Anzeige

Fender Jazz Bass 60th Anniversary Test

Herzlichen Glückwunsch zum 60sten Geburtstag, lieber Fender Jazz Bass – so viel Zeit muss auch mal bei einem Testbericht sein! Das zweite ikonische Bassmodell aus Leo Fenders Feder erblickte 1960 das Licht der Welt und erfreut sich seitdem ungebrochener Beliebtheit. Und wo manch einer mit 60 Jahren bereits auf den wohlverdienten Ruhestand schielt, hat der Jazz Bass ganz sicher noch ein langes und erfülltes Arbeitsleben vor sich. Um dieses Jubiläum standesgemäß zu feiern, hat Fender ein spezielles Anniversary-Modell entworfen, welches in begrenzter Stückzahl nur im Jahr 2020 produziert wird. Mal sehen, was sich dahinter verbirgt!

Fender_Jazz_Bass_60th_Anniversary_007_FIN Bild

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Details

Bereits die Verpackung – besser gesagt: der Koffer – erweist sich als würdig: Ein Vintage Case mit einer flauschigen Polsterung und gesticktem “Fender Jazz Bass 60th Anniversary”-Logo machen ordentlich was her.
Tatsächlich ist das “60th Anniversary”-Modell ist so etwas wie ein “Best of 60’s Jazz Bass”, denn es wurden verschiedene Zutaten und Spezifikationen der Baureihen aus den 60er-Jahren in einem Instrument vereint. Das fängt beim Holz an, denn Erlekorpus, Ahornhals und ein Palisandergriffbrett sind klassische Zutaten.

Im Vergleich zum älteren Bruder, dem Fender Precision Bass, wirkt das asymmetrische Design des Jazz Bass etwas geschwungener und eleganter, aber das ist sicher hinlänglich bekannt, wir sprechen ja schließlich nicht über einen Newcomer.
Das Finish des Jubiläums-Basses nennt sich “Arctic Pearl” und ist ein schneeweiß-metallic Nitrocellulose-Lack. Die Kopfplatte kommt in derselben Farbgebung daher (Matching Headstock). Erstaunlicherweise hat sich Fender hier keiner klassischen Farbe bedient, sondern sich für etwas Besonderes entschieden.
Natürlich hat man ebenfalls bei der chromefarbenen Hardware auf Authentizität geachtet und dem Anniversary-Modell eine “Vintage Style Bridge” und offene “Pure Vintage Reverse”-Stimm-Mechaniken spendiert.

Fotostrecke: 6 Bilder Im Lieferumfang des Jubiläumsmodells …
Fotostrecke

Einen schönen Kontrast zum weißen Body bildet das marmorierte Tortoise-Schlagbrett. Der Hals des Instrumentes wurde mit einem transparenten Lack behandelt und zuvor gebeizt, sodass ein schöner Vintage Look entsteht.
Das Griffbrett wird durch ein schickes cremefarbenes Binding eingefasst, welches meines Wissens 1966 zum ersten Mal auftauchte. Beim Profil des Halses hielt man sich hingegen an die ersten Modelle – Fender nennt dieses Profil deshalb auch “1960 U”, d. h. “rund mit etwas steileren Flanken”. Und auch das Griffbrett mit seinem 7,25-Zoll-Radius gehört eher zur rundlichen Fraktion.

Fotostrecke: 5 Bilder Bei den Features des “60th Anniversary”-Modells hat sich Fender …
Fotostrecke

“Pure Vintage 62’s Jazz Bass” ist der eindrucksvolle Name der hier verbauten Tonabnehmer und verspricht authentischen 60er-Jahre-Sound – dazu später mehr. Bei der Elektronik gibt es einen deutlichen Unterschied zu aktuellen Modellen, denn wie in den Anfangsjahren kommen bei unserem Testbass konzentrische Potis zum Einsatz. Hier wird für jeden Pickup ein eigener Volume-Regler und eine eigene passive Tonblende in einem Doppelstockpoti untergebracht. Das macht die Bedienung zwar etwas aufwendiger, bietet dafür aber auch mehr Klangvariationen.

Fotostrecke: 4 Bilder Sowohl der wuchtig klingende Halstonabnehmer als auch der …
Fotostrecke

Ein bisschen “Fender Eye Candy” gibt es außerdem auch noch on top, nämlich den Thumb Rest (Ablage für die Finger, wenn man mit den Daumen in der Nähe des Griffbretts spielt), die Halsplatte mit Anniversary-Prägung, die Abdeckung des Halspickups, sowie der berühmte “Aschenbecher” (Abdeckung für Stegpickup und Brücke). Diese Features sind natürlich schön anzusehen und verleihen dem Instrument einen authentischen Look.
Bis auf die Halsplatte stören bis behindern sie mich jedoch beim Spielen, weshalb ich sie – wie viele andere Fender-Spieler auch – nach kurzer Zeit entfernt habe. Wem es da genauso geht wie mir, muss mit einem zwar historisch authentischen, aber meiner Meinung nach vergleichsweise überflüssigen Detail leben: Von der Brücke führt ein Masseblech deutlich sichtbar oben auf dem Korpus zum Stegpickup und von dort ins Elektronikfach.

Fotostrecke: 5 Bilder Die Chrom-Abdeckungen sehen ohne Frage sehr schick aus.
Fotostrecke

Der Look des “60th Anniversary”-Modells ist wirklich sexy und wird Jazz-Bass-Fans ohne Frage den Mund wässrig machen. Alles wirkt im ersten Moment edel und hochwertig – beim genaueren Hinschauen entdeckt man allerdings tatsächlich auch kleinere Verarbeitungsmängel, wie die nicht ganz genauen Spaltmaße beim Hals-Korpus-Übergang und die minimal schief montierten Potiknöpfe!

Optisch schon mal ein Volltreffer: Dieses Modell kommt in der Tat ausgespochen nobel daher!
Optisch schon mal ein Volltreffer: Dieses Modell kommt in der Tat ausgespochen nobel daher!
Kommentieren
Profilbild von Holger Hetschko

Holger Hetschko sagt:

#1 - 29.09.2020 um 07:42 Uhr

Empfehlungen Icon 0

"... kleinere Verarbeitungsmängel, wie die nicht ganz genauen Spaltmaße beim Hals-Korpus-Übergang ...". Das ist schon ein Ding. Wie ist das in Zeiten von CNC-Magic möglich? Auch bei der Bundierung sollte ein Konzern wie Fender sich im Jahr 2020 nicht die Blöße geben, Stichwort Plek.
Immer wieder liebäugle ich mit einem amerikanischen Fender. Aber letztlich scheinen tatsächlich nur die Japan-Modelle die normalen Anforderungen zu erfüllen.
Es gab übrigens 2013 eben aus Japan einen FSR Jass Bass mit ganz ähnlichen Zutaten nur ohne Aschenbecher. Hätte ich da bloß zugeschlagen ...LG and die Redaktion und danke für die super Reviews!

Kommentare vorhanden
Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.