Hersteller_Yamaha DP_Digitalpiano DP_Kompakt SP_bis1000
Test
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19.06.2018

Praxis

Tastatur

Ebenso wie der kleinere Bruder P-45 verfügt auch das P-125 über die „Graded-Hammer Standard-Mechanik“ (GHS), welche sich durch ein hervorragendes Spielgefühl auszeichnet. Bass und Diskant sind unterschiedlich gewichtet und die Oberfläche der schwarzen Tasten wurde mit einem matten Finish überzogen, was die Griffigkeit noch ein wenig verbessert. Insgesamt kommt die verbaute Tastatur einer echten Flügeltastatur schon recht nahe, allerdings dürfte die Gewichtung im Diskant für meinen Geschmack noch etwas leichter sein.

Über einen Druckpunkt verfügt die Tastatur nicht, was man in dieser Preisklasse übrigens nirgendwo findet. Das Spielgefühl wird dadurch allerdings kaum getrübt - mich persönlich hat das P-125 direkt zum beherzten Spielen verleitet. Übrigens ist die Gewichtung etwas schwerer als bei manch anderen Modellen, was für das Üben sicherlich von Vorteil ist, denn beim späteren Spielen auf einem echten Flügel profitiert man davon in jedem Fall!

Klang

Insgesamt 24 Klangfarben lassen sich über die sechs Drucktaster des P-125 anwählen, zu denen vier Flügelklänge, vier E-Pianos, Orgel-, Clavinet- sowie Streicher- und Bass-Sounds befinden. Aus meiner Sicht darf man die ersten beiden Kategorien als Hauptklänge betrachten, denn neben den Flügel- und E-Pianos sind alle weiteren Klänge eher als Beiwerk zu verstehen.  Die im P-125 verwendete Klangerzeugung nennt sich - genau wie beim P-45 - „Pure-CF-Soundengine“ und emuliert dabei keinen geringeren als Yamahas CF-Konzertflügel. Die Polyphonie ist mit 192 Stimmen hoch, sodass man hier wirklich nicht meckern kann. Hören wir uns die Piano-Sounds an.

Für ein Piano aus der Einsteigerklasse klingt das wirklich sehr brauchbar! Der Grundsound klingt ganz typisch nach Yamaha und ist sehr rund - sowohl bei sanftem als auch ausdrucksstarkem Spiel reagiert der Flügelklang entsprechend. Neben dem Klang muss ich an dieser Stelle auch anmerken, dass mir das Spiel über die Tastatur sehr gut gefällt: Das „Grand Piano“ lässt sich sehr dynamisch spielen. Auch die weiteren Flügelklänge klingen sehr schön und bieten mit ihren verschiedenen Klangfarben einen netten Kontrast zum „Grand Piano“. 

Ein paar Kleinigkeiten sind mir allerdings noch aufgefallen: in der obersten Oktave wird es ein wenig dünn und klingt nach gepitchten Samples sowie einer zu geringen Velocity-Abstufung. Hier wäre auf jeden Fall noch etwas Luft nach oben - auch bei günstigen Pianos sollten solche Eigenschaften nach Möglichkeit nicht vorkommen.  

Weiter geht es mit den E-Pianos aus dem P-125. Mit dabei ist ein Rhodes, ein DX-Piano, ein Wurlitzer sowie ein Synth-Piano. Natürlich hat Yamaha den genannten Modellen einen anderen Namen gegeben, aber der Leser wird sicherlich heraushören, welche Pianos sich hinter den angegebenen Namen verstecken. Insgesamt ist auch hier der Eindruck positiv und ich finde, dass gerade die E-Pianos in so manch anderen Digitalpianos etwas zu kurz kommen. Beim P-125 ist das zum Glück nicht so. Für ein Piano der unteren Preisklasse können sich die E-Pianos sehen lassen.

Abschließend hören wir uns ein paar weitere Sounds aus dem P-125 an, zu denen u. a. Streicher, Orgel und Clavinet gehören. Auch diese Sounds klingen sehr schön und ergänzen das gängige Repertoire des Digitalpianos. Nebenbei bemerkt, hat mich das Verhalten der Streicher- und Synth-Sounds bei gedrücktem Haltepedal etwas irritiert, denn gerade diese Klänge verschwinden sehr schnell und bleiben bei anderen Pianos - so wie man es eigentlich erwartet - liegen. Das mag sicherlich auch Geschmackssache sein und fließt deshalb nicht in unsere Bewertung ein.

