockenen Signals (Vibee/Chorus). Zusätzlich stehen als Bedienelemente drei Potis für die Effekttiefe (Depth), die Modulationsgeschwindigkeit und den Anteil des wiedereingeführten Signals (Feedback) bereit. Ein dritter Wahlschalter aktiviert bei Bedarf einen Bandpass- (BP) oder Hochpassfilter (HP). Betrieben werden kann das (BxHxT) 90 × 45 bis 70 × 140 mm große und 433 Gramm schwere Pedal mit einem Standard-9V-Netzteil (mind. 250 mA).  

Welche Routing-, Preset- und Expression-Optionen gibt es?

Das Seabee Lite verfügt über einen Mono-Ausgang für das primäre Effektsignal und einen zusätzlichen Ausgang, über den wahlweise ein trockenes oder ein phaseninvertiertes Signal ausgegeben wird. Neben der Eingangsbuchse findet sich außerdem ein Anschluss für Expression-Pedale (TRS), externe Tap-Tempo-Taster oder die Steuerung per MIDI bzw. Control-Voltage (CV). Ohne externe Hilfsmittel kann über die beiden Onboard-Fußtaster eine Ramp-Up-Funktion des Speed- bzw. des Depth-Parameters ausgelöst (Hold) oder die Modulationsgeschwindigkeit eingetippt werden (Tap). Betätigt man beide Fußschalter gleichzeitig, befindet sich das Pedal im Preset-Modus und ist in der Lage, 16 unterschiedliche Settings zu speichern und abzurufen. 

Fotostrecke: 5 Bilder Das Seabee Lite verzichtet auf den experimentellen Harmochorus-Effekt der größeren Version und verfügt über weniger Effekt-Modi und Parameter.
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So wird das Seabee Lite getestet 

Getestet wird das Beetronics Seabee Lite vor einem Budda Superdrive 45 in Kombination mit einem Two Notes Torpedo Captor X. Alle Delay- und Reverb-Sounds kommen von einem MXR Carbon Copy und einem Neunaber Wet Reverb. Für die Stereo-Files sitzt das Pedal im FX-Loop eines Tone King Imperial Preamps und als Gitarren stehen unter anderem eine Maybach Texonian T54 und eine Maybach Lester bereit.

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Welche Sounds stecken hinter den drei Effekt-Modi?

Das Seabee Lite erzeugt mit allen Reglern in der 12-Uhr-Stellung im Classic-Modus angenehm warm klingende und schnörkellose Analog-Chorus-Sounds, die sich hervorragend für cleane Gitarren eignen. Schaltet man von dort in den Flangee-Mode, wird das Effektsignal um die typischen Kammfiltereffekte erweitert, die sich per Feedback-Poti noch verstärken lassen. Dabei zeigt sich das Effektsignal erfreulich unaufdringlich und liefert selbst in höheren Stellungen von Rate- und Depth-Poti noch brauchbare Sounds.

Etwas experimenteller wird es im Wobblee-Modus, der vor allem durch die ungleichmäßige LFO-Wellenform ein gewisses Eigenleben entwickelt. Die Vibee-Option, mit der das trockene Signal stummgeschaltet wird, eröffnet dabei in jedem Effektmodus noch einmal eine ganz neue Welt. Hier wirken die Modulationen deutlich extremer und erzeugen zum Teil sehr experimentelle „Leier-Sounds“. Im Wobblee-Modus spürt man eine recht deutliche Latenz zwischen dem Anschlag und dem 25 ms verzögerten Effektsignal. Dagegen wirkt der Flangee-Modus im direkten Vergleich deutlich lauter als die beiden anderen Modi. 

Wir hören alle drei Effekte einmal im Chorus- und danach im Vibee-Setting mit allen Potis in der 12-Uhr-Stellung. 

