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Test
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15.04.2016

Startone MK-200 Test

Portable Keyboard

Billiger geht’s nicht

Das Startone MK-200 Keyboard stammt von einer Eigenmarke des Musikhauses Thomann. Zum Preis von knapp 90 Euro lockt das Keyboard mit einer anschlagdynamischen Tastatur, vielen Sounds und Rhythmen und mit einer Ausstattung, die man in diesem Preissegment sonst vergeblich sucht. Ob das Startone MK-200 nicht nur mit seinem Preis und seiner Featureliste, sondern auch mit Qualität überzeugen kann, möchten wir in diesem Test klären.

Schon mit dem Geschwistermodell MK-300 hatte Startone das Preisgefüge nachhaltig durcheinander gebracht – auch das MK-300 war bei seinem Erscheinen das günstigste Keyboard mit einer anschlagdynamischen Tastatur. Interessanterweise ist dessen Preis aber unterdessen von 89 auf 115 Euro geklettert (vielleicht war es doch etwas zu hart kalkuliert?), während das neue MK-200 die Lücke im Billigsegment schließt. Kann man bedenkenlos zu Thomanns neuem Preisbrecher greifen oder sollte man doch lieber auf ein Instrument der etablierten Marken sparen? Dieser Test bringt es ans Licht.

Details

Gehäuse

Das Startone MK-200 steckt in einem schlichten, schwarzen Plastikgehäuse, dem man ansieht, dass das Keyboard kein Premium-Produkt ist. Der schmucklose und etwas weiche Kunststoff macht zwar einen ausreichend stabilen, aber doch wenig hochwertigen Eindruck. Die beiden Lautsprecher liegen hinter Plastikgittern. Die Taster des Bedienfelds wackeln etwas. Alles in allem merkt man doch recht schnell, dass beim Startone MK-200 nicht in erster Linie auf Ästhetik, Design und Langlebigkeit, sondern hauptsächlich auf einen günstigen Preis Wert gelegt wurde.

Im Lieferumfang befinden sich ein aufsteckbares Notenpult, das ebenfalls etwas wackelig wirkt, ein Netzteil und eine Bedienungsanleitung. Ein Sustainpedal ist nicht dabei, dieses sollte man also bei der Anschaffung mit einplanen. 

Anschlüsse

Rückseitig besitzt das Startone MK-200 neben dem Anschluss für das Netzteil ein Batteriefach, über das sich das Keyboard mobil betreiben lässt. Die übrigen Anschlüsse bestehen aus einer Kopfhörerbuchse, einem Anschluss für ein Sustainpedal und einer USB-MIDI-Buchse, über die das MK-200 mit einem Computer verbunden werden kann. Verzichten muss man hingegen auf die traditionelle MIDI-Schnittstelle und auf einen Audioeingang. 

Bedienfeld und Ausstattung

Die übersichtliche Bedienoberfläche des Startone MK-200 folgt dem bei Keyboards üblichen Schema. Links findet man zunächst den Netzschalter und einen Drehregler für die Lautstärke, gefolgt von Buttons für die Übungsfunktionen (Lesson, L/R-Part, Chord Dictionary), das Tempo und den Taster Shift, mit dem die Zweitfunktionen einiger anderer Knöpfe erreicht werden. Darunter liegen die Taster zur Steuerung der Begleitautomatik, die beim Startone MK-200 mit 110 Rhythmen verschiedenster Stilistiken aufwartet. Pro Style gibt es je ein Intro und ein Ending sowie zwei Variationen mit den passenden Fill-ins. Das Keyboard bietet eine Sync-Start-Funktion und Fade In/Out.

In der Mitte ist das einfache, nicht beleuchtete Display zu finden, das über die gewählten Klänge und Rhythmen und über die verschiedenen Einstellungen des Keyboards Auskunft gibt. Das Display ist nicht grafikfähig, die Sound- und Rhythmusnummern werden durch 7-Segment-Ziffern statt m Klartext dargestellt. Einige Settings werden nur durch winzige Displayelemente angezeigt, sodass man sehr genau hinschauen muss und hier nicht gerade von Komfort sprechen kann. 

Die fünf Buttons unterhalb des Displays erfüllen mehrere Funktionen: Zum einen erreicht man mit ihnen den Registrierungsspeicher, in dem man vier Kompletteinstellungen des Instruments ablegen kann. Vier Plätze sind sehr mager, aber bei anderen Keyboards dieser Klasse fehlt der Speicher oft ganz. Also besser als gar nichts! In Verbindung mit dem Shift-Taster bieten diese Taster Zugriff auf einige weitere Funktionen wie den MIDI-Recorder/Player, die Dual- und Split-Modi und Sustain, womit sich die Abklingphase der Sounds auch ohne angeschlossenes Sustainpedal verlängern lässt.

Rechts gibt es einen Taster für das Funktionsmenü mit erweiterten Einstellungen. Wie zum Beispiel auch bei Yamaha steppt man mit dem Taster durch ein Menü, das Settings wie Transposition, Feintuning, Splitpunkt und MIDI-Sende- und Empfangskanal enthält. Ein weiterer Knopf bietet Zugriff auf den Mixer, in dem man die Lautstärken der einzelnen Begleitspuren und Keyboard-Parts getrennt regeln kann. Zwar ist der Mixer nicht besonders komfortabel, aber bei manch anderem günstigen Keyboard hat man gar keine Möglichkeit, das Mischungsverhältnis zu verändern. Darunter liegen zwei Knöpfe für das integrierte Metronom und die Anschlagdynamik, die sich in drei Stufen regeln oder abschalten lässt.

Ein Ziffernblock zur Auswahl von Sounds, Rhythmen und Songs schließt das Bedienfeld ab. Man wählt zunächst mit einem der drei links davon platzierten Taster aus, was man einstellen möchte, und gibt dann die Nummer ein oder steppt mit den Plus-/Minus-Tastern durch das Klangangebot. Nicht alle Rhythmen, Songs und Klangfarben sind auf das Gehäuse gedruckt, hier findet man nur die übergeordneten Kategorien. Auch die Bedienungsanleitung enthält leider keine vollständige Soundliste, sodass man bisweilen nur raten kann und sich auf sein Gehör verlassen muss.

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