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Sonny Rollins ist tot: Jazz-Ikone und Mitbegründer des modernen Jazz stirbt mit 95 Jahren

Am 25. Mai 2026 starb der legendäre Tenorsaxophonist im Alter von 95 Jahren in seinem Haus in New York. Mit dem Tod von Sonny Rollins verliert die Musikwelt dabei einen der letzten lebenden Mitbegründer der “goldenen Ära” des modernen Jazz. Er galt als einer der einflussreichsten Musiker des Bebop und Hardbop und inspirierte zahlreiche Musiker und Musikerinnen seit rund 80 Jahren.

© Wikimedia Commons: Bengt Nyman

Sonny Rollins wurde am 7. September 1930 in New York geboren und zeigte schon im jungen Alter eine tiefe Leidenschaft für die Musik. Mit sieben oder acht Jahren schenkten ihm seine Eltern sein erstes Saxophon, welches er in der Schulband und in den späten 40ern bereits bei professionellen Auftritten spielen würde.

Schon in den 1950er-Jahren spielte Rollins mit Jazz-Legenden wie Miles Davis, John Coltrane und Thelonious Monk zusammen. Gemeinsam mit dieser virtuosen Musiker-Generation prägte Rollins ein neues Zeitalter des Jazz, welches sich vom Swing zum Bebop und schließlich zum Hardbop entwickelte. Dieser neue Stil war schneller, harmonisch komplexer und improvisationslastiger als der vorherige Jazz, was sich in der freien Spielweise Rollins’ widerspiegelt.

© Wikimedia Commons: Milestone Records

Insbesondere sein legendäres Album “Saxophone Colossus” aus dem Jahr 1956 etablierte ihn an der Spitze der Jazz-Pioniere. Das Album wurde von Kritikern gepriesen und zählt heute noch zu den Must-Haves aller “Jazzophilen”.

Rollins war nicht nur als großartiger Musiker bekannt, sondern auch als rastloser Perfektionist. Während seiner Karriere soll er ständig auf der Suche nach dem “perfekten Sound” gewesen sein. So zog er sich Ende der 50er für zwei Jahre aus der Musikindustrie zurück und übte jeden Tag auf der Williamsburg Bridge in New York. Hier spielte er stundenlang, egal ob Sonne oder Sturm, um seinen persönlichen Klang weiterzuentwickeln. Das Ergebnis war sein ambitioniertes Album “The Bridge“.

Sonny Rollins’ Vermächtnis

Auch außerhalb des Jazz prägte Rollins die Musik- und Popkultur nachträglich. Sein cooler Stil, die kreative Neugier und seine freie Improvisationsweise inspirierten Künstler und Künstlerinnen über Genres hinweg. So arbeitete er unter anderem mit den Rolling Stones zusammen, die sein Saxophonspiel auf ihrem Album “Tattoo You” einbauten. Ein Beispiel hierfür ist das Outro von ‘Waiting For a Friend‘.

In seinen späteren Jahren wurde er mit zahlreichen Preisen und Ehrentiteln, sogar einem Grammy, ausgezeichnet. Im Jahr 2011 erhielt er außerdem die National Medal of the Arts, die höchste staatliche Kulturauszeichnung der Vereinigten Staaten, von US-Präsident Barack Obama. In einem humorvollen Auftritt bei den Simpsons spielte Rollins im Jahr 2013 sogar seinen eigenen Charakter in der Animationsserie.

© Wikimedia Commons: RI-jim

2014 musste Rollins seine Karriere aufgrund einer schweren Lungenerkrankung beenden. Dennoch blieb er eine wichtige Symbolfigur des Jazz. Rollins steht für die kreative Freiheit und den Wunsch, sich stets weiterzuentwickeln. Mit seinem Tod schließt ein Kapitel der Jazzgeschichte ab, welches den Klang des 20. Jahrhunderts entscheidend verändert und geprägt hat. Sonny Rollins bleibt auch heute ein Vorbild für alle Kreativen, die bereit sind, Grenzen zu überschreiten und sich ständig weiterzuentwickeln.

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