Audio Samples
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Chorus-Mode, Classic → Flangee → Wobblee (Tele) Vibee-Mode, Classic → Flangee → Wobblee (Tele)

Weiter geht es mit einem Direktvergleich zwischen Chorus- und Vibee-Setting mit dem Depth-Poti in der 14-Uhr-Stellung. Hier zeigt sich sehr deutlich, welchen Unterschied die Beimischung des trockenen Signals beim Charakter und bei der Intensität des Effekts bewirkt. Dabei macht das Seabee Lite auch vor dem verzerrten Amp eine sehr gute Figur und zeigt sich insgesamt erfreulich rauscharm.

Audio Samples
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Chorus vs. Vibee, Classic-Mode (Strat) Chorus vs. Vibee, Wobblee-Mode (Les Paul)

Die unterschiedlichen Effektparameter im Überblick

In den nächsten Audiofiles hören wir die Wirkungsweise des Feedback-Potis, den Hoch- bzw. Bandpassfilter und die Onboard-Expression-Optionen. Der Bypass-Switch sorgt beim Halten für einen schnellen Anstieg der Effekttiefe (Depth-Boost), während der Tap-Schalter die Modulationsgeschwindigkeit steigert (Rate-Boost).

Audio Samples
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FDBK Poti, Flangee-Mode, min → max (Tele) Filter, Flat → HP → BP (Tele) Depth-Boost vs. Rate-Boost (Tele)

So klingt das Seabee Lite in einem Stereo-Setup

Für die letzten Audiofiles sitzt das Seabee Lite im Stereo-FX-Loop des Tone King Imperial Preamps. In den globalen Einstellungen lässt sich dabei festlegen, ob das Signal am zweiten Output trocken oder phaseninvertiert ausgegeben wird. Auch wenn das Seabee Lite hier keine True-Stereo-Algorithmen wie ein digitales Pedal liefert, sorgt vor allem das phasenverschobene Signal für sphärische Momente. Wir hören zunächst den Unterschied zwischen den beiden Stereo-Optionen und danach zwei Praxisbeispiele mit einem externen Expression-Pedal. Diesem kann wahlweise einer der drei Effektparameter (Feedback, Rate, Depth) zugewiesen werden. 

Audio Samples
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Stereo (Dry/Wet), Classic → Flangee → Wobblee (Tele) Stereo (phaseninvertiert), Classic → Flangee → Wobblee (Tele) Praxisbeispiel Rate-Expression, Classic-Mode (Tele) Praxisbeispiel Depth-Expression, Wobblee-Mode (Tele)
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Fazit

Das Beetronics Seabee Lite bietet eine große Bandbreite an zeitbasierten Modulationseffekten und punktet mit klassischen Analog-Sounds und intuitiver Bedienung. Dank eines cleveren Bedienlayouts lassen sich die schaltungstechnischen Unterschiede zwischen Vibrato, Chorus und Flanger dabei im Handumdrehen selbst bearbeiten. So wird man mit Eingriffen in die Verzögerungszeit, den Wet/Dry-Mix und das Feedback streckenweise selbst zum Effektdesigner. Zusammen mit den spannenden Stereo-Routing- und Expression-Optionen ist das Seabee Lite eine echte Empfehlung für Modulation-Fans, die gerne etwas mehr als zwei Potis zur Verfügung haben.   

  • Hersteller: Beetronics
  • Modell: Seabee Lite
  • Typ: Chorus, Flanger, Vibrato
  • Herstellungsland: USA
  • Anschlüsse: Input, Output, Stereo, Midi-Exp, Netzteil
  • Regler/Schalter: Feedback, Rate, Depth, BP/Flat/HP, Chorus/Vibee, Tap/Hold, Bypass
  • Stromversorgung: 9-V-Netzteil (nicht im Lieferumfang)
  • Stromaufnahme: 250 mA
  • Abmessungen: (B × H × T) 90 × 45 – 70 × 140 mm
  • Gewicht: 433 g
  • Ladenpreis: 259,00 Euro (Juli 2026)

Herstellerseite: https://www.beetronicsfx.com/

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