Split, Layer und Duo-Mode

Ein Digitalpiano ohne Split- oder Layermodus ist heutzutage fast undenkbar: Für eine Ballade beispielsweise braucht man hin- und wieder die Kombination aus Piano und Synth-Pad. Ein ähnlicher Klassiker ist der typische Walking-Bass mit dem Sound eines Kontrabasses, den man mit der linken Hand spielt. Im P-125 lässt sich beides im Handumdrehen realisieren: Betätigt man zwei Klangkategorien gleichzeitig, dann werden zwei Klänge überlagert.

Mit der „+Bass“-Taste hingegen  wird die Tastatur gesplittet, wobei der linke Tastaturbereich dann mit einem Bass-Sound bestückt wird. Neben vier verschiedene Bass-Sounds bietet das P-125 aber auch die Möglichkeit, aus den fünf weiteren Kategorien auszuwählen. 

Eine Besonderheit stellt der Duo-Mode dar, der die Tastatur in zwei Abschnitte mit gleichem Tonumfang geteilt, was für den Klavierunterricht gedacht wurde. Hier hat man sozusagen zwei Klaviaturen nebeneinander: Ein praktisches Feature für alle, die für den Unterrichtszweck nicht gleich ein zweites Piano kaufen möchten!

Begleitsektion

Neu im P-125 ist eine integrierte Begleitsekion, die das Piano um 20 verschiedene Rhythmen bestehend aus Schlagzeug- und Bass-Parts erweitert. Dass die Rhythmus-Funktion nicht das Hauptaugenmerk des Pianos darstellt, merkt man schon bei der Bedienbarkeit dieses Features: Zum Starten bzw. Stoppen der Automatik reicht zwar ein einfacher Druck auf den Rhythm-Knopf, die Auswahl der 20 Rhythmen erfolgt dann aber nur in Kombination des Rhythm-Knopfs mit den Tasten C3 - G4 der Tastatur.

Weitere Features

Neben den Begleitrhythmen warten 21 Demo-Songs und 50 Piano-Songs darauf, abgespielt zu werden. Für jede Klangfarbe bietet das P-125 angepasste Musikstücke, welche die jeweiligen Stärken der Klänge vorführen. Auch das Aufnehmen von musikalischen Ideen ist über den eingebauten Recorder möglich. Daneben eignet sich das eingebaute Metronom prima zum Üben und lässt sich neben dem Tempo auch in verschiedenen Taktarten verstellen.

Smart Pianist 

Eine Neuerung in Yamahas P-Serie ist die Einführung der App „Smart Pianist“, mit welcher das P-125 bedient werden kann und über diese auch weitere interessante Funktionen hinzukommen. Wer ein iOS-Gerät besitzt, der kann mit der App und einem zugehörigen USB-Adapter loslegen. Standardmäßig wartet der Piano Room auf den Spieler, in welchem Pianoklänge über ein grafisch ansprechendes Menü ausgewählt werden können. Daneben lassen sich über weitere Untermenüs Klänge und Begleitrhythmen auswählen. In der Kategorie Song befindet sich eine große Auswahl an Songs, die zum fleißigen Mitspielen einladen. Auch bietet die App Einstellmöglichkeiten für die Stimmung, Transposition sowie Velocity- und Pedaleinstellungen.

Grundsätzlich bietet die „Smart Pianist“ App eine ganze Menge an Funktionen, allerdings nur dann, wenn zwei Voraussetzungen erfüllt sind: Man muss nicht nur iOS-User sein, sondern auch den zugehörigen Adapter besitzen, denn das P-125 verfügt leider nicht über eine Bluetooth-Schnittstelle. Für die Praxis bedeutet das leider, dass die meisten Benutzer zunächst nicht in den Genuss dieser App kommen werden - wir dürfen also darauf hoffen, dass sich das zumindest für zukünftige Modelle aus der P-Serie noch ändert.

Bedienung

Dank der überschaubaren Benutzeroberfläche geht die Bedienung des P-125 leicht von der Hand. Die wichtigen Funktionen wie Klangauswahl, Split-/Layer-Modus und das Aufnehmen eigener Ideen ist sofort zugänglich. Auch wenn ich kein großer Freund der erweiterten Bedienung mittels Tastenkombinationen, wie Knöpfen plus Tastatur bin, so konnte ich nach einem kurzen Blick ins Handbuch doch sehr schnell in den Genuss dieser Funktionen kommen. Lediglich die Auswahl der Begleitrhythmen hätte man an der Tastatur beschriften, oder ihr noch ein paar weitere Bedienelemente auf der Oberfläche spendieren können - das ist aber Kritik auf hohem Niveau. Immerhin hat das Ganze einen großen Vorteil: Das Bedienfeld bleibt schön übersichtlich und schlank.

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