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09.06.2020

Synth Bass Sounds mit Effektpedalen nachbauen

So kreierst du coole Synthie-Basssounds mit gängigen Effektgeräten auf dem E-Bass

Synth Bass Tutorial – Synth-Bass auf dem E-Bass spielen

Synthie-Bass-Sounds klingen fett und cool ‑ gerade in elektronischer Musik und im Funk oder im R&B sind diese Klänge vollkommen zu Recht sehr beliebt! Doch leider hat nicht jeder E-Bassist einen Bass-Synthesizer zu Hause herumstehen und ist ein passabler Pianist. Und einen Bass-Sythie wegen zwei Songs am Abend herumschleppen? Das will eigentlich auch niemand! Eine einfache Alternative wären Effektpedale, mit denen sich Synthie-Sounds simulieren lassen. Die entsprechenden Geräte sind jedoch der Regel nicht ganz günstig und tun sich als digitale Pedale nicht selten schwer, Artikulationen wie Hammer-On's, Pull-Off's oder Slides zu erkennen und klanglich richtig umzusetzen. Ein anderer Ansatz ist da deutlich einfacher, erhält die volle Dynamik und alle Feinheiten im Bereich der Artikulation. Und das Beste: Dieser Ansatz ist wesentlich günstiger - für viele von uns gibt es ihn sogar gratis!

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Die Lösung lautet: "Haushaltsmittel" - gemeint sind kleine Helferlein, die man vielleicht sogar schon im Schrank stehen hat und bestenfalls nur abstauben muss! Im Laufe eines Bassistenlebens sammelt sich bei den meisten zahlreiche Effektpedale an, die irgendwann leider ungenutzt herumliegen. Octaver und Verzerrer (Overdrive, Distortion - oder idealerweise ein Fuzz!) sind solche Kandidaten, sind sie doch neben dem Kompressor die mit Abstand beliebtesten Pedale bei E-Bassisten.

Gleichzeitig sind diese Vertreter auch die wichtigsten, um dem Sound eines Synth-Basses nahezukommen. Die Marke und Preisklasse der Pedale spielen erst einmal keine Rolle, sondern lediglich die Art des Effekts. Die wesentlich wichtigere Frage lautet: Wie setze ich zwei Effekte gekonnt so ein, dass ich einen dritten erhalte - nämlich den besagten coolen Synthie-Sound?

Übrigens: Falls ihr noch keinen der genannten Effekte euer Eigen nennt, könnt ihr diesen Artikel immerhin als Anregung verstehen, was man mit nur wenigen Effekten so alles anstellen kann!

Bass-Sounds für elektronische Musik

In Musik, die von elektronischen Sounds dominiert wird, muss der Basssound natürlich entsprechend "künstlich" klingen. Das bedeutet für uns, dass wir die menschliche Komponente möglichst aus dem Spiel nehmen. Dabei kann uns ein Octaver helfen, bei dem das Originalsignal ausgeblendet und lediglich der oktavierte Effektsound verwendet wird

Das klingt schon ziemlich cool, jetzt kommt außerdem ein beliebiger Verzerrer ins Spiel. Ich verwende hier ein Fuzz, da dies von Haus aus eine synthetische Verzerrung ist und somit sehr gut passt:

Für zusätzliche Bonuspunkte ist eine Art "schwebender Effekt", also Chorus, Flanger oder Phaser, noch sehr reizvoll. So kann das klingen:

Hat man übrigens kein Fuzz-Pedal zur Hand, sondern Overdrive oder Distortion, so kann man diese ebenso verwenden. Meine Wahl fiel hier auf ein Distortion-Pedal:

Für meine Ohren klingt das schon ziemlich überzeugend - und das, obwohl ich lediglich einen Octaver und etwas Verzerrung kombiniert habe!

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Bass-Sounds für Funk / R&B

Kommen wir zur zweiten Stilistik, in der ein Synthie-Bass gerne Verwendung findet: dem Funk in all seinen Schattierungen und Untergruppierungen! Hier habe ich mich für eine Beispiel im Stile des legendären Bootsy Collins entschieden, um die Entstehung eines typischen Sounds dieser Stilistik zu demonstrieren.

Den Anfang bildet auch hierbei wieder ein Octaver. Dieses Mal möchte ich jedoch die menschliche Komponente nicht ganz eliminieren, sondern den Sound nur schön andicken. Daher nutzte ich diesmal sowohl das originale als auch das oktavierte Signal:

Bevor wir auch hier wieder einen Bass-Verzerrer ins Boot holen, möchte ich euch aber an dieser Stelle noch schnell den Envelope Filter vorstellen. Dieser ist zwar nicht unbedingt notwendig, macht aber höllisch Spaß und erzeugt einen schönen funky Quak-Sound:

Nun kommt abermals die Verzerrung ins Spiel: Ich greife erneut auf ein Fuzz zurück, aber auch hier würden Overdrive oder Distortion wieder ebenfalls funktionieren:

Nur um den Vergleich zur elektronischen Musik komplett zu machen, habe ich zuletzt (wie oben) noch den Phaser "on top" gesetzt:

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Das waren schon ziemlich coole Sounds mit vergleichsweise geringen Mitteln. Die Basis bildeten jeweils ein Octaver sowie ein Verzerrer - der Rest war eher "just for fun", um zu zeigen, was darüber hinaus machbar ist. Und: Ich erwähne hier ganz bewusst noch einmal, dass Hersteller und Preisklasse erst einmal eine untergeordnete Rolle spielen. Das Experimentieren mit den Einstellungen spielt hier die weitaus größere Rolle. Remember: It's the ear, not the gear!

Ich hoffe, diese Beispiele konnten euch ein wenig zu eigenen Experimenten inspirieren und wünsche euch viel Spaß dabei!

Bis zum nächsten Mal, euer Thomas Meinlschmidt

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